Spekulationskrisen

Historisches zur Bitcoin-Euphorie

Kaufen, um teurer zu verkaufen, das ist die Grundformel des Handelskapitals. Deshalb meinte schon Benjamin Franklin (1706–1790) schlankweg, Handel sei Betrug (cheating). Zwar ist das für Kapitaleigentümer heutzutage nicht mehr die Hauptmethode der Bereicherung, ganz aus der Mode gekommen ist sie jedoch nicht: Sobald zum Verkauf angebotene Waren, aus welchen Gründen auch immer, knapp werden, fangen ihre Preise an zu steigen, also kann man das Gekaufte teurer verkaufen, und das Spekulieren beginnt. Jedoch, auf welche Weise der Kapitaleigner mit der ihm gehörenden Ware spekuliert, ist im Anfang noch nicht entschieden: Er kann darauf setzen, dass die Preise weiter steigen, dann wird er, sofern gut bei Kasse, nicht verkaufen, sondern zuwarten und damit Knappheit wie Preise weiter in die Höhe treiben; oder er setzt darauf, dass der “Hype” vorbei ist, dann wird er verkaufen, wodurch sich mit dem steigenden Angebot die Knappheit vermindert, so dass die Preise fallen.

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Jahrhunderte im Dienst des Kapitals

Die City of London – exterritoriale Finanzmachtzentrale

Die Grenzen der City werden von silbernen Drachenstatuen spirituell beschützt. Wahrscheinlich sollen so Dämonen, Steuerprüfer und revolutionäre Sozialisten von dem Finanzplatz ferngehalten werden. Im Norden grenzt der Bezirk Islington an die City of London an. Hier hat Labour-Parteichef Jeremy Corbyn seine Sozialbauwohnung und seinen Wahlkreis. Die Dämonen sind der City also näher als ihr lieb sein kann.

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Aus faschistischer Hand zurückerobert

Ein Kinderspielplatz in Athen öffnet wieder

Ich schreibe für Lunapark, aber meine Gedanken kreisen um einen einfachen Kinderspielplatz. Ich spreche von einer Spielstätte, die sich auf einem Platz vor einer großen Kirche im Athener Zentrum befindet, dem Platz des Heiligen Panteleimon. Dieser Platz trägt seit geraumer Zeit eine schwere Symbolik für das, was sich in der griechischen Hauptstadt ereignet. Auf diesem Platz hat die nazistische Verbrecherorganisation Goldene Morgenröte im Zeitraum 2008 bis 2013 ihre demonstrativsten Taten vollbracht. Taten, die mit rassistischen Parolen und der verbalen Einschüchterung der Immigranten begannen und bis zu Mordanschlägen gegen sie und die Brandanschlägen auf ihre Moscheen in den Kellern nahliegender Großhäuser eskalierten.

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Visionen und Erneuerung

In den Quälereien um eine neue Bundesregierung wird CDU/CSU und SPD immer wieder vorgehalten, es fehle ihnen an Visionen. Sie benötigten eine Erneuerung.

Was den ersten der beiden Begriffe angeht, so spricht lediglich für ihn, dass einst ein schneidiger Bundeskanzler sich an ihm störte und schnarrte: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Wer solche Feinde hat, verdient Freunde. Einerseits. Andererseits ist auch bei radikal Zukunftsorientierten seit geraumer Zeit eine Umkehr der einst durch Friedrich Engels beschriebenen Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft zu bemerken. Ihr Zug fährt in die Gegenrichtung: von der Wissenschaft zur Utopie. In dieses Nirgendwo weist auch das Reden von den Visionen.

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Enteignet Bezos!

Der Axel Springer Verlag ehrt zum 1968er Jubiläum den Amazon-Boss

Am 24. April 2018 verleiht der Springer Medien-Konzern dem Amazon-Boss Jeff Bezos den „Axel Springer Award“. Friede Springer, Hauptaktionärin des Konzerns und Witwe des Pressezaren Axel Cäsar Springer, und Matthias Döpfner, Miteigentümer des Konzerns und Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, geben sich die Ehre als Gastgeber im „Journalisten-Club von Axel Springer“ in Berlin. Die Laudatio auf Bezos hält John Elkann, Verwaltungsratspräsident des Fiat-Konzerns. Aufschlussreich bei diesem Event, das Springer als „An Evening for Jeff Bezos“ bezeichnet, ist, wer hier wen ehrt und welcher Zeitpunkt für die Ehrung gewählt wird.

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Von der Teilprivatisierung der Rente zu Öffentlich-Privaten Partnerschaften

(Aus: LP21 Extra 2017/18)

Auf den ersten Blick ist der Zusammenhang zwischen Lebensversicherungen, Riester-Renten, Infrastruktur und Öffentlich-Privaten Partnerschaften (ÖPP) allenfalls allgemeiner Natur. Tatsächlich aber werden letztere zunehmend genutzt, um kapitalmarktbasierte Altersvorsorgemodelle politisch und finanziell zu stützen.

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Neuer Anlauf Bahnprivatisierung droht

Alte und neue Projekte der Bahnprivatisierung – 10-Punkte-Katalog für eine „BRD“ als „Bahnsinnige Republik Deutschland“

(Aus: LP21 Extra 2017/18)

Das Bündnis Bahn für Alle ist so alt, wie Angela Merkel Kanzlerin ist. Dafür gibt es einen Grund: 2005 wurde Bahn für Allemit dem Ziel gegründet, die Bahnprivatisierung zu verhindern. Die damals gebildete GroKo II [1], die neue CDU/CSU-SPD-Regierung unter der damals neuen Kanzlerin Angela Merkel, hatte im Koalitionsvertrag festgehalten, mit einem Börsengang eine Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG (DB) vorzunehmen. Wobei es maßgeblich Gerhard Schröder, der aus dem Amt scheidende Kanzler, und der damalige bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu waren, die dieses Ziel in den Koalitionsvertrag hineinschrieben. Wiesheu wurde kurz darauf für seinen Privatisierungssondereinsatz mit einem Bahnvorstandsposten belohnt.

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Ein Ex-Bahnchef und sein Insiderwissen

Am 30. Januar 2017 verließ der damalige Bahnchef Rüdiger Grube für die Außenstehenden überraschend den Bahnkonzern. Er erhielt dabei für 30 Tage Arbeit als Bahnchef nicht nur 2,3 Millionen Euro. Er hat seither auch mindestens drei verschiedene Jobs angenommen, in denen sein Insiderwissen als Ex-Bahnchef buchstäblich Gold wert ist. Winfried Wolf ging auf diese Umstände in einer Rede ein, die er am 26. März auf der 410. Montagsdemonstration in Stuttgart hielt. Seine – vor Ort viel beachtete – Rede ist an Herrn Professor honoris causa, Dr. Rüdiger Grube, direkt adressiert. 

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Der Autobahn-Krimi: So geht Privatisierung

(Aus: LP21 Extra 2017/18)

Die Geschichte der Grundgesetzänderung zur Autobahnprivatisierung ist ein Beispiel, wie es einer politischen Minderheit gelingen kann, zu ihren Gunsten die Verfassung zu ändern. Wie bitte? Einer Minderheit? Ja, richtig. Eine von Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB) im Juni 2017 in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage ergab: 63 Prozent der Befragten fanden es nicht gut, dass künftig private Unternehmen Bau und Betrieb von Autobahnabschnitten übernehmen können.
Parlament und Bundesrat entschieden anders. Und das kam so:

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