Billigflughafen BER: Niedriglöhne und prekäre Beschäftigung am neuen Berliner Airport

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Dienstagnachmittag, 8. Mai, Airport-World in Berlin Schönefeld. In dem orangefarbenen, unverkennbar provisorisch errichteten Blechkasten, der die Südflanke des alten Flughafens schmückt, wird es langsam eng. Etwa hundert Journalisten drängen sich vor einer kleinen Bühne, hektisch werden Kameras in Stellung gebracht, Notizen gemacht, Mikrophone ausgerichtet.

Vor ihnen bemüht sich ein sichtlich gereizter Rainer Schwarz, Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, abzuwiegeln: Soeben hat er die

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Interview: „Fast ausschließlich auf Leiharbeit gesetzt“

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Die WISAG-Tochter GlobeGround ist ein Vorreiter bei der „Flexibilisierung“. Ein Gespräch mit Jens Gröger, Gewerkschaftssekretär bei ver.di und zuständig für die Bodenverkehrsdienste an den Berliner Flughäfen

[LP21] Das Unternehmen GlobeGround Berlin ist in Tegel und Schönefeld für das sogenannte Ground handling zuständig – früher hieß das Abfertigung – und hat dort einen Marktanteil von 80 Prozent. Wie viele Beschäftigte arbeiten dort derzeit?

[JG] Vor zweieinhalb Jahren hatte die GlobeGround rund 2000 Arbeitnehmer. Heute sind es 1500 plus 500 Leiharbeiter. Vorher gab es

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„Gemeinsam für unser Klinikum!“ Beschäftigte des Universitätsklinikums Gießen-Marburg und Bürgerbewegung für eine Rückabwicklung der Privatisierung

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Die Universitätskliniken in Gießen und in Marburg wurden vom Land Hessen zwischen 2001 und 2006 schrittweise in Anstalten öffentlichen Rechts umgeformt, dann fusioniert und zu GmbHs umgewandelt, um dann 2006 zu 95 Prozent an die Rhön-Kliniken AG verkauft zu werden.

Die Bürgerinnen und Bürger in Marburg lehnten damals mehrheitlich die Privatisierung in dieser Form ab und sammelten 30000 Unterschriften gegen den Verkauf. Die Marburger Klinik schrieb

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Eine unheilige Allianz. Hindunationalisten und Big Business

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Im Windschatten der Anschläge des 11. September ereignete sich eines der blutigsten Progrome im unabhängigen Indien: Am 28. Februar 2002 gingen im indischen Bundesstaat Gujarat Hindunationalisten mit Brandschatzungen und Vergewaltigungen gegen die muslimische Minderheit vor; der rasende Mob tötete mehr als 2000 Muslime.

Die Empörung der Weltöffentlichkeit hielt sich damals in Grenzen. Narendra Modi, der Ministerpräsident des Bundesstaates, hielt schützend seine Hand über die Täter. Er ist

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[rezension] Selbstmorde und das Geschäft mit der Armut. Gerhard Klas „Die Mikrofinanz-Industrie“

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Angeführt von der Gründerfigur Muhammad Yunus und gefördert u.a. von Bill Gates haben Mikrokredite in der öffentlichen Wahrnehmung den Status eines Allheilmittels gegen Armut erlangt. Doch der schöne Schein der kostenfreien Armutsreduktion durch den Finanzmarkt trügt – die Armen zahlen einen hohen Preis. Dem Buch des Kölner Journalisten und LP21-Autors Gerhard Klas zufolge erweist sich das Versprechen der Mikrofinanzindustrie, man könne Gutes tun und daran Geld verdienen, in der Praxis bestenfalls als guter Vorsatz. Zahlreiche Studien belegen, dass Armutslinderung dank Kleinkrediten nicht nachzuweisen ist. Für die Profitabilität hingegen

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Ein erster Schritt. Argentinien verstaatlicht Ölkonzern YPF

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Als hätte die argentinische Regierung ihrem Gegenüber in Madrid mit der Teilverstaatlichung von YPF, einem Ölunternehmen, bei dem der spanische Ölkonzern Repsol Mehrheitseigner ist, nicht schon genug auf den Schlips getreten – zu allem Überfluss wählte Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner noch das Bild eines Elefantenrüssels, um den Transfer von Ressourcen aus YPF in Argentinien nach Spanien bildlich darzustellen. Die Anspielung war mehr als deutlich. Mitte April hatte der spanische König Juán Carlos durch die Teilnahme an einer teuren Elefantensafari in Botswana dem krisengeschüttelten Spanien einen handfesten Skandal beschert.

Wenn auch wenig diplomatisch, der Rüsselvergleich passt. Seit Repsol 1999 bei YPF als Mehrheitseigner eingestiegen ist,

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Wo ist denn der Chef? Frauen in Naturwissenschaften und Technik

Aus: LunaPark21 – Heft 18

„Nur jeder fünfte Absolvent ist eine Frau“, titelte Der Spiegel vom 21. März 2011. EU-weit sind die schulischen Leistungen der jungen Frauen oft besser als die der Männer. Dennoch haben sie beim Zugang zu qualifizierten Ausbildungsplätzen immer noch die schlechteren Karten.

60 Prozent der Hochschulabsolventen in Deutschland sind weiblich. Dennoch betrug die Frauenquote bei den Abgängern in den sogenannten MINT-Fächern

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spezial >> Neue & alte Jagd nach Rohstoffen

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Rohstoffjagd und Kapitalismus? Dabei denkt man kaum an klassische Rohstoffe wie Kohle, Erz, Nickel, Gold und Silber, nach denen in früheren Jahrhunderten gejagt wurde. Tatsächlich hat sich die Nachfrage nach diesen traditionellen Rohstoffen in den letzten zehn Jahren dramatisch erhöht – allein die Förderung von Eisenerz hat sich seit dem Jahr 2000 knapp verdoppelt. Gleichzeitig rückten neue Hightech-Entwicklungen wie Notebooks und Handys und die Orientierung auf eine „green economy“ mit Solaranlagen, Windkraftanlagen und Elektro-Autos, knappe Metalle und Seltene Erden ins Fadenkreuz der Rohstoffjäger.

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Das Rohstoff-Halali: Die neue Jagd nach alten und neuen Rohstoffen

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Als Daniel Yergin 1991 sein Werk „The Prize – Der Preis“ über die Geschichte des Öls vorlegte, das in viele Sprachen übersetzt und mit dem Pulitzerpreis als bestes Sachbuch bedacht wurde, lautete der ergänzende Titel „Die Jagd nach Öl, Geld und Macht“. Yergin beschreibt auf 1000 Seiten die mehr als 100-jährige fieberhafte Suche nach immer neuen Ölquellen und die ständig steigende weltweite Nachfrage nach Rohöl. Sein Schlusssätze lauten: „Die leidenschaftliche und manchmal gewalttätige Jagd nach Öl (…) wird sicher weitergehen, solange Öl seine zentrale Rolle behält. In unserem Jahrhundert ist jede Facette der Zivilisation durch die moderne Alchemie des Petroleums verwandelt worden. Es bleibt wahrhaftig das Jahrhundert des Öls.“ [1]

Das 20. Jahrhundert ist vorbei. Auch das 21. Jahrhundert ist in seinen ersten Jahrzehnten noch deutlich vom Öl bestimmt – mehr als uns lieb sein kann, wie die Deep Water Horizon-Katastrophe im Frühjahr 2010 zeigte. Die alte Jagd nach Öl und Gas geht also weiter – und sie führt in immer größere Tiefen, ist mit wachsenden Risiken verbunden und wird mit neuen Techniken, die einen Abbau an bisher nicht erreichbaren Fundstellen gestatten, durchgeführt. Gleichzeitig wird die

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Das unbekannte Erbe der DDR: Seltene Erden, Erze, Gold und die Perspektive von neuen Umweltzerstörungen

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Anfang der 1970er Jahre warnte der „Club of Rome“ vor der Endlichkeit der globalen Rohstoffreserven. Seit Jahren klettern die Rohstoffpreise kontinuierlich nach oben, selbst nach der Finanzkrise 2008 gab es nur einen kurzen Absturz. Deutschland importiert jährlich Rohstoffe für rund 110 Milliarden Euro; das Material aus eigener Förderung und aus dem Recycling bringt es nur auf 28 Milliarden. Dennoch stimmt die Mär, Deutschland sei rohstoffarm so nicht: Es gibt Kupfer, Zinn, Öl und Gas, selbst seltene Erden schlummern in der Tiefe.

Daher werden die alten Bergbaureviere im Erzgebirge und im Harz derzeit

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