Krankenschwestern

Die weltweiten Veränderungen in einem strategischen Berufsstand – zwischen Spanischer Grippe und Corona-Epidemie

Der Tag der Krankenschwestern wird jedes Jahr auf der ganzen Welt am 12. Mai, dem Geburtstag von Florence Nightingale, gefeiert. Im Jahr 2020 – dem zweihundertsten Geburtstag Nightingales – erhielt der Feiertag deutlich mehr Aufmerksamkeit als sonst. Über alle Kontinente hinweg priesen Beamte und Prominente die Tugenden jener Frauen und Männer, die während der Corona-Virus-Pandemie ihr Leben riskierten, um Menschen, die an COVID-19 erkrankt sind, unter sehr schwierigen Umständen zu retten. In Spanien, Italien und anderswo standen Zehntausende auf ihren Balkonen oder an ihren Fenstern, um den Beschäftigten des Gesundheitswesens Applaus zu spenden. Die indische Tageszeitung The Hindu lobte die Krankenschwestern, „die im Kampf gegen das gefürchtete Corona-Virus lobenswerte Dienste geleistet haben“. Der Papst veröffentlichte eine Botschaft, in der er es heißt: „In diesem kritischen Moment … haben wir die grundlegende Bedeutung der Rolle der Kranke nschwestern und Hebammen wiederentdeckt.“ Der britische Prinz Charles informierte die sozialen Medien, dass die königliche Familie „in den Chor der Dankesworte an das Pflege- und Hebammenpersonal im ganzen Land und in der Tat in der ganzen Welt einstimmen“ wolle. Yo-Yo Ma, der berühmte Cellist, veröffentlichte die Sarabande aus Bachs Cellosuite Nr. 3 auf seiner Twitter-Seite verbunden mit der folgenden Botschaft: „Dies ist dem Personal im Gesundheitswesens an vorderster Front gewidmet. Ihre Fähigkeit, menschliche Verbindung und wissenschaftliche Wahrheit im Dienste von uns allen in Einklang zu bringen, gibt mir Hoffnung.“ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernannte das Jahr 2020 zum „Jahr der Krankenschwester und der Hebamme“.

weiterlesenKrankenschwestern

Die Marktwirtschaft richtet das nicht

Kranken- und Altenpflege in Zeiten von Corona – Erfahrungen und Empfindungen von Pflegekräften in der Pandemie

Der Artikel fasst einen Forschungsbericht auf Basis von Interviews mit Pflegekräften zusammen. Die zwischen Mai und Juli 2020 Befragten arbeiten in verschiedensten Bereichen von Notaufnahme bis stationäre Altenpflege, von Intensivstation bis Kinderklinik.

Corona traf die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen unvorbereitet – weltweit wie auch in Deutschland. Mitte Mai waren mehr als 800 Pflegekräfte schwer erkrankt, 58 von ihnen so schwer, dass sie daran verstarben. Die Etablierung von Infektionschutzmaßnahmen sorgte dafür, dass diese Zahlen seither nicht wesentlich angestiegen sind.

weiterlesenDie Marktwirtschaft richtet das nicht

Der autoritäre Staat macht sich breit

Die meisten Menschen ducken sich weg, seit Monaten, bald schon für ein ganzes Jahr. Die Maßnahmen zur Bekämpfung eines Virus verstehen sie längst nicht mehr. Zu widersprüchlich und zu unterschiedlich sind die einzelnen Verordnungen sowohl in ihrem zeitlichen Verlauf als – mehr noch – in ihrer regionalen Ausprägung.

weiterlesenDer autoritäre Staat macht sich breit

Angriff aus dem Corona-Nebel

Keine Verschwörungstheorie, aber: Die Herrschenden nutzen das Virus für sich

Auch die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung (HBS) verneigt sich vor dem Gesslerhut, an dem heutzutage alle vorbei müssen, die sich zum Thema Corona äußern. In einer großangelegten Studie, auf die wir gleich noch zurückkommen1, stellte sie im Oktober fest, die gegenwärtige Krise verstärke „soziale Ungleichheit und Sorgen um Demokratie“. Der demokratietheoretische Aspekt resultiere daraus, dass diejenigen, die in der laufenden Krise am meisten Einkommen verlieren, sich „deutlich sorgenvoller und demokratiekritischer äußern“ würden, um dann fortzufahren, das gehe „bei manchen soweit, dass die Empfänglichkeit für Verschwörungsmythen spürbar erhöht ist. So stimmten im Juni von den Befragten mit Verlusten knapp 45 Prozent der Aussage zu: ‚Ich kann mir vorstellen, dass die Pandemie von Eliten benutzt wird, um die Interessen von Reichen und Mächtigen durchzusetzen.‘“

weiterlesenAngriff aus dem Corona-Nebel

Krankenhaus-Schließungen gefährden Ihre Gesundheit!

Seit März 2020 – also seit Beginn der Pandemie in Deutschland und just seit dem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung die Krankenhäuser als systemnotwendig zur Bekämpfung von Corona erklärt hat – wurden in Deutschland die folgenden Krankenhäuser geschlossen: Bochum-Linden, Essen-Nord und Essen-Stoppenberg (alle drei in NRW), Havelberg (Sachsen), Losheim und Ottweiler (beide Saarland), Oberwesel und Rodalben, (beide Rheinland-Pfalz), Riedlingen und Weingarten (beide Baden-Württemberg), Fürth, Vohenstrauß und Waldsassen (alle drei in Bayern), Wedel (Schleswig-Holstein) und Wolfhagen (Hessen). Dazu kamen Teilschließungen in Crivitz und Parchim.Am 1. Januar 2021 macht das Krankenhaus in Kloster Lehnin dicht. Für große Kliniken in Dresden und Berlin gibt es Schließungs-Beschlüsse.

weiterlesenKrankenhaus-Schließungen gefährden Ihre Gesundheit!

Alle sind überrascht: „Uups, der Winter kommt!“

Die zweite Welle der Epidemie war lange angekündigt

Keiner komme in der Corona-Debatte nochmals mit Verweisen der Art „… aber es gibt doch viel mehr Tote im Autoverkehr; und Autofahren wird ja auch nicht verboten…“ Dagegen ist zunächst einzuwenden, dass die Zahl der 1,2 Millionen Menschen, die weltweit jährlich im Straßenverkehr den Tod finden, auf einen Bruchteil reduziert werden könnte, wenn Sicherheitsstandards wie niedrige Tempolimits und strikte Begrenzungen bei PS-Zahl und maximaler Geschwindigkeit eingeführt, wenn also die individuellen Freiheiten Einzelner zur lebensgefährlichen Bedrohung der Gesundheit und des Lebens vieler eingeschränkt werden würden. Vor allem aber ist Ende 2020 deutlich, dass die Zahl der Corona-Toten deutlich über der Zahl der jährlichen Straßenverkehrsopfer liegt. Über den Jahresverlauf 1. März 2020 bis 28. Februar 2021 hinweg werden es – grob überschlagen – weit mehr als zwei Millionen Corona-Tote sein, doppelt so viel wie Straßenverkehrstote. Als Anfang 2020 einige Fachleute Vergleichbares vorhergesagt hatten, wurden sie in den Mainstream-Medien nicht ernst genommen. Dass es bislang nicht zu noch viel höheren Opferzahlen kam, hat einen einzigen Grund: die von Milliarden Menschen – meist freiwillig, oft auch als Resultat staatlichen Zwangs – befolgten Maßnahmen des social distancing retteten Hunderttausenden Menschen das Leben. Das lässt sich konkret an der Entwicklung der Zahl derjenigen, die an einer Corona-Infektion starben, dokumentieren.

weiterlesenAlle sind überrascht: „Uups, der Winter kommt!“

Meldungen Schulden

Schulden? Geht doch!

Die Verpflichtung zu einem ausgeglichenen Haushalt – das Verbot neuer Schulden – steht weiterhin in der deutschen Verfassung. Dass dieses Schwarze-Null-Gebot wirtschaftspolitisch und sozialpolitisch falsch ist, wurde in LP21 vielfach dargelegt (siehe z.B. LP21, Heft 51, S.17ff). Dass sie im Corona-Krisenjahr ignoriert wird (und dass der Bundestag dafür eine Art Generalvollmacht gab) ist bekannt. Doch es geht um weit mehr.

weiterlesenMeldungen Schulden

„Die Corona-Epidemie kam von außen. Wir müssen damit leben“

quartalslüge IV/MMXX

Seit fast einem Jahr wird das Corona-Virus als von außen kommend, als bestenfalls eindämmbar und als letztlich nur mit einem Impfstoff bekämpfbar dargestellt. In den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel, geäußert in der ARD-Tagesschau am 2. November 2020: „Das Corona-Virus ist so etwas wie eine Naturkatastrophe,“ wie es eine solche „wohl nur einmal pro Jahrhundert“ geben würde. Und: „Wir müssen mit dem Virus leben. Es ist da.“

weiterlesen„Die Corona-Epidemie kam von außen. Wir müssen damit leben“

Plötzlich alles zu Hause Familienleben im Corona-Lockdown

Bernhard Knierim (LP21-Redaktion)

Als ich Mitte März zum letzten Mal bei meiner Arbeitsstelle im Bundestag war, war schon absehbar, dass alle Mitarbeitenden dort für längere Zeit im Home-Office arbeiten würden. Anfangs stellte ich mir das recht gemütlich vor ohne Arbeitswege – bis einen Tag später klar wurde, dass auch Schulen und Kitas mit sofortiger Wirkung geschlossen würden. Seitdem begann für uns ein ständiges Jonglieren der Überforderungen: Jeder Partner arbeitet einen halben Tag – abwechselnd morgens und nachmittags – einigermaßen ungestört, während die oder der andere sich jeweils in der Zeit um Haushalt und Kinder kümmert. Effektiv reicht die Zeit nie aus. Das hat zur Folge, dass all das hinten runterfällt, was nicht absolut notwendig ist – z.B. die freiwilligen Engagements und nicht zuletzt die Zeit zum Ausruhen alleine.

weiterlesenPlötzlich alles zu Hause Familienleben im Corona-Lockdown

Nach der Krise ist vor der Krise

Volker Lösch (LP21-Autor)

Vor vier Wochen haben wir am Düsseldorfer Schauspielhaus wieder zu proben begonnen. Das rasche Hochfahren des Betriebs kam unerwartet, schon finden Überbietungswettbewerbe statt, welche Institution sich als erste wieder vor Publikum zeigt. Es gelten zwar wie überall Abstands- und andere Regelungen, das Spielen und Schreiben und Inszenieren hat sich aber wenig verändert.

weiterlesenNach der Krise ist vor der Krise