Die Sozialdemokratie und das Recht der Frauen auf Erwerb

Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 23

Die SPD feiert in diesem Jahr ihr 150 jähriges Jubiläum. Sie bezieht sich damit auf den 23. Mai 1863, der als Geburtsstunde der deutschen Sozialdemokratie als Partei in Deutschland gilt. An diesem Tag wurde der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) mit seinem Präsidenten Ferdinand Lassalle (1825 – 1864) gegründet. Es ist aber ebenso wenig richtig, Lassalle als Gründer der deutschen Arbeiterbewegung zu bezeichnen, wie das Jahr 1863 als Beginn der Arbeiterbewegung zu sehen. Den Verdienst teilen sich viele, zum Teil namenlose Personen.

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Ein Jahr nach der Pleite

Verkäuferinnen der ehemaligen Drogeriekette Schlecker gründen Genossenschaften
Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 22

Die Massenentlassungen nach der Insolvenz bei Europas größter Drogeriekette Schlecker im Frühjahr 2012 gehörten zu den größten Entlassungswellen innerhalb der Geschichte der Bundesrepublik. Sie trafen rund 27000 Menschen; es waren fast ausschließlich Frauen betroffen.

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Sorgearbeit ist weiblich

Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 22

In den für Frauen besonders relevanten Beschäftigungsfeldern der sozialen, personenbezogenen und öffentlichen Dienste sowie bei den Sorgearbeiten, den sogenannten Care-Arbeiten, gibt es erhebliches Wachstumspotential. Würden nicht immer neue Arbeitsmöglichkeiten „erfunden“, die prekär oder gar nicht bezahlt sind, könnte die existenzsichernde Ausgestaltung in diesen Bereichen zu einem höheren Beitrags- und Steueraufkommen beitragen und gleichzeitig ausreichende Rentenansprüche gewährleisten.

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Die Verkürzung der Vollzeiterwerbstätigkeit als gesamtgesellschaftliches Projekt

Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 21

„Freiheit für die Frauen, Freiheit für das Volk – durch eine Neuorganisierung des Haushaltes und der Industrie.“ Das war das Motto der Frauen um die Zeitung „La femme libre – Die freie Frau“, die sie um 1832 in Frankreich herausbrachten. Neuorganisierung und Neuverteilung des Haushalts und in der Industrie, sprich der Arbeit im Beruf, auf Frauen und Männer, also die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, davon erhofften sich die „Freien Frauen“ mehr Freiheit für alle Menschen.

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Rückkehr an den Herd. Neues aus dem Sektor der Care-Ökonomie

Aus Lunapark21 – Heft 19

„Der Begriff Care-Ökonomie bezieht sich auf alle bezahlt und unbezahlt geleisteten Tätigkeiten, bei denen Menschen für andere sorgen oder für die alltägliche Versorgung anderer Menschen zuständig sind. Diese Tätigkeiten beziehen sich auf die Umwandlung von standardisierten und industrialisierten Gütern und Dienstleistungen für einen den unterschiedlichsten Bedürfnissen angepassten täglichen Verbrauch innerhalb und außerhalb des Haushalts, auf das Aufziehen von Kindern, auf die Pflege von Menschen und andere Formen von Beziehungsarbeit. All diese Tätigkeiten und die Art und Weise, wie sie getan werden, machen einen wesentlichen Teil des Lebensstandards einer Gesellschaft aus.“ (Mascha Madörin)

Die Care-Arbeiten können marktvermittelt, auf staatlicher oder gemeinwirtschaftlicher Ebene oder im privaten Haushalt erbracht werden. Care-Arbeit wird sowohl

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Wo ist denn der Chef? Frauen in Naturwissenschaften und Technik

Aus: LunaPark21 – Heft 18

„Nur jeder fünfte Absolvent ist eine Frau“, titelte Der Spiegel vom 21. März 2011. EU-weit sind die schulischen Leistungen der jungen Frauen oft besser als die der Männer. Dennoch haben sie beim Zugang zu qualifizierten Ausbildungsplätzen immer noch die schlechteren Karten.

60 Prozent der Hochschulabsolventen in Deutschland sind weiblich. Dennoch betrug die Frauenquote bei den Abgängern in den sogenannten MINT-Fächern

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Mit Stahlhelm und Kampfanzug. Frauen und Militär

Aus: LunaPark21 – Heft 17

Im Jahre 1889 erschien Berta von Suttners Roman „Die Waffen nieder!“ In Wien gründete sie 1891 die „Gesellschaft der Friedensfreunde“ und in Berlin 1892 die „Deutsche Friedensgesellschaft DFG“. Am Rande der Haager Friedenskonferenzen 1899 und 1907 versuchte sie auf verantwortliche Politiker einzuwirken, um den Appellen der Friedensbewegung Gewicht in der Öffentlichkeit zu verleihen. Eindringlich warnte Berta von Suttner zugleich vor den Folgen des Wettrüstens, machte Vorschläge für Abrüstung, internationale Verständigung und Schiedsgerichtsbarkeit. Den Frauen rief sie zu: „Das ist eine grausame Moral, wisst ihr das? Grausam und feig! Dieses Wegschauen – mit dem leiblichen und mit dem geistigen Auge – das ist an dem Beharren so vielen Elends und Unrechts schuld!“

Sozialistische Frauen – allen voran Clara Zetkin – warnten vor dem

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