Stadtbild-Verschiebung

Neu eingefärbte gebrauchte Hüte zu kaufen, davon riet im Jahr 1808 ein christlicher Kommentator ab. Der erste derbe Regen würde die Farbe ins Gesicht laufen lassen. Es ging um die Hamburger Judenbörse. So nannte man den Flohmarkt in der Elbstraße, wo nur Waren aus nicht zunftgebundener Herstellung angeboten werden durften:

Gebrauchtkleider, Textilien aus englischer Maschinenarbeit und Kolonialwaren. In den 1830er Jahren wurden die Bürger der Hamburger Mittelklasse regelmäßig handgreiflich gegen die industrielle Konkurrenz und pflegten den Juden die Karren umzuschmeißen und die Fenster einzuwerfen. Dabei waren sie es gewesen, die Kleinbürger, die Juden den Zugang zu jedem anderen Produktionsgewerbe verwehrten und nur die Chance gelassen hatten, im Kleinhandel ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nun aber, da sich nach den Napoleonischen Kriegen die immer billigeren Waren aus nicht-zünftiger Produktion durchsetzten, waren sie erbost, dass diese Waren auch in ihrer Stadt angeboten wurden.

Die Reaktion der Bürger Anfang des 19. Jahrhunderts erinnert mich an die 1980er Jahre im Hamburger Stadtteil Ottensen. Damals veränderte sich das Stadtbild, und ich war dabei. In der Krise zu Beginn jenes Jahrzehnts, als ihre Arbeitskraft nicht mehr gebraucht wurde, begannen ›Gastarbeiter‹ aus der Türkei in Ottensen Gemüseläden aufzumachen, Teestuben und Döner-Buden einzurichten, wagten den Gang in die Selbstständigkeit, um sich vor Abschiebung zu schützen. Mit der Familie arbeiteten sie fortan Tag und Nacht daran, den Stadtbürgern das Kaffeetrinken auf der Straße beizubringen, den Wert frischen Gemüses und den Verzehr eines Döners zu schätzen, einer Spezialität, die nur entfernt an die namensgebende Köstlichkeit aus dem osmanischen Reich erinnert, und dessen abenteuerlich niedriger Preis damals wie heute durch schlecht bezahlte Arbeit zustande kommt.

Fünfzig Jahre später verändert sich das Stadtbild erneut. Am Hamburger Gänsemarkt können sich Obdachlose nicht länger an den Abluftschächten aufwärmen, weil das Einkaufszentrum nach Ankauf durch den Investor Benko abgerissen worden ist. Dessen Geschäftsmodell der Kaufhaussanierung bestand darin, die Mieten der Häuser zu erhöhen, so den Wert der Immobilie zu steigern und auf den erhöhten Wert des Grundstücks Kredite für weitere Immobilienkäufe aufzunehmen. Im Ergebnis haben die überhöhten Mieten die Kaufhäuser vorzeitig in den Ruin getrieben und Ladengeschäfte aus den Innenstädten vertrieben. Ein Wiederauflegen ist angesichts des heutigen Volumens des Internethandels ausgeschlossen.

In Zeiten, in denen das Alte nicht länger trägt, hat Problemverschiebung Konjunktur. Wenn das Geschäftsmodell der Bodenspekulation nicht mehr funktioniert, sollen andere, vermeintlich Fremde, daran schuld sein. Es soll nicht am eigenen Handeln gelegen haben, wenn das Geschäft stagniert, nicht daran, dass man Waren aus Billiglohnländern bezieht, dass man nicht in Läden kauft, sondern über das Internet und sich die Waren vor die Haustür liefern lässt von Menschen, die für diesen Job miserabel bezahlt werden. Wenn der eigene Laden eingeht, die Einkaufszentren verwaisen und die Bodenspekulation die letzte sinnvolle Nutzung städtischer Räume zerstört, dann soll für diese Verlumpung des Stadtbildes nicht das eigene Handeln verantwortlich sein, nicht die eigene Gier nach Gewinn, sondern als nicht zum Stadtbild gehörig diejenigen, die in den Nischen der Städte hausen müssen, nicht das Geld zum Einkauf in Luxusläden aufbringen können und den ganzen Konsumdreck auch noch in die Häuser derjenigen ausliefern müssen, die das angerichtet haben.

Jürgen Bönig bringt die Fahrt der Geisterbahn durch konsumzerstörte Innenstädte keinen Spaß, sondern Erkenntnis über gezielte Problemverschiebung.

Natur:)?!

Nachdem die Hunde Rassisten bereits im Stich gelassen haben, weil sie sich nicht so verhalten wollen, wie sie aussehen und genetisch ausgestattet sind, haben jetzt auch noch die Vögel bewiesen: Geschlecht ist von Natur aus nicht eindeutig.

Forscherinnen der University of the Sunshine Coast stellten bei der Untersuchung von 500 verletzten Vögeln in einer Klinik im Südosten des australischen Bundesstaates Queensland fest, dass bei bis zu sechs Prozent der Vögel die körperlichen Merkmale des Geschlechts nicht mit deren genetischer Ausstattung übereinstimmen.

Bei den fünf untersuchten Vogelarten wurde in drei bis sechs Prozent der Fälle das durch körperliche Untersuchung festgestellte organische Geschlecht durch DNA-Analyse dementiert. Es fanden sich genetische Männchen mit vollständig weiblichem Erscheinungsbild, genetische Weibchen mit vollständig männlichem Erscheinungsbild sowie Individuen mit einer Mischung aus Hoden- und Eierstockgewebe. Das war auch kein Hindernis für eine entsprechende Fortpflanzung: Ein genetisch männlicher Kookaburra hatte kurz vor der Untersuchung Eier gelegt.

Das wundert niemanden, der oder die weiß, dass das Geschlecht von Meeresschildkröten von der Temperatur des Strandes abhängt, an dem die Sonne die dort eingegrabenen Eier ausbrütet, und dass bei Seepferdchen die Männchen trächtig werden und ihre Nachkommen in einem Beutel herumschleppen, und dass Schnecken zu zweit beides ganz langsam können: Eier legen und befruchten.

Die meisten Medien meldeten das Untersuchungsergebnis als Anzeichen von Geschlechtswechsel, obwohl ein Wechsel hier nicht vorliegt: Die Vögel waren so bunt aus dem Ei gekrochen.

Nur diejenigen, die in der Benennung von Personen durchsetzen wollen, dass es nur Männer oder Frauen geben soll und nichts dazwischen und daneben, sind um die Begründung für diese Sprachvorschrift gebracht. Wenn es in der Natur bei den von den Dinosauriern abstammenden Vögeln mindestens fünf Mischungen von Geschlecht gibt, wie soll dann bei Menschen das über Körpermerkmale hinausgehende soziale Geschlechtsverhalten sich im Käfig einer Zweideutigkeit halten lassen?

Diese Erkenntnis über die Mehrdeutigkeit von Geschlecht in der Natur wird Frau Kulturstaatsministerin Weimar schmerzen, der auf einer naturwidrigen Zuordnung zu zwei Geschlechtern besteht und damit nicht nur vielen Vögeln eine zutreffende Benennung vorenthält. Mit der Anrede als Frau Ministerin ist Wolfram Weimer selbstverständlich mitgemeint – was immer der Verleger und Journalist außer Klimaleugner und Kritiker der Merkelschen Flüchtlingspolitik auch sein mag.

Aber Hoffnung wächst: Vielleicht ist es molekularbiologisch möglich, die Blockade der Gene von Kulturstaatsministern zu enthemmen, auf dass sie die Vielfalt der Geschlechter in der Natur wahrnehmen können – und alles davor, dahinter, darunter, daneben und dazwischen.

Jürgen Bönig schätzt es, aus der Geisterbahn der Eindeutigkeit auf die Vielfalt von Natur blicken zu können. (Siehe auch Geisterbahn »Rasse-K.o.« in LP21 Heft 58; https://www.lunapark21.net/rasse-k-o/)

Erschienen in: Lunapark21, Heft 66 (Herbst 2025)

Arbeits-Leistung

Arbeit kam für mich im DDR-Fernsehen immer als konkrete Tätigkeit vor: Die Ernte musste eingebracht, die festgefrorene Braunkohle abgebaut, die Platten zu Bauten zusammengefügt werden. Menschen waren gefragt bei ihrer Arbeit das Soll zu erfüllen, Leistung zu erbringen, damit andere es warm hatten, wohnen oder essen konnten.

Als Kanzler Kohl 1990 davon sprach, durch gemeinsame Anstrengung die ostdeutschen Länder »wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt« – verstanden wir aufgrund unserer Erfahrung aus früheren Wahlkämpfen, dass er Bedingungen schaffen wollte, unter denen Unternehmen andere arbeiten lassen würden, so dass eine florierende Wirtschaft entstehen würde. Viele DDR-Sozialisierte werden gedacht haben, der Staat Helmut Kohls würde das alles selber durch staatliche Tätigkeit machen.

Dabei kam die Arbeits-Leistung vieler DDRler unter die Räder, die mit wenig Mitteln improvisiert zusammengebaut hatten, was anders nicht zu erreichen war. Wir schätzten auch die Fachbücher für Handwerk und Kunst der DDR, die viel genauer und praktischer darstellten, wie mit welchen Werkzeugen und Kniffen produziert werden konnte. Pech nur,

– dass bei den Unternehmens- und Grundstücksübereignungen die Arbeit der vielen entwertet wurde,

– dass mit modernster Technik neue Produktion aufgebaut wurde und viel weniger Lohnarbeit zu schlechteren Bedingungen entstand als in Westdeutschland,

– dass das Fortkommen nicht an eine Arbeits-Leistung gekoppelt war, sondern an Glück, Skrupellosigkeit und das arbeitslose Einkommen aus Geldbesitz, an das man wie auch immer gekommen war.

Gemeinsam lernten wir: In der BRD zählt die Leistung offenbar mehr als die Arbeit. Die Leistung kann darin bestehen, im Lotto zu gewinnen, durch Spekulation reich zu werden oder einen guten Deal zu machen mit dem Hauptzweck, andere für sich arbeiten zu lassen.

2025 steht im Koalitionsvertrag, Leistung und Anstrengung müssten sich auszahlen. Wieder verstehen CSU/CDU und SPD darunter, durch Subventionen und Steuererleichterungen Unternehmen zu veranlassen, andere gewinnbringend für sich arbeiten zu lassen. Der sozialdemokratische Wunsch, bei kleinen Renten wenigstens die Lebensleistung zählen zu lassen, soll ausgleichen, dass Arbeitende ein Leben lang zu wenig Lohn erhielten oder, wie viele Ex-DDRler, zu geringe Renteneinzahlungen angerechnet bekommen.

Die Leistung von Kleinrentnern besteht darin, dass sie sich ein Leben lang unverschämt niedrige Löhne haben bieten lassen müssen. Und die Leistung der anderen, die jetzt staatlich gefördert, weniger Steuern zahlen und größere Abschreibungen bekommen sollen, von der Zahlung zu geringer Löhne profitiert zu haben.

Täuschen wir uns also nicht – wir werden uns gegen diejenigen wehren müssen, deren Leistung vor allem darin besteht, andere mit geringem Lohn für sich arbeiten zu lassen und ihre Herrschaft über andere mit Geld durchzusetzen. Sie wissen nicht, welche Produkte den Menschen und der Welt guttun, sie schätzen nicht das Vergnügen der Arbeit und sie helfen nicht, unseren Planeten und unsere Gemütsruhe zu bewahren.

Jürgen Bönig leistet sich vierteljährlich eine Fahrt durch die Schreckenskammer der Begriffe.

Selbstwahrnehmung

Ja, ja. Hohe Zinsen fordern, und wenn die das Bauen verhindern, bürokratischen Genehmigungsverfahren die Schuld geben. Selbst im Internet bestellen und sich wundern, dass das eigene Geschäft keine Laufkunden mehr hat. Immobilien zum Vermögensaufbau kaufen und an steigenden Preisen für Grundstücke und Gewerberäume leiden. Möglichst billig einkaufen und teuer verkaufen wollen und Inflation und mangelnde Kundschaft schrecklich finden. Mit dem SUV zum Zigarettenkauf fahren und über mangelnde Vorsorge gegen Starkregen greinen.

Der Stau, das sind immer die anderen. Wir, das aufgeklärte Bürgertum, nehmen Umwelt und Gesellschaft kritisch in den Blick. Und wir können gar in Wut geraten, wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir uns das vorstellten.

Vor allem wollen wir es nicht ge-wesen sein, wenn andere dasselbe Verhalten wie wir an den Tag legen und dadurch unabgestimmt etwas bewirken, was dem Geschäft schadet.

»Gesellschaft, das gibt’s gar nicht!« oder feiner: There is no such thing as society. So fasste Margaret Thatcher, Tochter aus einer Kleinhändlerfamilie, 1987 in einem Interview mit dem Magazin Woman’s Own ihre Empfindungen über die Widrigkeiten des Kleingewerbes zusammen. Dabei gibt es nichts Gesellschaftlicheres als einen Kramladen. Alle Voraussetzungen in dieser Handlung sind vom Tun anderer Gesellschaftsmitglieder abhängig: Ob und welche Ware kommt und wer sie produziert, ob es einen ordentlichen Weg zum Laden gibt, ob Kunden kommen, über Geld verfügen und haben wollen, was auf Lager ist. Ob der Polizist aufpasst, dass Eigentum und Geschäftsbetrieb geschützt sind. Das alles können Ladenbesitzer nicht selbst tun und bewirken.

Schlicht: die gesellschaftliche Arbeitsteilung durch Waren findet ihren reinsten Ausdruck in einem Laden, in dem nichts gemacht wird, was nicht von anderen abhängt, und wo reiner Austausch stattfindet. Für sich selbst verantwortlich sein und seinen Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit nehmen, gelingt nur, wenn das Handeln vieler anderer in der Gesellschaft mitbedacht wird. Mit der Selbstempfindung von Kaufleuten – ich muss alles selbst machen und kann alles allein – hat das wenig zu tun. »Alles lässt sich ändern« – so meinte die FDP in ihrem letzten Wahlkampf.

Probleme als Folgen eigenen Handelns eingestehen – das fällt schwer. Wenn die Einsicht nicht gelingt, steigt die Wut und der Wunsch nach Verdrängung. Es gibt keine Probleme, aber wir wollen damit nicht behelligt werden. Weil man es selbst nicht gewesen sein kann, müssen an hohen Zinsen, geringen Erträgen, Überproduktion und Krieg andere schuld sein. Beispielsweise die Migranten. Aber die Folgen des eigenen Handelns gehen nicht weg, Krise und Katastrophen hören nicht auf, weil die Ursachen geleugnet werden. Und das Einfühlungsvermögen hört nicht auf, wenn Probleme mit denjenigen ausgesperrt werden, die gelitten haben und leiden und darüber berichten könnten.

Auch wenn ihr die Mauern noch so hoch macht, wenn ihr die vor euren Katastrophen Flüchtenden im Stacheldraht verbluten lasst und die vor Diktatoren Fliehenden im Mittelmeer versenkt, wird es immer noch ein Kind geben, das in eurer Festung hockt und empfindet: Das sollten Menschen einander nicht antun.

Fachkräftemangel

Man kriegt kein ordentliches Personal mehr

Der Oppositionskandidat Merz hat noch nie ein öffentliches Amt, zum Beispiel eines Vize-Bürgermeisters, bekleidet, versteht nicht, was Interessenkonflikte zwischen privater und öffentlicher Tätigkeit sind und macht den Eindruck, er würde den dritten Weltkrieg auslösen, weil er recht gehabt haben möchte.

Der Finanzminister hält zwei Kriege für so normal, dass er das Ausgabeverhalten des Staates nicht ändern und unbedingt die Schuldenbremse einhalten möchte.

Der grüne Wirtschaftsminister ist stolz darauf, billiges Erdöl aus Cracking beschafft zu haben und straßenfähige Panzer nun elektrisch zu betreiben. Und Kanzler und Hamburger Bürgermeister begreifen Wirtschaftspolitik in der Krise als das Vorhaben, Staatsgelder Privaten zu schenken und Steuern zurückzuzahlen, die die nicht entrichtet haben.

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Veranwortung

Die Bundesrepublik soll nur für 1,8 Prozent des weltweiten Ausstoßes an Treibhausgasen verantwortlich sein.

Schade nur, dass diese Auskunft lediglich die Treibhausgase registriert, die bei der Produktion und dem Konsum in der BRD selbst entstehen.

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Bürgerlich-liberal?

Wer noch alle seine bürgerlichen Klasseninteressen beisammen hat, sollte sie nicht der FDP anvertrauen.

Wer meint, es brauchte Geld für Forschung, Innovationen und Ausbildung, kann mit der Senkung von Steuern nicht zufrieden sein. Wer weiß, dass Energie regenerativ hergestellt werden sollte, wird die Deckelung des Staatshaushaltes als Hindernis ansehen. Wer findet, dass leistungsfähiges Internet Energie und Zeit spart, beißt in sein Telefonkabel ob des Umstandes, dass im deutschen Netz Glasfaserkabel  verschiedener Anbieter nebeneinander verlegt werden. Wer begreift, dass im Krieg der Einsatz funktionierender Waffen entscheidet und nicht deren Preis, wird unterbinden wollen, dass die Rüstungsindustrie mit Höchstpreisen bedient wird.

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Konsum-Klima

Am 28. Juli 2022 war Erdüberlastungstag. Die Nachrichten-Redaktionen meldeten einen Tag früher als 2021 den Tag im Jahr, an dem weltweit alle Ressourcen verbraucht waren, die sich auf der Erde innerhalb eines Jahres regenerieren.

Der ökologische Fußabdruck verschiedener Gesellschaften und Länder ist durchaus unterschiedlich und die Daten ihres jeweiligen Erdüberlastungstages fallen entsprechend weit auseinander. Würden alle Bewohner der Erde leben wie die Menschen im Emirat Katar, wäre schon am 10. Februar all das aufgezehrt, was innerhalb eines Jahres nachwächst. Konsum auf dem Niveau von Deutschland brauchte drei Erden, um auszukommen – der Erdüberlastungstag für die Bundesrepublik ist bereits der 4. Mai.

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Rasse k. o.

Nun haben selbst die Hunde den Rassismus im Stich gelassen – um es geschlechtsneutral auszudrücken. Und das, nachdem sich bereits die Neandertaler abgewandt haben.

Was ist geschehen? Forscher:innen befragten Hundebesitzer:innen, ob die äußeren Merkmale der Tiere mit deren Verhalten korrelieren. Am Ende hatten sie Informationen über mehr als 18.000 Hunde erhalten, von denen fast die Hälfte „reinrassig“ war. Durch Analyse des Erbgutes bekamen sie heraus, welche Bereiche im Erbgut mit bestimmten Eigenschaften der Tiere korrelieren. Aber keine dieser Erbgutabschnitte erwies sich als typisch für bestimmte Hunderassen, bei denen äußere Merkmale gezielt weitervererbt werden.

Fazit der Untersuchung des Teams um die Biologin und Hundeexpertin Elinor Karlsson an der Universität von Massachusetts in Worcester, die im Mai im Wissenschaftsjournal Science veröffentlicht wurde:

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Volk oder Gesellschaft?

„Das ukrainische Volk will den Frieden. Die ukrainischen Machthaber wollen den Frieden.“ Das sagte Wolodymyr Selenskyj am 24. Februar, kurz vor dem Angriff der russischen Armee auf die Ukraine den Bürgerinnen und Bürgern Russlands. Auf russisch – seiner Muttersprache, die der ukrainische Präsident noch vor dem Ukrainischen lernte. Es ginge aber nicht um Frieden um jeden Preis, sondern „um das Recht jeder Gesellschaft auf Sicherheit und das Recht jedes Menschen auf ein Leben ohne Bedrohung.“ Selenskyj, ein aus der Ukraine stammender Jude, macht einen Unterschied zwischen Volk und Gesellschaft..

Volk war vor der Französischen Revolution das gemeine Volk, das in der ständischen Gesellschaft politisch nicht mitzuwirken hatte.

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