Der Angriff auf den Iran oder: Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode.
Erscheint in: Lunapark21 Heft 68 (Frühjahr 2026). Vorab online.
Am 16. Januar 1991 begann mit schweren Luftangriffen der Krieg einer US-geführten Koalition gegen den Irak. Damals wurde in diesem Krieg um Öl der Beginn einer neuen Weltordnung für die Zeit nach der Blockkonfrontation gesehen. Fast genau 35 Jahre später begann am 28. Februar 2025 mit Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran der vierte Golfkrieg seit 1980, der dritte seit 1990. Offenbar war die Welt nach dem Kalten Krieg nicht so geordnet, wie einmal gedacht.
Schon auf den ersten Blick fallen vor allem Unterschiede ins Auge: 1991 ging es gegen den Irak, der nach dem gescheiterten Angriff auf den Iran das Nachbarland Kuweit besetzt hatte. Für den Angriff bildeten die USA eine breite Koalition. Sie konnten sich auf die Resolution 678 des UNO-Sicherheitsrates stützen, der im November 1990 auch die Sowjetunion zugestimmt hatte. (China hatte sich enthalten, nur Kuba und Jemen stimmten dagegen.) Das Ziel war begrenzt, die Vertreibung der irakischen Truppen aus Kuweit. Die irakische Bevölkerung wurde zwar zum Aufstand gegen Saddam Hussein aufgerufen, dann aber allein gelassen.
Nur im letzten Punkt sind Parallelen zur Gegenwart offensichtlich.