Lunapark21 Nr. 6 - Sommer 2009
Im Herbst 2007 konnte in Europa kaum jemand den Begriff „subprime“ buchstabieren. Schon gar nicht kam jemand auf die Idee, das Wort „Krise“ in eine Verbindung mit „Europa“ zu bringen. Mitte 2009 ist es soweit. Wir haben eine Weltwirtschaftskrise. Europa wird von ihr – zumindest im laufenden Jahr 2009 - stärker erfasst als Nordamerika. Das BRD-BIP wird 2009 mindestens doppelt so tief im Minus liegen wie das US-amerikanische. Die Subprime-Krise ist aus europäischer Sicht weit weg – weit näher ist die Krise im irischen, im britischen und im spanischen Immobiliensektor.
Das LP21-Spezial bringt authentische Berichte zur Krise vor Ort aus Polen, aus Ungarn und aus Irland. Winfried Wolf stellt die Krise in Europa in den Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise; Hannes Hofbauer erinnert in seiner Analyse der Krise in Mittel- und Osteuropa daran, dass es in dieser Region seit Wendezeiten eine Dauerkrise gibt. Peter Fuchs beschreibt die aggressive Strategie der EU zur Weltmarkteroberung. Winfried Wolf sieht im (Todes-) Kampf von Opel ein typisches Beispiel für die EU-Strategie, nicht die sozialen Folgen der Krise zu bekämpfen, sondern sich auf die nächsten Tod bringenden Konkurrenz-Schlachten vorzubereiten. Georg Fülberth beschreibt im „Lexikon“ die Blockkonkurrenz zwischen EU und USA als typisches Beispiel für den Zusammenhang zwischen Geographie und Akkumulation des Kapitals.
Auch im neuen LP21-Heft finden sich wieder mehrere künstlerisch gestaltete "LunArt"-Seiten. Oliver Ressler, Florian Kluge, Daniel Lohmann und Patric Sandri, engagiert in den Bereichen Grafik, Malerei und Fotografie, rücken ihre Sicht auf die Krise ins Blatt.
Wirtschaft in Ton und Bild
Billionen für die Banken, Milliarden für Betonverdichtung, Kapitalkonzentration und Jobabbau – und doch ist ein Ende der Krisen nicht absehbar. Nur eins scheint sicher: Wer dafür zahlen muss. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn der Staat wird die enormen Ausgaben wieder wettmachen wollen. Zum Beispiel durch den weiteren Verkauf öffentlichen Eigentums wie Krankenhäuser – oder die Privatisierung der Deutschen Bahn. Gibt es dazu Alternativen? Und wie müsste eine Wirtschaft aussehen, die allen dient?
Vortrag von Winfried Wolf zum Thema Finanz- und Wirtschaftskrise am 31. März in Konstanz (auf Einladung der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten Union (dju), der Linkspartei, Seemoz, und ver.di).
Zur attac-Webseite mit den Vorträgen.
Download der einzelnen Vorträge als mp3-Dateien: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 (Rechtsklick auf Link und "Ziel speichern unter" wählen)
Telepolis-Interview mit Winfried Wolf, Sprecher des Bündnisses Bahn für Alle und Chefredakteur von Lunapark21, über die Pannen-Serie bei der Bahn und ihren geplanten Börsengang:
1. Teil: "Materialüberlastung ist das falsche Wort"
2. Teil: "Die Bahn fährt generell auf Substanz, auf Verschleiß"
cash,crash & crisis (podcast)
Auf Einladung des Zukunftsforums der Gewerkschaften Mannheim und attac am 20.Januar 2009 gehaltener Vortrag von Winfried Wolf.
Kursverläufe werden gemeinhin als "Berge" und "Täler" veranschaulicht. Der Komponist Johannes Kreidler hat daraus Melodien gemacht, indem er die Kurswerte als Tonhöhen interpretierte. Die Finanzkrise klingt damit durchaus beschwingt, wenn auch die Melodien meist abwärts gehen...
Aktuelle Veranstaltungshinweise sind auf unserer Seite Rummelplatz zu finden.
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