Lunapark21 Nr. 10 - Sommer 2010
Was hat China, was in Zeiten der Weltwirtschaftskrise der Westen nicht hat? Wie gelingt China der Aufstieg zur Exportnation der Welt und auf wessen Kosten? Wo wackelt das Kartenhaus und wer zerrt daran? Das LP21-Spezial beleuchtet und Jakob Montrasio bebildert das Thema mit Beiträgen von Karl Heinz Roth, Tomasz Konicz, Andre Gunder Frank, Peter Strotmann, Winfried Wolf und Georg Fülberth diskutiert.
Und was geht in Europa? Lucas Zeise, Hannes Hofbauer, Winfried Wolf und Kai Eicker-Wolf benennen es in Eurocrash, Griechenland & Totsparen. Die Frage nach der persönlichen Verantwortung auf der Kasino-Party wird auf sechs Seiten anhand des Attac-Bankentribunals mit Beiträgen von Renate Börger, Werner Rügemer und Rudolf Hickel debattiert.
Und die EU in Lateinamerika? Sie attackiert mit einer aggressiven Freihandelsagenda. Weitere transnationale Konzerne „arbeiten“ sich an Goldgruben in Mexiko ab. Es berichten Torge Löding aus Costa Rica und Gerold Schmidt aus Mexiko D. F..
„Der Hauptgrund für das Fehlen kollektiver Unmutsäußerungen ist nicht Zufriedenheit, Depression oder Angepasstheit, sondern Vereinzelung.“ Andrea Marczinski interviewt Dietmar Dath zu seinem Buch „Deutschland macht dicht“. Die Überwindung dessen wird anhand von Reportagen von Wanderarbeiterinnen in China (Christa Wichterich) und der Critical Mass Bewegung in den USA gezeigt. Mit einem Heiligenschein im Handschuhfach wird das in Deutschland in der Kirche zu verhindern versucht: von Gott, Streik & Justitia redet Ulrich Peter, der mit dem Streikverbot in kirchlichen Einrichtungen eine längst fällige Scheinheiligkeit thematisiert.
Analyse aktuell: Krise in Griechenland
Staatsbankrotte als neue Stufe der weltweiten Krise
Die Krise der griechischen Wirtschaft verschärft sich weiter - auch nach der Vereinbarung eines Großkredits von 45 Milliarden Euro durch die EU
und den IWF, der bis Anfang Mai fließen dürfte. Es handelt sich auch um eine Krise des Euro. Letzten Endes erleben wir eine neue Stufe in der
weltweiten Krise - nach der Immobilienkrise, der Bankenkrise und der Krise der Realwirtschaft folgen Staatenpleiten (was mit Island und
Litauen begann und wo nach Griechenland zugespitzte Staatskrisen in Portugal, Spanien, Italien und Großbritannien folgen könnten).
Die Krise in Griechenland ist vor allem eine Folge einer finanziellen und wirtschaftlichen Abhängigkeit des Landes, die es seit mehr als einem
Jahrhundert gibt. Der drohende neue Staatsbankrott wäre dann bereits der dritte in der jüngeren griechischen Geschichte.
Winfried Wolf liefert dazu eine ausführliche Analyse, zu finden hier in unserem Wirtschaftsarchiv.
Lunapark21 Nr. 9 - Frühjahr 2010
Dieser lange und harte Winter machte es besonders deutlich, von ausgedünnten Busfahrplänen über zu kalte oder gleich ganz geschlossene Hallenbäder bis hin zu Winterdiensten, die nur Politiker-Strassen räumen: Die Gemeinden haben als letztes Glied in der Kette der öffentlichen Strukturen am meisten unter der Krise zu leiden.
Kommune-Krise-Kahlschlag: diese 3 K´s werden in der aktuellen Ausgabe von Lunapark21 unter die Lupe genommen. Christian Reiner untersucht die kommunalen Finanzen in Zusammenhang mit Cross-Boarder Leasing Verträgen, Carl Waßmuth erklärt die Namensänderung von Public-Private Partnerships zu „Planwirtschaft Privater Profiteure“. Was in einer Industriestadt übrig bleibt, wenn die Jobs ausbleiben, macht Dianna Feeley an Detroit fest.
Außerdem: Die Quartalslüge. Was haben wir, was Griechenland nicht hat? Griechenlands Schulden sind nicht höher als die Italiens und halb so hoch wie die Japans: warum ein EU-Land in die Knie gezwungen wird.
Der Blick über den Tellerrand führt uns u.a. nach Serbien, wo es seit Monaten im Zuge des wirtschaftlichen Abschwungs zu Streiks und Betriebsbesetzungen kommt. Hannes Hofbauer berichtet aus dem Lunapark der Arabischen Emirate, und Horst Blume erklärt, wie sie dort die Atomkraft ölen.
Zu guter Letzt enthüllt Winfried Wolf die Machenschaften der Achsen des Bösen. Wer mit dem Riss lebt: Warum und wie Sicherheitsstandards bei Eisenbahnen abgebaut werden.
Lunapark21 Nr. 8 - Winter 2009/2010
Zeitgleich zum Klimagipfel in Kopenhagen erschien unsere Winterausgabe 2009/2010. Im LP21-Spezial zu Klima, Krise & Kapital erläutert Uwe Witt ein Zehnpunkte-Programm, wie es eigentlich von Nöten wäre, um die Klimaerwärmung nicht zu einem unumkehrbaren Prozess werden zu lassen. Inwiefern Klimakonferenzen als Alibi-Veranstaltungen zu bezeichnen sind und wie sich soziale Bewegungen neu vernetzen. diskutiert er gemeinsam mit Alexis Passadakis. Mike Davis warnt vor den sozialen Folgen insbesondere in städtischen Gebieten der Entwicklungsländer.
Und was ist sonst noch los im Lunapark? Gefeilscht wird um die Bildungspolitik, deren Spielregeln aber nicht kritiklos akzeptiert werden: über Besetzungen, Ziele und Möglichkeiten der aktuellen StudentInnenproteste in Österreich und Deutschland. Hannes Hofbauer berichtet über die Krisenauswirkungen und die „Eiszeit“ in der ukrainischen Innenpolitik, Günter Herkel schafft eine Übersicht über den Markt der Nachrichtenagenturen und den Krisengewinnern derselbigen. Neue Kunst auf den Lun-Art-Seiten haben wir Marianne Kampel, André Gottschalk und pingu zu verdanken.
Extra 02: Krise der Autoindustrie
Unter dem Titel Weltwirtschaftskrise & Krise der weltweiten Autoindustrie umreißt das zweite Sonderheft von Lunapark21 Entwicklung und Stand eines der wichtigsten kapitalistischen Industriezweige - von der historischen Betrachtung der "Autokrisen" bis zum aktuellen Machtkampf um Opel. Winfried Wolf geht ausführlich auf die Verbindung zur weltweiten Wirtschaftskrise ein und spart auch Alternativen nicht aus.
Aus der Einleitung von Tom Adler: "Das vorliegende Heft könnte nicht passender kommen. Der Automobilbau gilt zwar als Leitbranche schlechthin, aber heute, in seiner bisher tiefsten Krise, liegen nur wenige Analysen vor, die es erleichtern, sich im aufgeregten Auf und Ab der Medienmeldungen zurechtzufinden. Winfried Wolfs Texte helfen, sich zu orientieren und die eigene Urteilsfähigkeit zu schärfen, statt sich von der Achterbahnfahrt der Prognosen in der veröffentlichten Meinung mitreißen zu lassen."
Der vollständige Inhalt des Heftes ist hier zu finden. Bestellungen zum Preis von 4,50 € pro Heft plus Porto bitte per Mail an extra@lp21.de
Bitte beachten: Wer ein Förderabo abgeschlossen hat, erhält das Sonderheft kostenlos.
Lunapark21 Nr. 7 - Herbst 2009
In der aktuellen Ausgabe von Lunapark21 stehen die Weltwirtschaftskrise und ihre Auswirkungen auf den Süden und die Ernährungssouveränität im Vordergrund. Winfried Wolfs Analyse im LP21-Spezial wird mit internationalen Berichten ergänzt. Vandana Shiva erklärt, warum Nahrungsmittel nicht nur in Indien vor Ort produziert werden müssen. Die Lehman-Pleite jährt sich und wird von Winfried Wolf bilanziert, während Lucas Zeise erläutert, warum auch ein Green New Deal die Stagnationskrise nicht aufhält, solange der Finanzsektor nicht an Volumen verliert. Ob Arbeitszeitverkürzung derzeitig eine richtige Forderung sein kann, diskutieren Daniel Behruzi, Michael Wendl und Werner Sauerborn in der LP21-Debatte. „Auch 20 Jahre nach 1989 stellt der Osten die industrielle Reservearmee“ fasst Sebastian Gerhardt zusammen, und Gisela Notz zeigt auf, dass es hier vor allem für erwerbstätige Frauen düster aussieht. Die „LunArt“-Seiten werden diesmal von Hans Reffert und Eleonore Wilhelm gestaltet.
Extra 01: Verkehrswende JETZT!
Am 15. /16. Mai 2009 fand in Köln eine „Europäische Konferenz zur Zukunft der Bahn“ unter dem Titel „Nächster Halt: Bürgerbahn“ statt. Träger waren das Bündnis Bahn für Alle (in dem 18 Organisationen vereint gegen eine Privatisierung der Deutschen Bahn kämpfen), die Grünen in NRW und die britische Gewerkschaft RMT (National Union of Rail, Maritime & Transport Workers). Mit diesem Treffen wurde ein europaweites Bündnis gegen die Bahnprivatisierungen Rail4All konkretisiert und eine Kölner Erklärung gegen die Bahnprivatisierungen verabschiedet.
Auf der Tagung wurde erstmals ein Programm SchieneEuropa2025 vorgestellt. Sein Verfasser, Winfried Wolf, ist seit rund 20 Jahren als Autor („Eisenbahn und Autowahn“ und „Verkehr. Umwelt. Klima – Die
Globalisierung des Tempowahns“) und im Rahmen unterschiedlicher Initiativen gegen die Bahnprivatisierungen engagiert. Bahn für Alle, RMT, die Grünen NRW und Johannes Hauber für den Betriebsrat von Bombardier Transportation präsentieren in dieser Publikation erstmals das Programm SchieneEuropa2025 einer breiteren Öffentlichkeit.
Die Publikation ist als Lunapark21-Sonderheft mit 40 Seiten (Lunapark21 extra 01) erschienen, alle Beiträge sind deutsch und englisch. Der vollständige Inhalt des Heftes ist hier zu finden. Bestellungen zum Preis von 3,50 € pro Heft plus Porto bitte per Mail an extra@lp21.de
Bitte beachten: Wer ein Förderabo abgeschlossen hat, erhält das Sonderheft kostenlos.
Lunapark21 Nr. 6 - Sommer 2009
Im Herbst 2007 konnte in Europa kaum jemand den Begriff „subprime“ buchstabieren. Schon gar nicht kam jemand auf die Idee, das Wort „Krise“ in eine Verbindung mit „Europa“ zu bringen. Mitte 2009 ist es soweit. Wir haben eine Weltwirtschaftskrise. Europa wird von ihr – zumindest im laufenden Jahr 2009 - stärker erfasst als Nordamerika. Das BRD-BIP wird 2009 mindestens doppelt so tief im Minus liegen wie das US-amerikanische. Die Subprime-Krise ist aus europäischer Sicht weit weg – weit näher ist die Krise im irischen, im britischen und im spanischen Immobiliensektor.
Das LP21-Spezial bringt authentische Berichte zur Krise vor Ort aus Polen, aus Ungarn und aus Irland. Winfried Wolf stellt die Krise in Europa in den Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise; Hannes Hofbauer erinnert in seiner Analyse der Krise in Mittel- und Osteuropa daran, dass es in dieser Region seit Wendezeiten eine Dauerkrise gibt. Peter Fuchs beschreibt die aggressive Strategie der EU zur Weltmarkteroberung. Winfried Wolf sieht im (Todes-) Kampf von Opel ein typisches Beispiel für die EU-Strategie, nicht die sozialen Folgen der Krise zu bekämpfen, sondern sich auf die nächsten Tod bringenden Konkurrenz-Schlachten vorzubereiten. Georg Fülberth beschreibt im „Lexikon“ die Blockkonkurrenz zwischen EU und USA als typisches Beispiel für den Zusammenhang zwischen Geographie und Akkumulation des Kapitals.
Auch im neuen LP21-Heft finden sich wieder mehrere künstlerisch gestaltete "LunArt"-Seiten. Oliver Ressler, Florian Kluge, Daniel Lohmann und Patric Sandri, engagiert in den Bereichen Grafik, Malerei und Fotografie, rücken ihre Sicht auf die Krise ins Blatt.
