Rezension: Karl-Heinz Roth, „Griechenland – was tun?“

Aus Lunapark21 – Heft 19

Karl Heinz Roth hat erstmals im Mai ein 95 Seiten dünnes, inhaltlich umso stärkeres Büchlein zur Krise in Griechenland vorgelegt. Es erscheint bereits in zweiter Auflage, bei welcher die Ergebnisse der Wahlen vom Juni 2012 und die Bildung der neuen Regierung unter Antonis Samaras Berücksichtigung finden. Ausgaben in englischer und in griechischer Sprache befinden sich in Vorbereitung.

Roth analysiert die wirtschaftliche Krise in Griechenland zunächst „im Sog der Weltwirtschaftskrise“, ohne dabei

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Krisenverschiebungen. Wieso das Krisenbündel 2007ff. bloß die Krise 1973ff. fortsetzt

Aus Lunapark21 – Heft 19

In der Geschichte des Kapitalismus gab es vier besonders bedeutsame zyklische Krisen: Die von 1825, mit der die (kapitalistische) Industrie nach Marx‘ Worten „aus ihrem Kindheitsalter heraus(trat)“, die von 1873, mit der der Übergang zum Imperialismus begann, die von 1929, die den staatsmonopolistischen Kapitalismus fest etablierte, und die von 1973, die gemeinhin als Krise des Fordismus bezeichnet wird.

Das Charakteristikum dieser großen Krisen ist,

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Das Reich der Reichen. Berlin, Breite Straße 29

Aus Lunapark21 – Heft 19

Im Zentrum Berlin steht an der Ecke Breite Straße/Gertraudenstraße zur Zeit ein kleines Ausstellungstürmchen. Pünktlich zur 775- Jahrfeier wird hier an die mittelalterlichen Anfänge der damaligen Doppelstadt Cölln/Berlin erinnert. Weiterhin wird die spätere Bedeutung der Straße als Zugang zum königlichen Schlosse hervorgehoben. Selbst ihre repräsentativen Funktionen im zweiten deutschen Staat, als sie „das Entree zum politischen Zentrum der DDR“ bildete, findet Erwähnung.

Nur eines fehlt. Eine Erinnerung an jene, die hier, genau hier, in zwei Revolutionen gekämpft haben.

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Fiskal-Bonapartismus. seziertisch nr. 156

Aus Lunapark21 – Heft 19

Das Grundgesetz verordnet eine strikte ausschließlich repräsentative Demokratie. Nur in der Nebenfrage der Neuordnung der Länder (Art. 29) sind Volksabstimmungen erlaubt.

An diesen Grenzen wird seit einigen Jahren von einigen Politologen und auch einer kleinen Bürgerbewegung gerüttelt. Ihre Bestrebungen mussten bis vor kurzem noch als randständig gelten.

Jetzt hat sich das geändert.

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Der Mensch als Humankapital – Die schöne neue Arbeitswelt

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Seit April ist der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm „Work hard – play hard“ von Carmen Losmann in den Kinos zu sehen. Die deutsche Filmemacherin, die an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert hat, recherchierte vier Jahre über Anspruch und Wirklichkeit moderner Großunternehmen, für die Arbeit und Freizeit ihrer Mitarbeiter immer mehr verschwimmen. „Work hard – play hard“ ist eine Redensart aus der amerikanischen Unternehmenskultur: Arbeite hart – feiere viel. Der Film löste heftige Diskussionen in Medien, blogs und sozialen Netzwerken aus. In LP21 äußert sich Carmen Losmann über ihren Film:

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Meist Studienschluss beim Bachelor: Bologna-Prozess und Frauen

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Mit der Einführung der neuen Studienarchitektur im Zuge des Bologna-Prozesses waren viele Hoffnungen und Befürchtungen verbunden. Die Reform zur Einführung einer gestuften Studienstruktur war äußerst umstritten und umkämpft. Kritisiert wurde, die Reform des Hochschulwesens diene in erster Linie der Verkürzung der Studienzeiten. Indem der Bachelor zum „Regelabschluss“ erklärt wird, soll das Individuum dem Arbeitsmarkt kostengünstiger, früher und damit länger zur Verfügung stehen.

Der Begriff der „Employability“ steht exemplarisch für die Verkürzung der Reformdynamik, die auf eine reine Verwertungslogik abzielt. Auf der anderen Seite wurden die

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Heft 18: Jagd nach Rohstoffen

lunapark 21 - heft 18 - Jagd nach Rohstoffenlunart Birgit Rüberg • Reise ins Licht editorial quartalslüge „Spanien muss sich endlich vom EU-Stabilitätsfonds helfen lassen“ kolumne winfried wolf … und jetzt noch Italien: Sie werden geholfen! welt & wirtschaft Gregor Kritidis • Griechenland vor einer autoritären Wende? Lucas Zeise • Banken brauchen noch mehr Staatsgelder Winfried Wolf • Die Achse Paris – Berlin hat einen neuen Knacks lunaluna Werner Rügemer • Die Freiheit der Arbeit. Die universellen Menschenrechte gelten auch für die Arbeitsverhältnisse soziales & gegenwehr Jörn Boewe & Johannes Schulten • Billigflughafen BER. Niedriglöhne & prekäre Beschäftigung am neuen Berliner Airport Gespräch mit Jens Gröger (ver.di): „Fast ausschließlich auf Leiharbeit gesetzt“ Patrick Schreiner • Besserverdienende zahlen mehr Einkommenssteuer – gut so! der subjektive faktor Urte Sperling • „Gemeinsam für unser Klinikum!“ Für eine Rückabwicklung der Privatisierung des Uniklinikums Gießen-Marburg lunart Pit Kinzer • Gerngroß Models Einkommensgrößen A – Z peripherie & zentrum Gerhard Klas • Eine unheilige Allianz: Hindunationalisten & Big Business Phil Mader • Rezension: Gerhard Klas „Die Mikrofinanz-Industrie“ Johannes Schulten • Ein erster Schritt: Argentinien verstaatlicht Ölkonzern YPF feminismus & ökonomie Klemens Himpele • Bologna-Prozess & Frauen: Meist Studienschluss beim Bachelor Gisela Notz • Wo ist denn der Chef? Frauen in Naturwissenschaften & Technik spezial >> neue & alte jagd nach rohstoffen Urs-Bonifaz Kohler • Das Rohstoff-Halali •Einsatz knapper Metalle & Rohstoffe bzw. Seltener Erden Manfred Dietenberger • Rohstoffkartierung: Das unbekannte Erbe der DDR Günter Pohl • Die Industrialisierung der anderen: Ressourcenreichtum in Südamerika Tomasz Konicz • Rattenrennen um die Arktis: Militärs & Konzerne und die Ressourcen Tomasz Konicz • Fracking-Fieber: Ökologisch desaströse Schiefergas-Förderung Gerold Schmidt • Erz oder Leben: Bergbauunternehmen als fünfte Gewalt in Mexiko lunart Matthias Schmeier • Ästhetik des Widerstands im Maßstab 1:35 lexikon Georg Fülberth • Dargebote, Rohstoffe, Abstoffe wissenschaft & ökonomie Steffi Ober & Bernhard Knierim • Occupy Forschung & Innovation! kultur & gesellschaft Interview mit Carmen Losmann zum Dokumentarfilm „Work hard – play hard“ geschichte & ökonomie Thomas Kuczynski • Der erste Bericht an den Club of Rome: Vierzig Jahre Diagnose zeit & ort Sebastian Gerhardt • Dollars & Träume: Geben ist seliger als nehmen seziertisch nr. 155 Georg Fülberth • Fiskalpakt plus

[quartalslüge] „Spanien muss sich endlich vom EU-Stabilitätsfonds helfen lassen“

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Spätestens seit dem 7. Juni, als Fitch das Rating des Landes gleich um drei Stufen herabstufte, ist klar: Der nächste Kandidat für eine Staatspleite in Euroland ist Spanien. Wie zuvor bei Griechenland, dann bei Irland und Portugal boten die EU-Kommission und insbesondere die deutsche Bundesregierung viele Wochen lang „Hilfe“ an und forderten, Spanien müsse „unter den EU-Rettungsschirm“. „Helfen“ meint in der Regel einen Vorgang in beiderseitigem Einverständnis. In diesem Fall handelt es sich um einen Imperativ: „Spanien muss sich helfen lassen“, so die Überschrift in der Süddeutschen Zeitung (6.6.2012). Aus einem Plump-Deutsch-Scherz wird ernst: „Sie werden geholfen.“

Bemüht werden Stereotypen, wonach

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[kolumne winfried wolf] … und jetzt noch Italien: Das Ende der Sonderfälle – die neue europäische Krise

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Spätestens seit dem Offenbarungseid der Regierung Rajoy, wonach die spanische Bankenkrise nicht mehr mit eigenen Mitteln eingedämmt werden kann, ist offenkundig: Griechenland ist keine Ausnahme. Und Portugal und Irland sind keine Sonderfälle. Die grundlegenden Elemente dieser strukturellen Krise – ein aufgeblähter Bankensektor mit vielen faulen Krediten, eine hohe öffentliche Schuld, die mit Bankenhilfen erhöht wurde, eine von der EU diktierte „Stabilitätspolitik“, mit der man sich in die realwirtschaftliche Krise hineinspart – sind in den meisten Ländern der Eurozone anzutreffen.

Das „Besondere“ bestand bisher lediglich darin, dass es sich bei den ersten

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Griechenland vor einer autoritären Wende?

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Die Wahlen in Griechenland vom 6. Mai haben ein politisches Erdbeben ausgelöst, dessen Schockwellen bis nach Paris und Berlin spürbar geworden sind. Beide große Parteien, die konservative Nea Dimokratia (ND) und die ehemals sozialistische PASOK, wurden für ihre Unterstützung der Krisenpolitik der Troika (bestehend aus Vertretern der EZB, der EU-Kommission und des IWF) massiv abgestraft. Aber auch die rechtsradikale LAOS, die sich zeitweise an der Regierung der großen Koalition unter dem ehemaligen Zentralbanker Lukas Papadimou beteiligt hatte, musste Federn lassen und verpasste den Wiedereinzug in das griechische Parlament.

Die von den Gläubigern des Landes diktierte und von der Troika umgesetzte soziale und wirtschaftliche Zerrüttung des Landes, die Hunderttausende Menschen in teilweise bitterste Armut gestürzt hat, hat

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