Pflege, Krieg, „Euthanasie“-Morde

Vom fatalen Frauenbild zur Vernichtung von „lebensunwertem Leben“

1907 wurde im Unterrichtsbuch für die weibliche Krankenpflege festgehalten: „Im Kriege werden sie [die Berufskrankenpflegerinnen] in erster Linie in den Heilanstalten auf dem Kriegsschauplatze gebraucht werden […] Es handelt sich in der Kriegstätigkeit ausschließlich um die Pflege von kranken Männern.“ Die zweite Auflage dieses Standardwerks, erschienen 1913, enthielt ergänzende Anweisungen über den Einsatz, die Pflichten und die Aufgaben der „weiblichen freiwilligen und der Berufskrankenpflege im Kriege“. Ein Jahr vor Beginn des Ersten Weltkriegs wusste man bereits, dass der Krieg – vorbereitet von denen, die sich für die Elite in Deutschland hielten – kommen würde. Und wie wichtig dann Krankenschwestern sein würden. Schließlich sei die Frau – auch diese Erkenntnis findet sich in dem Lehrbuch – „durch Charakter mehr für das Werk der Barmherzigkeit geeignet als der Mann.“1

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