Wenn der Geist zum Eigentum wird. Internet und Urheberrecht

Aus Lunapark21 – Heft 19

„Mein Kopf gehört mir“: So dümmlich lautete die Parole eines Aufrufs im Handelsblatt im April dieses Jahres, unter den einige deutsche „Denker, Tüftler und Dichter“ aus der Heerschar der „1 Million Kreativen“ ihre Unterschrift setzten. Es war nur eines von vielen öffentlichen Pamphleten dieses ersten Halbjahres 2012 an die Adresse der „Raubkopierer“, mit denen ihrem Treiben Einhalt geboten worden sollte.

Die Anleihe des Spruchs aus der Bewegung für den legalen Schwangerschaftsabbruch passierte wohl nicht zufällig. Im Propagandakrieg zwischen den Piraten und ihren Anhängern aus der Netzgeneration und den Urhebern und ihren Rechteverwertern setzen letztere immer mehr darauf,

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Die bedrohten Alternativen. Gleichgeschaltete Medien in der Finanzkrise

Aus Lunapark21 – Heft 19

Mehr denn je erhält man den Eindruck gleichgeschalteter (bürgerlicher) Massenmedien. Gerade in der aktuellen (europäischen) Finanzkrise schallt uns – teilweise wortgleich – die Alternativlosigkeit ihrer Interpretation als Schuldenkrise sowie die der entsprechend auf Spardiktate eingestellten wirtschaftspolitischen Maßnahmen entgegen.

Da die Meinungsvielfalt dennoch als hohes Gut der Demokratiestaffage nicht aufgegeben werden soll, weil nicht zuletzt auch

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Österreichs Medien fest in deutscher Hand

Aus Lunapark21 – Heft 19

Ein durchschnittlicher österreichischer Zeitungskiosk unterscheidet sich kaum von seinem deutschen Pendant. Was die Auswahl der Medientitel anlangt, fällt einem gelernten Menschen mit österreichischem Pass gar nicht mehr auf, dass hierzulande die meisten Wochen- und Monatszeitschriften aus deutschen Häusern stammen. Diese machen sich nicht einmal die Mühe, Adaptionen für den österreichischen Markt vorzunehmen. Das hat den Vorteil, dass die interessierte Leserschaft über die deutsche Innenpolitik meistens gut informiert ist.

Dieser Zustand deutscher Medienmacht spiegelt die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes wider.

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Vielfalt auch bei linken Blättern. Die Medienlandschaft in der Deutschschweiz

Aus Lunapark21 – Heft 19

Im Land der Nummernkonten, Briefkastenfirmen und Fluchtgelder, im Staat des Bankgeheimnisses, der Hochfinanz und Rohstoffhändler (siehe Lunapark 18), in der kleinbürgerlich-bäuerlich geprägten Gesellschaft mit ihrer Allparteienregierung, ihren Vorbehalten und der niedrigen Arbeitslosigkeit – in diesem Gebilde also, wo immer noch viel Milch, Schokolade, Honig und Käse zu fließen scheinen: Kann es da überhaupt eine Linke geben? Und mit ihr auch linke Publikationen?

Die Antwort mag Außenstehende verblüffen. Aber die Schweiz ist

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Schau mir in die Daten, Kleines!

Aus Lunapark21 – Heft 19

Wie immer das genau gemeint war, als Rick, alias Humphrey Bogart, in „Casablanca“ zu Ilsa, alias Ingrid Bergmann, „Schau mir in die Augen, Kleines“ nuschelte: Der Inhalt, der damit transportiert wird, erinnert an Facebook. Es erinnert daran, dass man in einem „Gesichtsbuch“ durchaus abgrundtief Gedanken lesen kann.

Eben: „Schau mir in die Augen, reich mir Deine Daten, Kleines!“ Jedenfalls wissen das

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Der Mensch als Humankapital – Die schöne neue Arbeitswelt

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Seit April ist der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm „Work hard – play hard“ von Carmen Losmann in den Kinos zu sehen. Die deutsche Filmemacherin, die an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert hat, recherchierte vier Jahre über Anspruch und Wirklichkeit moderner Großunternehmen, für die Arbeit und Freizeit ihrer Mitarbeiter immer mehr verschwimmen. „Work hard – play hard“ ist eine Redensart aus der amerikanischen Unternehmenskultur: Arbeite hart – feiere viel. Der Film löste heftige Diskussionen in Medien, blogs und sozialen Netzwerken aus. In LP21 äußert sich Carmen Losmann über ihren Film:

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Eine unheilige Allianz. Hindunationalisten und Big Business

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Im Windschatten der Anschläge des 11. September ereignete sich eines der blutigsten Progrome im unabhängigen Indien: Am 28. Februar 2002 gingen im indischen Bundesstaat Gujarat Hindunationalisten mit Brandschatzungen und Vergewaltigungen gegen die muslimische Minderheit vor; der rasende Mob tötete mehr als 2000 Muslime.

Die Empörung der Weltöffentlichkeit hielt sich damals in Grenzen. Narendra Modi, der Ministerpräsident des Bundesstaates, hielt schützend seine Hand über die Täter. Er ist

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Wanderoper Brandenburg: Ein Modell für Kultur in der Provinz?

Aus: LunaPark21 – Heft 17

„Die Zauberflöte“ ist eine der weltweit bekanntesten und am meisten gespielten Opern von Wolfgang Amadeus Mozart. Bereits Kinder fiebern mit, ob Papageno seine Papagena bekommen wird und Tamino seine Pamina. Auch die Musik Mozarts zieht Jung wie Alt in ihren Bann. Vor allem Streicher und Klavier, Flöte und Glockenspiel sind die vertrauten Begleiter des Geschehens auf der Bühne. Eher ungewöhnlich sind da Akkordeon- und Saxophon-Töne und der Klang einer Hammond-Orgel in einer „Zauberflöten“-Inszenierung.

Nicht so in der musikalischen Fassung dieser Mozart-Oper durch die Wanderoper Brandenburg. Ihr Gründer, Intendant und Regisseur Arnold Schrem hat dies gewollt, denn auch seine

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