Das 15-Dollar-Ding

Seattle, USA: Weltweit höchster Mindestlohn erkämpft
Lucy Redler. Lunapark21 – Heft 27

„We did this – worker did this“, rief die sozialistische Stadträtin Kshama Sawant ihren Anhängerinnen und Anhängern am 2. Juni 2014 bei der Einführung des 15-Dollar-Mindestlohns im Stadtrat von Seattle zu. An diesem Tag beschloss das neunköpfige Gremium einstimmig ein neues Gesetz, demzufolge der Mindestlohn in Schritten auf 15 US-Dollar pro Stunde (=11,45 Euro) angehoben wird. Der Stadtrat folgte damit der zentralen Wahlkampfforderung Sawants. Angesichts des deutschen Schweizer-Käse-Mindestlohns von 8,50 Euro mögen sich deutsche Linke verwundert die Augen reiben und fragen: Wie war das möglich?

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Mindestlohn. lexikon

Georg Fülberth. Lunapark21 – Heft 24

Bei Marx gibt es einen Mindestlohn, der im Kern allerdings nicht gesetzlich festgelegt, sondern ökonomisch zwangsläufig ist. Das ist der Betrag, der gezahlt werden muss, damit die Arbeitskraft auf Dauer in ausreichender Menge und Qualifikation dem Kapital zur Verfügung steht. Wird diese Grenze unterschritten, versiegt die Quelle des Mehrwerts, ja kann sogar die Reproduktion des Kapitals in Frage gestellt sein.

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