Missing data

Was nicht gemessen wird, kann nicht verhindert werden. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas. Am besten wäre, wenn es nicht in die Atmosphäre gelangt, denn: »Methan ist für rund ein Drittel der Klimaerwärmung verantwortlich; insgesamt trägt nur Kohlendioxid (CO2) in noch höherem Maße zum Klimawandel bei. Die Methanmenge in der Atmosphäre ist im vergangenen Jahrzehnt weltweit stark angestiegen.«

So heißt es in der Verordnung 2024/1787 »über die Verringerung der Methanemissionen im Energiesektor« von Parlament und Rat der Europäischen Union. Die Verordnung ist durchaus detailliert. Betreiber fossiler Energieanlagen sind verpflichtet, Methanemissionen regelmäßig zu messen. Das Ablassen und Abfackeln von Gasen soll verringert werden. Zwar merkt das Umweltbundesamt an, dass ein Großteil der weiter erfolgenden diffusen Methanemissionen in der Landwirtschaft von der Verordnung nicht erfasst ist. Aber angesichts des Rückgangs der Emissionen insbesondere durch das Ende des Steinkohlenbergbaus sei der Fortschritt immens: 95 Prozent weniger als 1990.

Eine besondere Bedeutung hat die EU-Verordnung dadurch, dass sie auch Erdgasimporteure verpflichtet. Die Lobbyverbände in den USA haben deshalb schlechte Laune und engagieren sich gegen ihre »Diskriminierung«. Gravierender ist der Datenmangel: Regelmäßige Messungen sind teuer. Wenn noch am Bohrloch gemessen wird, so schon beim Transport nicht mehr. Aus Satellitenüberwachungen sind große Methanlecks in den Weiten Russlands und Mittelasiens oder dem Permian Bassin in Texas und New Mexico bekannt. Eine Zuordnung zu einzelnen Erzeugern ist so aber kaum möglich. An einigen Stellen wäre es gar nicht falsch, wenn endlich mal ein Überwachungsstaat eingerichtet würde.