Über uns

Lunapark21
kritisiert seit 2008 die Ökonomie – von links, gedruckt, alle drei Monate. Linke Publikationen kämpfen ums Überleben, und auf Papier zu bestehen ist geradezu anachronistisch. Es gibt uns trotzdem.

Sie erreichen uns unter kontakt[ätt]lunapark21.net.

Kritik, nicht Apokalypse
Ökonomie ist für uns kein Themenfeld neben anderen – sie ist die Struktur, die Arbeit, Preise, Macht und Alltag durchzieht. „Linke Ökonomie“ gilt hierzulande als Spezialgebiet für wenige; wir zeigen alle drei Monate das Gegenteil.

Dem Weltuntergang als Erzählform misstrauen wir. Apokalyptische Schilderungen trösten ihr Publikum mehr, als sie es aufklären – und sitzen ausgerechnet jenem Kapitalfetisch auf, den die Linke schlachten will, als wäre der Reichtum dieser Gesellschaft ein Produkt des Kapitals und nicht der gesellschaftlichen Arbeit. Die Ohnmacht ist nicht alles, Aussteigen keine Lösung. Genau da wird Kapitalismuskritik unbequem. Das ist unsere Linie.

Zwischen dem Alltag arbeitender Menschen und gründlicher Ökonomiekritik liegt historisch weniger eine Verbindung als eine Arbeitsteilung: Die einen malochen und lesen manchmal kluge Kritiken; die anderen schreiben sie. Die Schnittmenge ist klein, weil sich beides schwer in die 24 Stunden eines Tages bringen lässt. Diese Kluft zu verkleinern, ist unser Anspruch.

Wir schreiben für Leute
die arbeiten und nicht den ganzen Tag Zeit zum Lesen haben. Nebenbei liest man uns deshalb nicht – das wäre gelogen. Der Gedanke, um den es in einem Text bei uns geht, ist zuverlässig länger als die Schlagzeile, mit der er anfing. Ein Studium der politischen Ökonomie verlangen wir dafür nicht. Aufmerksamkeit schon. Die Arbeit ist geteilt: Wir graben uns durch das Material, bis ein Argument trägt – Sie nehmen sich die Zeit, auf die es ankommt. Was abfällt, ist seltener die fertige Antwort als die Frage, die vorher gefehlt hat.

Redaktion heißt bei uns
Aushandlung, nicht Filter; das Heft folgt keiner Parteilinie. An konkreten Texten haben sich ein paar Prüffragen herausgebildet – keine Regeln, eher das, was übrig bleibt, wenn man lange genug gestritten hat. Stimmt es – in Fakten, Begriffen, Geschichte? Trägt das Argument? Kippt der Ton? Erklärt der Text einen Zusammenhang, oder moralisiert er bloß? Bringt er Erkenntnis oder nur eine Position? Aufgelöst ist die Spannung damit nicht: Jede Entscheidung über einen Text bleibt eine unter Unsicherheit.

Ein Neustart, keine glatte Fortsetzung
Von 2008 bis zum Sommer 2023 erschien Lunapark21 in 61 Heften; Chefredakteur war über die gesamte Zeit Winfried Wolf, der im Mai 2023 starb. Mit ihm endete zunächst das regelmäßige Erscheinen. Im Herbst 2024 ist Lunapark21 neu gestartet, mit Sebastian Gerhardt als Herausgeber, der schon in den frühen Jahren dazu gehörte. Andere sind geblieben, einige neu dazugekommen, manche nur für eine Weile. Lunapark21 war nie ein Projekt der Einigkeit, sondern eines, das die Unterschiede produktiv halten will – Widersprüche sind Eigenschaft der Sache, über die wir schreiben. Inzwischen erscheint es wieder regelmäßig, vierteljährlich; im Herbst 2026 schließt Heft 70 den zweiten Jahrgang ab. Dass das Projekt bestehen bleibt, hängt nicht zuletzt an denen, die es lesen und mittragen.

Für Lunapark21 geschrieben haben über die Jahre unter anderen:

Tom Adler · Alix Arnold · Antje Asmus · Araz Bağban · Rainer Balcerowiak · Matin Baraki · Julian Bartosz · Carsten Becker · Rolf Becker · Ruth Becker · Daniel Behruzi · Heino Berg · Reinhard Bispinck · Horst Blume · Jürgen Bönig · Jörn Boewe · Michael Breitkopf · Bernd Brouns · Hannelore Buls · Christian Bunke · Gisela Burckhardt · Nikos Chilas · Peter Clausing · Bärbel Danneberg · Mike Davis · Ali Ergin Demirhan · Frank Deppe · Manfred Dietenberger · Elisabeth von Dücker · Kai Eicker-Wolf · Klaus Engert · Sandra Ernst Kaiser · Dianna Feeley · Gabriele Feld-Fritz · Rainer Fischbach · Stefan Frank · Christian Frings · Georg Fülberth · Thomas Fruth · Eduardo Galeano · Rolf Geffken · André Geicke · Sebastian Gerhardt · Gudrun Giese · David Gold · Katharina Maria Grazioli · Friederike Groß · Joachim Guilliard · Stephan Gummert · Michael Hahn · Jürgen Hahn-Schröder · Willi Hajek · Dorothea Härlin · Ulla Hedemann · Patrizia Heidegger · Kathrin Hedtke · Ilse Henckel · Lars Henriksson · Doug Henwood · Rudolf Hickel · Wolfgang Hien · Klemens Himpele · Hannes Hofbauer · Andrej Holm · Simone Holzwarth · Felix Jaitner · Martina Kaller-Dietrich · Jörg Kantel · Gábor Kerényi · Stephan Kimmerle · Gerhard Klas · Elisabeth Klatzer · Bernhard Knierim · Bernd Köhler · Tomasz Konicz · Silke Kopermann · Stefan Kraft · Viktor Krasilschtschikow · Gregor Kritidis · Hans Jürgen Krysmanski · Joachim Kubowitz · Thomas Kuczynski · Leo Kühberger · Anna Leder · Monika Lege · Christiane Lehmann · Sabine Leidig · Nicola Liebert · Dave Lindorff · Eveline Linke · Volker Lösch · Boy Lüthje · Michael Mäde · Phil Mader · Andrea Marczinski · Karin Masche · Mohssen Massarrat · David Matrai · Ingo Matuschek · Klaus Meier · Philipp Möller · Dominik Müller · Bettina Musiolek · Reinhard Noffke · Peter Nolan · Gisela Notz · Steffi Ober · Gerald Oberansmayr · Benjamin Opratko · Stefan Ozsváth · Alexis Passadakis · Hermannus Pfeiffer · Lúcio Flávio Pinto · Günter Pohl · Wolfgang Pomrehn · Michael Pröbsting · Lucy Redler · Martin Reents · Fabian Rehm · Dalilah Reuben-Shemia · Bernd Riexinger · Rainer Rilling · Beat Ringger · Joachim Römer · Susanne Rohland · Karl Heinz Roth · Werner Rügemer · Werner Sauerborn · Fabian Scheidler · Gerlinde Schermer · Sarah Schilliger · Catharina Schmalstieg · Matthias Schmelzer · Béatrice Schmid · Bernhard Schmid · Gerold Schmidt · Ingo Schmidt · Patrick Schreiner · Conrad Schuhler · Johannes Schulten · Dietrich Schulze-Marmeling · Pedram Shahyar · Walter Sittler · Christoph Sorg · Christoph Spehr · Eckart Spoo · Sybille Stamm · Sascha Stanicic · Peter Strotmann · Rouzbeh Taheri · Dirk Treber · Viviana Uriona · Peter Wahl · Immanuel Wallerstein · Carl Waßmuth · Harald Weinberg · Erhard Weinholz · Alexandra Weiss · Christa Wichterich · Winfried Wolf · Mag Wompel · Therese Wüthrich · Pit Wuhrer · Lucas Zeise · Jean Ziegler · Susan Zimmermann

Betiligte Künstler:innen u.a.:

Lucie Biloshytskyy · Klaus R. Bittl · Mathias Braschler · Tapati Chowdhury · democracia (Kollektiv) · Rainer Ehrt · Monika Fischer · Doris Frohnapfel · Wolfdietrich Gerhardt · André Gottschalk · Hermann Josef Hack · Iakovos Hatzistavrou · Cecilia Herrero · Sophia Hirsch · Willi Hölzel · Wolfgang A. Horwath · Victor Juhasz · Marianne Kampel · Alina Kastueva · Thomas Kilpper · Pit Kinzer · Florian Kluge · Bernd Köhler · Ruppe Koselleck · Daniel Lohmann · Paola M. · Stefan Mosebach · Rainer Negrelli · Isabela Pacini · Stefanos Papadatos · pingu · Manni Pink · Hans Reffert · Oliver Ressler · Harald Richter · Maria Rigoutsou · Joachim Römer · Birgit Rüberg · Patric Sandri · Matthias Schmeier · Hildegund Schuster · Dr. Seltsam · Andreas Siekmann · Barbara Straube · P. Supplie · Boscher Theodor · Wolfgang Vogel · Peter Werner · Eleonore Wilhelm · Sarah Marie Zoozmann

Print first
Ein Merkmal der heutigen Ökonomie ist die Beschleunigung aller Lebensbereiche. Ein gedrucktes Heft dagegen, das nach Zeit verlangt: altmodisch, zugegeben. Text und Bild bekommen darin den Platz, den der Bildschirm ihnen nie lang genug lassen würde. In jeder Ausgabe laden wir Künstler:innen ein, Seiten für uns zu gestalten. Die digitale Ausgabe und die Website sind Zugänge, kein Ersatz.

Auch dieses Heft hat eine politische Ökonomie
und sie ist schlicht: Gewinn hat Lunapark21 nie gemacht, bezahlt wird so gut wie niemand – Autor:innen und Redaktion arbeiten unentgeltlich. Druck und Vertrieb sind so nicht zu haben; ein paar tausend Euro kostet jede Ausgabe. Wer möchte, dass es diese Art von Öffentlichkeit weiter gibt, kauft ein Heft, abonniert oder unterstützt dauerhaft. Das ist keine milde Gabe, sondern gut verstandenes Eigeninteresse: Eine Kritik der Ökonomie, die man sich noch leisten kann, ist selbst ein kleines Stück der anderen Ökonomie, die nötig wäre.Von 2008 bis zum Sommer 2023 erschien Lunapark21 in 61 Heften; Chefredakteur war über die gesamte Zeit Winfried Wolf, der im Mai 2023 starb. Mit ihm endete zunächst das regelmäßige Erscheinen. Im Herbst 2024 ist Lunapark21 neu gestartet, mit Sebastian Gerhardt als Herausgeber, der schon in den frühen Jahren dazu gehörte. Andere sind geblieben, einige neu dazugekommen, manche nur für eine Weile. Lunapark21 war nie ein Projekt der Einigkeit, sondern eines, das die Unterschiede produktiv halten will – Widersprüche sind Eigenschaft der Sache, über die wir schreiben. Inzwischen erscheint es wieder regelmäßig, vierteljährlich; im Herbst 2026 schließt Heft 70 den zweiten Jahrgang ab. Dass das Projekt bestehen bleibt, hängt nicht zuletzt an denen, die es lesen und mittragen.

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