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Lunapark21

Da stellen sich zunächst Assoziationen ein an Vergnügungsparks, die es gab oder noch gibt...
Vor allem wird mit Lunapark21 lesbare und nachprüfbare Kritik einer Welt präsentiert, die zum Lunapark derer geworden ist, die haben. Der globale Lunapark: das große Vergnügen (Auf wessen Kosten?), das Glitzern der Verkaufsmeilen (Wer kann da noch kaufen?), das Feuerwerk über der Alster, über Hongkong und Sydney (Wer bezahlt, was da funkelt?) und die Verteidigung am Hindukusch Guantánamo und Staatsempfänge (Der Dalai Lama segnet Angela Merkel!).

Rolf Becker in: Lunapark21, Heft 1, Frühjahr 2008

 
                Das aktuelle Heft  

Probelesen:
Sebastian Gerhardt Der Zahlenteufel: Pikettys „Kapital im 21. Jahrhundert" – Geschichten & Probleme Thomas Pikettys neues Buch ist ein internationaler Bestseller. Der französische Ökonom, der seit dem Ende der neunziger Jahre mit Forschungen zur Entwicklung der Einkommens-Ungleichheit im Kapitalismus hervorgetreten ist, hat nun auch die Ungleichheit der Vermögen und den Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wachstum ausführlich behandelt. Seine zentrale Schlussfolgerung lautet: Ein unregulierter Kapitalismus untergräbt sich selbst. In Heft 28 Seite 8 ff – hier LESEN.

Winfried Wolf Vermintes Gelände – Weltwirtschaft zum Jahreswechsel 2014/15 Die kapitalistische Weltwirtschaft bewegt sich zum Jahreswechsel 2014/ 2015 durch ausgesprochen unsicheres und mit Krisen vermintes Gelände. Im Grunde handelt es sich um eine mehrfach gespaltene Weltökonomie mit Wachstums- und Stagnations-, wenn nicht Rezessionsregionen, die sich allerdings wechselseitig beeinflussen. Diese gespaltene Weltkonjunktur wird stärker als je zuvor im letzten Vierteljahrhundert durch politische Faktoren beeinflusst. In Heft 28 Seite 46 ff – hier LESEN.

 

Heft 28 · Weltwirtschaft zum Jahreswechsel 2014/15
Die kapitalistische Weltwirtschaft bewegt sich zum Jahreswechsel 2014/ 2015 durch unsicheres, mit Krisen vermintes Gelände mit Wachstums-, Stagnations- & Rezessionsregionen, incl. mannigfaltiger Wechselwirkungen. Diese gespaltene Weltkonjunktur wird stärker als je zuvor im letzten Vierteljahrhundert durch politische Faktoren beeinflusst. Die westliche Sanktionspolitik gegen Russland spielt dabei eine wichtige Rolle, wobei diese von spezifischen Interessen der USA geprägt ist und auch darauf abzielt, die EU und mit dieser die deutsche Ökonomie zu schwächen. Politisch bedingt ist auch der Ölpreisverfall der letzten Wochen des alten Jahres. Weiterhin existieren besondere wirtschaftliche und finanzpolitische Risiken: Ein noch stärkerer Rückgang der chinesischen Ökonomie ist nicht auszuschließen. Eine neue Finanzkrise kann jederzeit die Tagesordnung verändern. Sicher ist, dass die sozialen Kosten, die sich in diesem Zyklus ergeben, enorm sind, und dass sich die gesellschaftspolitischen Spannungen im neuen Jahr weiter verstärken werden.
Der einzige klassische westliche Industriestaaten-Block, der im neuen Konjunkturzyklus eine eindeutige Wachstumsperiode aufzuweisen hat, ist Nordamerika. Die USA und Kanada konnten seit 2010 in jedem Jahr und bis einschließlich 2014 ein positives BIP-Wachstum durchschnittlich gut zwei Prozent erzielen. Das entsprach lediglich rund zwei Dritteln des Wachstums des vorausgegangenen Konjunkturzyklus.
Japan, weiterhin die drittgrößte Ökonomie der Welt, war im neuen Konjunkturzyklus von einer fortgesetzten Stagnation geprägt. Zwar erlebte das Land 2010 ein starkes Aufschwungsjahr mit einem BIP-Wachstum von 4,7 Prozent. Doch bereits 2011 gab es – bedingt durch die Reaktorkatastrophe von Fukushima – eine Rezession. Es folgten 2012 und 2013 zwei Jahre mit einem BIP-Miniwachstum von jeweils 1,5 Prozent. 2014 setzte dann, einigermaßen überraschend, eine neue Rezession ein. Diese wird gern damit erklärt, dass es sich um Spätfolgen der Anhebung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte (von 5 auf 8%) handeln würde. Diese Sicht ist oberflächlich. Schließlich war diese Steueranhebung langfristig geplant; eine zweite Stufe war für 2015 geplant. Beide sollten dazu dienen, endlich die gewichtigen negativen Folgen einer nunmehr seit zwei Jahrzehnten anhaltenden problematischen Wirtschaftspolitik zu mindern. Die Staatsschuld Japans hat zum Jahreswechsel 2014/2015 ein Rekordniveau von rund 260 Prozent des japanischen Bruttoinlandprodukts erreicht; die öffentlichen Schulden sind also 2,6 mal größer als das Jahres-BIP. Das entspricht mehr als dem Dreifachen des deutschen und dem Doppelten des italienischen Niveaus. Selbst die griechische Staatsschuld, die Ende 2014 bei 180 Prozent des griechischen BIP lag, und die von der Berliner Regierung und der EU als untragbar gegeißelt wird, liegt deutlich unter dem japanischen Niveau. Vor diesem Hintergrund sollten die Mehrwertsteuererhöhungen etwas Geld in Nippons Staatshaushalt spülen, um so die Verschuldungsspirale zu durchbrechen. Das ist gründlich misslungen; Japan taumelt in eine neue Krise.
Die Europäische Union und in dieser insbesondere deren Kern, die Eurozone, befinden sich – zurückhaltend formuliert – seit der weltweiten Krise faktisch in einer Stagnationsphase. Auf die Jahre 2010 und 2011 mit einem bescheidenen Wachstum von 1,9 und 1,6 Prozent, folgten zwei Jahre Minirezessionen (2012: -0,7%; 2013: -0,4%). 2014 gab es, je nach Gemütslage, eine schwarze oder eine rote Null. Diese bereits fünfjährige Stagnation inmitten eines weltweiten Aufschwungs ist gewissermaßen „zweimalig“: Es gab Vergleichbares in Japan nach den Jahren des Nippon-Boom der 1970er und 1980er Jahre. Die große Angst unter Ökonomen ist, dass sich Vergleichbares wiederholen könnte.
Stagnation in Europa. Neue Krise in Japan. In Nordamerika ein Wachstum, dass nur einem Drittel des chinesischen Wachstums entspricht … Damit setzte sich China in diesem Zyklus endgültig auf Platz 1 der nationalen Ökonomien. In diesem Zyklus wurde eine weitreichende Veränderung der Struktur der Weltökonomie besiegelt, die historische Dimensionen hat.

 
 
       
    Das Aktuelle Lunapark21-Extra Heft  
 

extra08/09 // 20 Jahre Bahnreform – 20 Jahre Stuttgart 21
Lunapark21-extra 08/09 fasst die Diskussionen und Ergebnisse der KOPF Machen KONFERENZ zusammen, die in Stuttgart vom 25. bis 27.April 2014 stattfand.
Warum ist diese Bahnreform so spektakulär gescheitert? Die Regierungskommission Bundesbahn ging von einer höchst fragwürdigen These aus, nämlich dass die wirtschaftlichen Probleme der beiden deutschen Bahnen vor der Reform lediglich auf die Organisationsstruktur zurückzuführen seien. Das passte perfekt in den Geist der Zeit, dem Staat nicht die Spur von wirtschaftlichem Handeln zuzutrauen und stattdessen in der privatwirtschaftlichen Organisation den generellen Problemlöser für alles zu sehen. Vergessen waren alle Erkenntnisse der Jahrzehnte zuvor über natürliche Monopole, aus denen bei einer Privatisierung private Monopole werden mussten. Auch die Regierungskommission wies zwar am Rande darauf hin, dass die Strukturreform der Bahn in eine Reform des Verkehrsmarktes eingebunden sein müsse, davon war jedoch später keine Rede mehr. So blieb der eigentliche Elefant im Raum doch unbeachtet: Weder die jahrzehntelange Fokussierung der Verkehrspolitik auf den Straßen- und den Luftverkehr noch die Verzerrungen des Verkehrsmarktes, die diesen beiden Verkehrsarten massive Kostenvorteile gegenüber der umwelt- und klimafreundlicheren Bahn verschaffen, wurden verändert. Bernhard Knierim und Winfried Wolf am Ende ihres einleitenden Textes zu diesem LP21-extra (Doppelheft 08/09 · 72 Seiten · 5 Euro).

Inhalt: Vorworte von T. Adler Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft SÖS/Die Linke im Stuttgarter Gemeinderat E. v. Loeper – Aktionsbündnis gegen S21 K. Amler Mitglied im Kreisvorstand Die Grünen, Kreisverband Stuttgart B. Knierim Bahn für Alle W. Wolf Bürgerbahn statt Börsenbahn // B. Knierim & W. Wolf 20 Jahre Bahnreform – Umsteigen bitte! W. Wolf S21: ZWEIMALIGKEIT, RELATIVIERTE und ABSOLUTE Einmaligkeit Podiumsdiskussion I mit P. Conradi · H. Leister · K.-D. Bodack · M. Dietrich · H.-D. Springhorn Podiumsdiskussion II Bahnreform & Medien mit H.-W. Fittkau · A. Luik · J. Henkel-Waidhofer · J. Bauer Abschluß-Debatte mit D. Fischer CDU/CSU · S. Leidig DIE LINKE · M. Gastel Bündnis 90/Die Grünen // H. Monheim Bilanz der Bahnreform & Großprojekte H. Knoflacher Kopf machen – Zukunft Bahn? // Stuttgarter Bahn-Manifest 15 Forderungen für eine neue Bahnpolitik // T. Adler ...dass auf das Zack auch wieder das Zick nach oben folgen kann K. Amler Die Stadt. Das Projekt. Der Widerstand. E. Hopfenzitz Die wunderbare Stadt & das sonderbare Immobilienprojekt S. Leidig Es geht um eine demokratische Bahn der Zukunft V. Lösch Ranking der Lobbyisten, Antidemokraten & Betrüger // Zusammenfassungen der Workshops der Kopf-Machen-Konferenz // ws1 E. Happe & A. Kleber ws3 M. Bienick ws4 M. Spitzner & S. Leidig ws5 C. Engelhardt & K Arnoldi ws6 J. Holstein & B. Freisleben ws77 K.-D. Bodack ws8 H. Monheim ws9 H.-G. Öfinger ws10 J. Hauber & H.-D. Springhorn ws11 C. Engelhardt & W. Wolf ws12 K.-D. Zentgraf & K. Schweizer ws14 E. v. Loeper & K.-D. Bodack ws15 W. Hesse & M. Treber ws16 C. Waßmuth ws17 W. Reh ws18 J. Rochlitz & K.-D. Bodack ws19 K. Gietinger & W. Wolf // K. Gietinger Der General: Buster Keatons Stummfilm begleitet von Rainer Michel & Band B. Köhler Über das kulturelle Programm auf der KOPFmachen-Konferenz // Zugsplitter Eis, Feuer & Brecht

 
                                                           
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