Eine Frage des Überlebens

Begegnung mit zwei jungen Autorinnen in Gaza

Lange hat Ala’a durchgehalten, festgehalten an dem Gedanken, ihr Haus im Stadtteil Al Shuja’iyah im Süden von Gaza nicht zu verlassen. Doch wissend, dass israelische Streitkräfte ihre Bombardierungen der Stadt Tag um Tag ausweiten würden, ist aus dem ›wir bleiben auf jeden Fall in unserem Haus‹ ein ›gerade verlassen wir unser Haus und ziehen südwärts. Jetzt sind auch wir Vertriebene‹ geworden. Und dann, inmitten des Chaos, erhalte ich eine WhatsApp-Nachricht: »Mein Cousin ist bei der Evakuierung durch einen Beschuss ums Leben gekommen«.

Ala’a Obaids Kriegstagebuch aus Gaza ist eine von vier Erzählungen in dem Sammelband »Voices of Resistance«, der jüngst im englischen Comma-Verlag erschienen ist: Versuch, den Kriegsalltag und das Unsagbare zu dokumentieren. Damit am Ende niemand sagt, es habe sie und ihre Familien nicht gegeben. Jeder Tag kann der letzte sein. Tauschwirtschaft ist längst dumpfer Alltag; Eintrag vom 1. Januar 2025:

»Heute ist der sechste Geburtstag meiner Tochter Rusal. Rusal: mein süßes, zartes Kind, das inmitten der Härte des Krieges aufwächst. (…)

Nachdem ich eine Freundin besucht habe, um ihr mein Beileid zum Tod ihres Mannes auszusprechen, beeile ich mich, einen Geburtstagskuchen für Rusal vorzubereiten. Als ich die Zutaten zusammensuche, stelle ich fest, dass ich keine Eier habe. Ich zögere nicht lange, gehe hinaus, suche den Markt ab, frage jeden Verkäufer: ›Haben Sie ein Ei? Ich brauche nur eins.‹ Die Antworten sind immer die gleichen: ›Die haben wir nicht mehr auf Lager. – Sie sind zu teuer – Wir verkaufen sie nicht mehr.‹ 

Ich weigere mich, aufzugeben. Rusal soll doch nicht enttäuscht werden. Als die Sonne schon untergeht, Erschöpfung einsetzt, fragt mich ein älterer Verkäufer, warum ich so verzweifelt nach einem Ei suche. ›Es ist der Geburtstag meines kleinen Mädchens‹, sage ich ihm. ›Ich möchte einen Kuchen backen.‹ Er lächelt. ›Du bist entschlossen zu feiern, sogar inmitten des Krieges? Das ist schön.‹ Er geht in sein Zelt und kommt mit einem Ei zurück. ›Das letzte, das ich habe‹, sagt er und reicht es mir. ›Alles Gute zum Geburtstag für deine Tochter.‹ Tränen steigen mir in die Augen. Ich danke ihm von ganzem Herzen und eile nach Hause, als die Dunkelheit über die Stadt hereinbricht.

Meine Mutter hat schon gewartet und schimpft: ›Wo warst du so lang? Es ist schon dunkel!‹ Ich halte das Ei hoch, lächle, und sie versteht. Wir machen uns an die Arbeit. Es bräuchte ein paar Eier mehr, aber wir haben Essig als Ersatz. Als der Kuchen fertig ist, versammelt sich unsere kleine Familie in unserem winzigen Zimmer mit Asbestwänden. Wir drängen uns umeinander und singen Happy Birthday. Es gibt keine Kerzen zum Ausblasen. Kerzen sind nicht wichtig, was zählt, ist, dass wir zusammen sind.  ›Ich wünsche mir, dass der Krieg zu Ende ist. Ich wünschte, wir könnten Baba wiedersehen,‹ sagt Rusal. Ihre freudigen Augen lassen meine Erschöpfung, allen Kummer gehen. Sie gibt mir etwas, an dem wir uns festhalten können. So grausam der Krieg.«

Ala’a ist 32 Jahre alt, vermittelt Jüngeren kreatives Schreiben, unterrichtet Bibliothekswesen und Medien im Kulturzentrum ihres Viertels. Ständig ist sie in Bewegung. Das Foto auf ihrer WhatsApp zeigt sie lächelnd am Steuer eines Autos. Sie arbeitet mit Kindern und Jugendlichen für eine internationale Hilfsorganisation in Gaza. Das bedeutet ein wenig finanziellen Halt in diesen Tagen. »Wir haben all das nicht verdient,« sagt sie. »Wir möchten in Würde weiterleben.« Für ihre drei Kinder sucht sie einen Weg raus aus Gaza. Sie recherchiert Programme zur Rettung von Künstler:innen und Autor:innen in Not.

Aus Gaza herauszukommen ist schwer, es braucht die Zustimmung der israelischen Autoritäten. Sondos Sabra ist, 25-jährige Übersetzerin in Gaza, ist eine der Autorinnen von »Voices of Resistance«.  Ihre Evakuierung aus Gaza durch ein französisches Hilfsprogramm schien sicher. Ihre Sachen waren gepackt. Dann tauchte ein Post in den sozialen Medien auf, offenbar mit Israel-feindlichem Bezug, und das französische Programm stoppte alle seine Evakuierungen. Bis auf Weiteres.

So wartet Sondos weiter. »Das Leben in einem Zelt auf Dauer kann ich mir nicht vorstellen«, sagt sie. »Ich habe das schon mal ein paar Tage mitgemacht. Aber wer weiß, was alles noch auf uns zukommt.«

Sondos ist Gründungsmitglied der Shaghaf-Jugend-Initiative, die Diskussionen um Schreiben und Literatur initiiert. Im Dezember 2023 werden drei ihrer Nichten und Neffen durch eine Rakete getötet. In »We Kill Terrorism«, einem rund 20-seitigen Abschnitt in ihrem Kriegstagebuch, reflektiert sie die Vorfälle:

»Mein sechsjähriger Neffe Omar wurde von einem Granatsplitter am Kopf getroffen und war auf der Stelle tot. Sein Bruder Ahmad, seine Schwester Aya und die kleine Nichte Sila wurden verwundet und bluteten. (…) Aya war in der Seite verwundet, Ahmad an Brust und Beinen. Obwohl Samir selbst eine Schrapnellverletzung am Hals erlitten und einen Zahn verloren hatte, rannte er auf die Straße, um einen Krankenwagen zu finden. Vergebens. Verwundete sterben zu Tausenden auf den Wegen oder in ihren Häusern, weil es nicht genug Krankenwagen gibt.

Als ich die Nachricht erhielt, versuchte ich, das Rote Kreuz zu kontaktieren und kam schließlich durch.

›Hallo mein Schatz, hier ist das Rote Kreuz, wie können wir helfen?‹ ›Hier ist Sondos, ich brauche einen Krankenwagen, um die Kinder meiner Schwester ins Krankenhaus zu bringen. Sie sind in Shuja›iyya gefangen in einem Haus, das einem …‹ ›Es tut uns leid, Schatz, wir können nicht helfen. Die israelische Armeehindert uns, Shuja›iyya zu betreten.‹ (…)

Heute Morgen kam die Nachricht, dass die Fahrzeuge der Besatzung etwas zurückgezogen wurden. Gelegenheit, die Verletzten und die Leichen der Gefallenen zu bergen. Medizinische Hilfe war nicht verfügbar. Die Nachbarn versuchten, die Verletzten auf Pferdewagen zum Ahli-Baptistenkrankenhaus zu transportieren, das alle Verwundeten vorübergehend aufnimmt, seit al-Shifa angegriffen wurde. (…)

Die Kinder meiner Schwester wurden in aller Eile begraben, ohne die Möglichkeit, sich zu verabschieden. Keine Leichentücher bewahrten ihre Körper. Sie wurden begraben in den Decken, in denen sie gelegen hatten, um zu schlafen, um Ruhe zu finden, die ihnen die Wirklichkeit verwehre. Unser Trost ist, dass sie sich jetzt in den Gärten des Paradieses wandeln.

Die israelische Besatzung, so scheint es, hat jedes Recht, alles vom Antlitz der Erde auszulöschen. Und niemand, so scheint es, hat das Recht, Israel zu kritisieren. Schließlich retten sie die Menschheit vor den Übeltätern, als ob sich der Terrorismus in der Wärme eines Hauses versteckte, in den Glocken der Kirchen oder den Minaretten der Moscheen, zwischen den Seiten von Büchern, in den Straßen und Gassen des Flüchtlingslagers oder sogar inmitten der Zelte der Vertriebenen.«

Der britische Comma Verlag hat die Rechte für „Voices of Resistance” in über ein Dutzend Länder und in über ein Dutzend Sprachen verkauft. »Nur einen deutschen Verlag haben wir nicht gefunden«, so Verleger Ra Page. Er weiß von früheren Veröffentlichungen, dass dies Zeit braucht. Gerade in der Bundesrepublik sind Übersetzungen über den Gaza-Krieg ein Bohren dicker Bretter.

Martin Gerner ist freier Autor, Journalist und Filmemacher. Er lehrt zu Konflikten und Medien, berichtet aus Krisenregionen.

Link zum Buch: https://commapress.co.uk/books/voices-of-resistance

Übersetzung: Martin Gerner, mit freundlicher Autorisierung des Verlags

Abod Nasser – Strategies of Surviving Abod Nasser, 25, ist Animations-Künstler, geboren in Gaza. »Die Zeichnungen sollen kein Mitleid beim Leser wecken, kein unmittelbares Kriegsgeschehen abbilden und in keiner Weise um Sympathie betteln. Vielmehr ist es der Versuch, das Leben in Gaza verständlich zu machen. Und das zu einem Zeitpunkt, da wir gezwungen sind, unser Leben von Null auf neu zu erfinden, um zu überleben,« schreibt er im Vorwort zu seinem Cartoon-Buch Strategies of Surviving. Die 60 Zeichnungen sind in Kapitel unterteilt: Wasser – Wohnen – Strom – Kochen – Benzin – Verkehrsmittel – Kleidung – Unterhaltung. Letztere lebt. Der Autor zeichnet vom Strauch gepflückte und getrocknete Molokhia-Blätter, auf die flüssiges Nikotin getröpfelt wird, bevor mit Papier daraus eine gedrehte Zigarette wird. Zigaretten sind in der Kriegsnotwirtschaft unerschwinglich geworden. Der vorliegende Band wurde Ende September auf dem LICAF Cartoon-F estival in England vorgestellt. Abdruck von zwei Seiten aus dem Kapitel »Wasser« mit freundlicher Erlaubnis des LICAF-Festivals.

Cartoonistin in Gaza: »Zeichnen bedeutet, dass ich noch am Leben bin«

Begegnung mit der Cartoonistin Safaa Odah

Die anhaltenden Offensiven des israelischen Militärs gegen die Hamas im Gaza-Streifen zwingen die Palästinenser:innen immer wieder zur Binnenflucht. Die Ohnmacht der Menschen spiegelt sich in den Arbeiten der dort lebenden Künstler:innen. Zu ihnen zählt die Zeichnerin Safaa Odah. Zehn Tage nach dem Versuch, Kontakt mit ihr über Internet aufzunehmen, kann ich ihr endlich ins Gesicht sehen. Über ein Video, das sie aus dem Gaza-Streifen auf mein Handy schickt.

Safaa trägt ein buntes Kopftuch. Schwarzen Kaftan bis zum Boden. Mit dem Finger zeigt sie auf Plastikplanen über ihrem Kopf. Sie böten kaum Schutz vor der sengenden Sonne, Wind und anhaltender Kälte nachts, erzählt sie auf Arabisch. Ihre Stimme spricht gegen das Röhren der Drohnen an, die am Himmel unaufhörlich brummen und alles überwachen: »Nach der Vertreibung meiner Familie aus Rafah bin ich jetzt in Al-Mawasi, einem Vorort von Khan Younis im südlichen Gaza-Streifen. Ich lebe hier in einem Zelt, einer Notunterkunft.«

Ausgehende Essensvorräte und ständige Angst

Die israelische Kriegsführung drängt immer mehr Menschen in abgelegene Landstreifen wie in Al Mawasi. Safaa Odah hat mit ihrer Familie mehrfach die Unterkunft wechseln müssen. »Ich lebe in ständiger Angst«, erzählt sie, »manche Einschläge und Detonationen sind ganz nah. Militärfahrzeuge, die ich sehen kann, sind weniger als einen Kilometer entfernt. Die Ernährungslage ist katastrophal und verschlechtert sich mit jedem Mal, wenn der Krieg sich wie jetzt zuspitzt.«

Dann steht Safaa auf, stützt sich auf einen Stapel von Matratzen: »Ich lebe hier mit meinen Eltern und weiteren zwanzig Personen auf engstem Raum. Unsere Essensvorräte gehen zur Neige. Wir wissen nicht, was wir essen sollen, wenn sie aufgebraucht sind.«

Hunger als Waffe? Israel steht deshalb am Pranger. Den Krieg gegen die Hamas zahlt vor allem die Zivilbevölkerung. Safaa Odah ist Mitte 20. Genauer nachzufragen ist aus kulturellen Gründen für mich nicht passend, sagt mir Nadia Hodali, die Übersetzerin der kleinen Texte in ihrem Cartoon-Buch, die in Ramallah, im Westjordanland lebt.

Kostbares Zeichenpapier, fehlendes Tablet

Safaa hat einen Master in Psychologie. Zeichnerisch ist sie Autodidaktin. Vor dem Krieg besaß sie ein Tablet. »Ohne mein Tablet zeichne ich jetzt nur noch auf Papier. Ein Fehler kostet mich jedes Mal ein ganzes kostbares Blatt Papier. Früher konnte ich Zeichenfehler sekundenschnell digital ausradieren, Farben einsetzen und korrigieren oder alles wegwischen und neu anfangen. Jetzt geht nichts mehr davon. Das zermürbt mich«, erzählt sie seufzend.

Gerade ist ihr erstes Cartoon-Buch erschienen. Erwerbbar auf der Kunsthandel-Internetseite Etsy. Auf dem Einband ihres Cartoon-Buches heißt es »Zeichen-Tagebuch von Oktober 2023 bis Dezember 2024«. Darin gibt es ein Selbstportrait: Ein Mädchen im Schlaf, Koffer in der Hand, Rucksack auf dem Rücken. Auch nachts und im Schlaf, suggeriert die Botschaft des Cartoons, gilt es jederzeit gerüstet zu sein für den Notfall.

Eine andere Zeichnung zeigt einen Engel, der heruntergestiegen ist zur Erde und mit Nadel und Faden versucht, den Körper eines Opfers wieder zusammenzuflicken. Utopisch und sehr menschlich zugleich.

In dem etwa 30 Quadratmeter großen Zelt leben mehrere Familien dicht an dicht. Der Krieg treibt Safaa vor sich her. An immer neue Orte der Binnenflucht. »Jedes Mal, wenn wir gezwungen sind, weiterzuziehen, beginnt ein neues Leben. Man sucht seine Routine darin, soweit das möglich ist. Jeder hat seine Aufgaben: Ich muss kochen. Handys aufladen gehen an Ladestationen, die oft Kilometer weit entfernt sind. Starke Winde zerfetzen derweil die Zeltplanen, Stangen brechen. Unsere Zeltstoffe bezahlen wir selbst, das sind alles keine Hilfsgüter.« Ihre Familie habe ein paar Rücklagen für solche Notfälle gebildet, erzählt sie. Einige bunte Kanister stehen in der Hitze, im Schatten der Zeltplanen. »Ich gehe Kilometer weit, um mein Handy und das der Anderen aufzuladen«, erzählt Safaa.

Wenn Zeichnen zur Gefahr wird

Wie gefährlich ist es, im Krieg Karikaturen zu zeichnen? Charlie Hebdo, die Toten von Paris und der Krieg der Karikaturen sind auf einmal in meinem Kopf. Nada Hodali, Safaas Übersetzerin in Ramallah, sagt: »Es ist gefährlich.« Safaas Arbeiten erscheinen in palästinensischen sozialen Medien, auf ihrem Facebook- und Instagram-Account. Ihre Zeichnungen kommen an, weil sie nicht politisch sind. Sie meinte unlängst: »Wie immer Andere über meine Arbeit denken, ich möchte meine Stimme zu Gehör bringen.«

Mohammad Saba’aneh ist eine Generation älter, auch palästinensischer Cartoon-Zeichner und lebt im Westjordanland. Er wurde vor dem aktuellen Krieg verhaftet und verfolgt wegen seiner Zeichnungen, von israelischer Seite wie von Hamas und anderen palästinensischen Gruppen, erzählt er. Er lobt Safaas Arbeit. »Ihre Cartoons leben von persönlichen Erlebnissen des Massakers, von Alltagserfahrungen im Gazastreifen. Sie vermag Bilder zu schaffen, die dem Grauen ein menschliches Antlitz verleihen. Mit wenigen Strichen. Berührend, eindringlich.« In Safaas Zeichnungen ist der Krieg zwar permanent spürbar. Aber ohne sichtbares Feindbild. Vielmehr zeichnet sie über die eigene Existenz und Not und über die ihrer Mitmenschen. Mild und mit einem lauten Schrei zugleich.

In ihrem Zelt in Al Mawasi in Khan Younis ist zur Zeit alles andere wichtiger als Zeichnen. Es gebe keinen Strom, kein fließend Wasser. Auch dafür müssen die Menschen oft kilometerweit gehen, erzählt sie. »Wir leben in einer schrecklichen Zeit. Dennoch zeichne ich weiter. Zeichnen bedeutet für mich Leben. Zeichnen heißt, dass ich noch am Leben bin. Es gibt mir Hoffnung inmitten all der endlosen Kämpfe.«

Martin Gerner ist freier Autor, Journalist und Filmemacher. Er lehrt zu Konflikten und Medien, berichtet aus Krisenregionen. Bekannt wurde er durch seine Arbeit über Afghanistan – nun richtet er den Blick auf Palästina.

Safaa and the Tent. Diary of a Cartoonints from Gaza Oct 2023 – Dec 2024
Das Buch auf der Website Etsy (englisch):
https://www.etsy.com/de/listing/1873916928/safaa-und-das-zelt-das-tagebuch-der

Kohleausstieg bleibt Handarbeit

Michael Zobel, Wald- und Naturführer im Hambacher Forst, im Gespräch mit Martin Gerner

Über 70 Monate gibt es Ihren Sonntagsspaziergang im Hambacher Wald. Im Mai wird der Spaziergang sechs Jahre alt. Er ist zu einer Art Bewegung geworden. Warum gewinnt dieses Treffen stetig an Zulauf?

Michael Zobel: Im Frühjahr 2014 fragte meine Partnerin Eva Töller mich: „Warst Du schon mal im Hambacher Forst?“ Nö, war ich nicht. Am 26. April 2014 waren wir zum ersten Mal da. Haben einen wunderbaren Wald kennengelernt, damals deutlich größer als heute. Damals lebten bereits seit zwei Jahren junge Menschen auf Baumhäusern im Wald, um den Rest dieses einstmals größten Waldes des Rheinlands vor der Abholzung für den nahenden Braunkohletagebau zu retten. Die Begegnungen haben uns so beeindruckt, dass die Idee einer Führung im Hambacher Forst entstand. Für mich als Naturführer und Waldpädagoge naheliegend. Am 11. Mai 2014 war die erste Sonntagsführung mit 50 Teilnehmern. Das war die Initialzündung für regelmäßige Spaziergänge, einmal im Monat sonntags. Beim größten Spaziergang am 18. September 2018 sind hier 15.000 Menschen erschienen. Seit damals haben wir rund 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehabt. Eine gut e dreistellige Zahl jeden Monat ist im Moment die Regel. Die Themen Klimawandel, Kohleausstieg, Bewahrung der Schöpfung sind aktuell wie nie. Der Hambacher Forst ist ein Symbol für diese Themen. Deshalb ist der Zulauf nach wie vor sehr groß.

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Women of Courage

Das Frauenfilmfestival Herat und die Lage der Frauen in Afghanistan

Nichts ist gut an Afghanistan. Obwohl keine Kennerin des Hindukusch, labt sich ein Teil der deutschen Öffentlichkeit unverändert an diesem Satz von Ex-Bischöfin Margot Käßmann. So als erleichtere der Bezug das ungenügende Wissen über das Land und seine Menschen, den westlichen Analphabetismus über Afghanistan.

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