Legale und sichere Fluchtwege schaffen!

Aus: LunaPark21 – Heft 31

Die Tragödie, die Ende August bekannt wurde, als die österreichische Polizei 71 tote Flüchtlinge in einem an einem Autobahnparkplatz südlich von Wien abgestellten LKW entdeckte, hat nochmal schmerzlich in Erinnerung gerufen, wie gefährlich und oftmals tödlich die Flucht nach Europa immer noch ist. Dabei hat sich Europa, so scheint es immer wieder, schon längst an die Toten im Mittelmeer und in der Ägäis gewöhnt. Doch 71 Tote, im Herzen von Europa, das war neu.

Der wahre Skandal, der sich angesichts dieser Tragödie offenbart, ist jedoch nur in zweiter Linie die immer wieder auftretende Skrupellosigkeit mancher Schlepper und Schleuser. Der wahre Skandal ist vielmehr

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Refugees welcome?

Es gibt viele Arten zu töten.
Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen,
einem das Brot entziehen,
einen von einer Krankheit nicht heilen,
einen in eine schlechte Wohnung stecken,
einen durch Arbeit zu Tode schinden,
einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw.
Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.

Bertolt Brecht

Aus: LunaPark21 – Heft 31

Er fehlt zur Zeit in keinem Zeitungs-, TV- oder Radiobericht über Flüchtlinge der Begriff “Willkommenskultur”. Er soll das „Gute Deutschland“ suggerieren, das angesichts des Elends der vielen Schutzsuchenden aus „moralischen“ Gründen die Grenzen öffnete. Tatsächlich wurde diese einmalige kurzfristige Öffnung für Tausende Flüchtlinge von ihnen selbst durchgesetzt und selbstverständlich bleibt das grundsätzliche Ziel der Politik – nämlich „Abschottung und Abschiebung” – weiterhin bestehen, was die aktuelle Medienberichterstattung gerne übersieht.

Denn seit Monaten wird die

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Krumpendorf (Kärnten, Österreich)

Aus: LunaPark21 – Heft 31

Krumpendorf in Kärnten zeigt, wie der Alltag von Flüchtlingen verbessert werden kann und gleichzeitig der Ort davon profitiert.

Alles begann Anfang Juli. Eine Bewohnerin aus Krumpendorf ging, wie sonst auch, mit ihrem Hund an der Leine am Nordufer des Wörthersees spazieren. Täglich begegneten ihr jetzt auf dieser Runde Menschen aus anderen Ländern. Immer, wenn sie sich näherte, wichen diese zurück. Zwei Wochen lang hat sich die Dame gewundert, bis es ihr dann genug war. Inzwischen

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„EVERYBODY IS WELCOME“. Krumpendorfs Sommer der Menschlichkeit

Aus: LunaPark21 – Heft 31

Es waren in Summe etwa 2500 Menschen, die in Krumpendorf zusammen mit den Asylwerbern der Zeltstadt Krumpendorf ein „cometogether“ gestalteten. Nach der fulminaten „Act together-Nacht“, bei der die Künstlergemeinschaft Klafum angesagte Bands wie Matakustix, Die Unvollendeten, the Talltones, Gran Tourismo und Hans Walluschnig zu einem Benefiz auf die Seeterrasse einlud, ging es Schlag auf Schlag. Eine Rocknacht mit der Ring Fire Gordon Band, ein Marsch durch Krumpendorf mit der Express Brass Band, das „Rhythm of Africa“-Konzert, Olenka, Hans Waluschning und Inanna Frey, Martin Chase, ein Kabarettabend mit Christian Hölbling, ein Filmabend, eine Messe mit ProfiläuferInnen aus Kenia, Kochen bei der Schiffsprozession, ein Fußballspiel: Zentraler Ort war jeweils

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Wasser statt Mauer. Der Papst, die Migration und Ellis Island

Aus: LunaPark21 – Heft 31

In seiner Rede vor dem US-Kongress ging Papst Franziskus auch auf die weltweiten Fluchtbewegungen ein. Er ist ein erfahrener Prediger. Als Chef der katholischen Kirche weiß er, wie man um die Zustimmung eines Publikums wirbt. Dem Parlament der einzigen Weltmacht schmierte er deshalb Honig ums Maul: „Wir, die Menschen dieses Kontinents, haben keine Angst vor Fremden, denn die meisten von uns sind einst selbst Fremde gewesen. Ich sage dies als Sohn von Immigranten, wissend, dass viele von Euch auch von Immigranten abstammen.“ Ob die gewünschte Wirkung aber eintritt – das steht auf einem anderen Blatt. Werden die durchweg reichen Politprofis Washingtons, oder wenigstens einige ihrer Sponsoren und Wähler, sich nun mit den armen Flüchtlingen verbunden fühlen, die die Grenzen der USA erreichen? Zweifel sind angebracht. Kaum ein Ort macht das deutlicher, als eine Insel vor New York: Ellis Island.

Lange Zeit hatte der wichtigste US-Atlantikhafen keine

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[lexikon] Deutsches Märchen

Aus: LunaPark21 – Heft 31

Am 13. Juli 2015, nach der Kapitulation von Alexis Tsipras, war Rolf-Dieter Krause, der Brüsseler ADR-Korrespondent, der in den Wochen vorher gegen Syriza gehetzt hatte, doch etwas blass um die Nase: Heute sei mit „Europa“ etwas Bedenkliches passiert. Die so genannte Wertgemeinschaft hatte sich als deutsches Diktat entpuppt, mit einer Marionettenregierung in Athen. Bei Demonstrationen in Griechenland waren während der vorausgegangenen Auseinandersetzungen Bilder Angela Merkels zu sehen: mit Hitler-Bärtchen. Brennende Flüchtlingsheime in deutschen Kleinstädten waren eine zusätzliche Illustration: Reich des Bösen.

Acht Wochen später sah das anders aus. Die Bundeskanzlerin

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Migration & Heiratsökonomie

Träume und Kosten für Drittstaatsangehörige in Österreich
Irene Messinger. Lunapark21 – Heft 26

Der Preis einer Staatsbürgerschaft wurde kürzlich so offen wie selten thematisiert: Malta verleiht gegen eine Zahlung von 650000 Euro die begehrte EU-Staatsbürgerschaft, Reise- und Niederlassungsfreiheit innerhalb der Union sind dabei bereits eingeschlossen.

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Werttransfer durch Migration

Zur Überausbeutung der sogenannten „Dritten Welt“
Michael Pröbsting. Lunapark21 – Heft 25

Vor dem Hintergrund zunehmender Krisenerscheinungen in der kapitalistischen Ökonomie versuchen die großen Konzerne, ihre Profite mit allen erdenklichen Mitteln zu erhöhen. Dabei spielt das Erzielen von Extraprofiten eine immer größere Rolle – also das Erzielen von Profiten, die über der durchschnittlichen Rate liegen.

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Ford-Streik Köln 1973-2013

Lunapark21 – Heft 23

Der Streik bei Ford in Köln Ende August 1973 – der auf den folgenden sechs Seiten Thema ist – ist ein entscheidender Markstein in der Geschichte der Arbeiterbewegung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Ja, der Arbeiterbewegung in Deutschland, nicht der „deutschen Arbeiterbewegung…“

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Ein türkischer Streik in Deutschland

40 Jahre Ford-Streik 1973-2013
Lunapark21 – Heft 23

Eine Montage aus zeitgenössischen und aktuellen Beiträgen, Aussagen von Beteiligten und einem Gespräch zwischen Mara Elskamp, Gymnasiastin (18 Jahre), Peter Bach, Rentner und Beteiligter am Ford-Streik 1973 (66 Jahre) und – für LP21 – Joachim Römer, Künstler (56 Jahre).

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