Das Stickstoff-Dilemma

Die konventionelle Landwirtschaft stellt eine immense Belastung von Umwelt und Klima dar
Peter Clausing. Lunapark21 – Heft 27

Im Jahr 1910 ließen sich die BASF ein chemisches Verfahren zur Ammoniaksynthese aus Stickstoff und Wasserstoff patentieren. Das von den späteren Nobelpreisträgern Fritz Haber und Carl Bosch entwickelte Verfahren stellt laut Wikipedia das „bedeutendste industrielle Verfahren zur Umwandlung des unreaktiven Luftstickstoffs in eine nutzbare Stickstoffverbindung (dar)“. Dies ist ein energieintensiver Prozess, bei dem Temperaturen von 500 Grad Celsius erforderlich sind. Seine erste Konjunktur hatte das Haber-Bosch-Verfahren im Ersten Weltkrieg, als große Mengen von Ammoniak zur Herstellung von Munition und Sprengstoff benötigt wurden. Die Namensgeber des Verfahrens standen ganz in deutsch-militaristischer Tradition. Fritz Haber gilt als „Vater des Gaskrieges“ im Ersten Weltkrieg und der jüngere Carl Bosch war während der Nazizeit „Wehrwirtschaftsführer“, also Spitzenfunktionär der NS-Kriegswirtschaft. Ähnlich wie zu anderen Anlässen – man denke an die Atomindustrie – wurden nach Kriegsende neue Absatzmärkten gesucht. Es begann die Ära des synthetischen Düngers.

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Für ein alternatives Agrarsystem weltweit

Ernährungssouveränität und die Gemeinsame Agrarpolitik der EU
Irmi Salzer. Lunapark21 – Heft 27

Der Begriff Ernährungssouveränität wurde 1996 beim Welternährungsgipfel der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) von La Via Campesina, dem weltweiten Bündnis von Kleinbauern, Landarbeitskräften, Menschen, die vom Fischfang leben, Landlosen und Indigenen als zukunftsweisende Alternative zum vorherrschenden Agrar- und Ernährungsmodell vorgestellt. Seit diesem Zeitpunkt ist Ernährungssouveränität das politische Leitmotiv einer wachsenden Anzahl von sozialen Akteuren aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Sektoren:

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Die lange Grüne Revolution

Von politischer Lobbyarbeit, Manipulation und Statistik-Fälschung

In einer 63-seitigen Analyse, die Anfang 2013 erschien, beschäftigt sich der britische Soziologieprofessor Raj Patel faktenreich mit den Mythen der Grünen Revolution. Der nachstehende Text ist zugleich Auszug und Kondensat dieser umfangreichen Übersichtsarbeit. Lunapark21 – Heft 27

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Bio-Landwirtschaft – Zukunft oder Irrweg?

Interview mit Godehart Hannig vom Kirchhof Oberellenbach
Lunapark21 – Heft 27

Immer wieder heißt es, Bio-Landwirtschaft sei etwas für reiche Großstädter und „Lohas“ („Lifestyle of Health and Sustainability“), die sich die teuren Preise für die Produkte leisten könnten. Tatsächlich sei biologische Landwirtschaft aufgrund der geringeren Erträge aber kontraproduktiv für die Ernährungssicherung.

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Bezahlt die Deutsche Bahn AG Fälscherwerkstätten?

Gefälligkeitsgutachten anlässlich 20 Jahre Bahnreform
Bernhard Knierim/Winfried Wolf. Lunapark21 – Heft 26

Die Deutsche Bahn AG ist bemüht, möglichst viele positive Stimmen zur Bahnreform in der Öffentlichkeit zu platzieren. Auffällig sind dabei zwei aktuelle Gutachten, die die DB AG selbst in Auftrag gegeben hat – eines bei der Unternehmensberatung Roland Berger und eines beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW).[1]

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„Der Chinese isst zu viel Fleisch (und ruiniert seine Gesundheit und unser Klima)“. quartalslüge

Winfried Wolf. Lunapark21 – Heft 25

Beim Thema Statistik wird oft der Satz zitiert „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Meist wird der britische Premier Winston Churchill als Autor genannt. Dafür gibt es keinen Beleg – wohl aber Indizien dafür, dass es die NSDAP-Propagandamaschine war, die diesen Spruch in die Welt setzte und Churchill zugleich als seinen Urheber ausgab.

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Der Preis des billigen Fleischs

Spannender Polit-Krimi von Wolfgang Schorlau
Kathrin Hedtke. Lunapark21 – Heft 25

Ausgerüstet mit Nachtsichtgerät und Infrarotkamera stapfen Jakob und seine Freunde nachts durch die Pampa. Ihr Ziel: Eine Putenmastanlage. Doch als die Tierschützer den Stall betreten, fällt die Tür hinter ihnen ins Schloss.

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Kadaverentsorgung offene See

Lunapark21 – Heft 25

Tiertransporte an Land sind grausam. Jahr für Jahr werden mehr als 400 Millionen Schlachttiere auf mörderischen Viehtransporten durch Europa oder über die europäischen Grenzen hinweg gefahren. Fast ein Tier pro EU-Bürger, das vor seinem Tod qualvoll viele Stunden und oft mehrere Tage lang auf Transporten leidet.

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Lasst es sein!

„Europäischer Tag der Meere“ 2014 in Bremen zelebriert die Jagd auf die Ressourcen
Burkhard Ilschner. Lunapark21 – Heft 25

Im Oktober 1984 sanktionierten europäische Staaten ungeachtet massiven Protestes von Umweltschützern und Gewerkschaften in Bremen die Ausbeutung der Meere. 30 Jahre später, im Mai 2014, wollen EU-Kommission und Landesregierung am „Europäischen Tag der Meere“ festlich die weitere Jagd auf Meeresressourcen vorbereiten. Erneut ruft ein breites Bündnis von Initiativen und Verbänden den Veranstaltern ein entschiedenes „Lasst es sein!“ entgegen.

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