Energie, Arbeit und Politik

Mobilmachungsübungen in Venezuela, bei denen über die regulären Streitkräfte von 114.000 Soldaten hinaus noch etwa 400.000 Männer und Frauen zu den Waffen gerufen werden, haben es mit dem gleichen Foto in die Nachrichten- und Kommentarspalten der Leitmedien wie der linken Blätter geschafft. Und in merkwürdiger Einigkeit verweisen Feinde wie Anhänger der bolivarischen Revolution auf den Fall der Ölpreise, der die aktuelle Krise hervorgebracht habe.

Schlichte Antworten sind attraktiv, auch wenn sie nicht stimmen: Die Wirtschaftskrise in Venezuela begann Ende 2012, da stand der Ölpreis noch bei 98 Dollar je Barrel. Venezuela hat mit konventionellen und nichtkonventionellen Lagerstätten die weltweit größten Ölreserven.(BP Statistical Review) Doch bloße Naturtatsachen machen niemanden reich, weder finanziell noch sachlich.

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Quellen kapitalistischer Akkumulation

Bemerkung zu den Untergriffen von Christel Buchinger in Lunapark Nr. 33

In der Lunapark-Redaktion haben wir länger darüber diskutiert, ob ein Beitrag des US-amerikanischen Historikers Jason Moore über nicht bezahlte Quellen kapitalistischer Akkumulation ins Blatt soll oder nicht. Die Debatte darüber verlief entlang der Differenz, ob und inwieweit bezahlte Lohnarbeit als einzige Kategorie entfremdbarer, also ausbeutbarer Quelle von Kapital vernutzt werden kann. Den geläufigen unterschiedlichen Definitionen von Arbeit (bezahlt oder unbezahlt)

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Begriffliche und sonstige Verwirrungen

Bemerkungen zu dem Aufsatz „Endlose Akkumulation“ von Jason W. Moore in Lunapark21 Nr. 32

Aus: Lunapark21 – Heft 33

Dass die kapitalistische Produktionsweise Ressourcen verschwendet, die Umwelt vergiftet, das Klima verändert und damit unsere Lebensgrundlagen untergräbt, gehört heute zum Alltagsbewusstsein vieler Menschen. Auch wenn im ersten sozialistischen Experiment in einem Drittel der Erde die Umwelt oft schlimmer beschädigt wurde als im kapitalistischen Teil und der durch dieses Experiment geprägte Marxismus nicht selten von ökologischer Blindheit geprägt war, so hat sich der Marxismus doch zwischenzeitlich den Fragen der Ökologie, der natürlichen Grundlagen der kapitalistischen Wirtschaftsweise, also den Naturverhältnissen geöffnet. Die Bedeutung der Geschlechterverhältnisse hingegen wird bis heute von vielen Marxistinnen und Marxisten systematisch unterschätzt. Noch 2008 veröffentlichte die Marx-Engels-Stiftung ein Buch mit dem Titel „Konturen eines zukunftsfähigen Marxismus“, in dem unter zwölf Männern weder Frauen einen Beitrag leisten durften, noch zum Thema der Geschlechterverhältnisse geschrieben wurde. Da ist es erfreulich, wenn jemand versucht, „marxistische, ökosozialistische und feministische Ansätze zu einer Synthese zu bringen“, wie es im Vorspann zu dem Artikel von Jason W. Moore „Endlose Akkumulation? – Die nicht bezahlten Quellen des kapitalistischen Reichtums“ in Lunapark21 Nr. 32 heißt. Man könnte also eine spannende Lektüre erwarten.

Doch schon die ersten beiden Sätze sind verstörend.

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„Endlose Akkumulation?“ Die nicht bezahlten Quellen des kapitalistischen Reichtums

Aus: Lunapark21 – Heft 32

Was ist die Substanz des Werts? Wie hängen Lohnarbeit und unbezahlte Reproduktionsarbeit miteinander zusammen? Wie die Zerstörung der ökologischen Lebensgrundlagen und die kapitalistische Produktion? Der Geograph und Umwelthistoriker Jason W. Moore versucht in dem folgenden Text, marxistische, ökosozialistische und feministische Ansätze zu einer Synthese zu bringen.

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