Der Zahlenteufel

Pikettys „Kapital im 21. Jahrhundert“ – Geschichten und Probleme
Sebastian Gerhardt. Lunapark21 – Heft 28

Thomas Pikettys neues Buch ist ein internationaler Bestseller. Der französische Ökonom, der seit dem Ende der neunziger Jahre mit Forschungen zur Entwicklung der Einkommens-Ungleichheit im Kapitalismus hervorgetreten ist, hat nun auch die Ungleichheit der Vermögen und den Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wachstum ausführlich behandelt. Seine zentrale Schlussfolgerung lautet: Ein unregulierter Kapitalismus untergräbt sich selbst.

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Der Obama – Code?

Politikberatung und ihre Grenzen
Sebastian Gerhardt. Lunapark21 – Heft 28

Kurz nach der ersten Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten erregte sich Daniel Henninger, Kommentator des Wall Street Journal, über eine Quellenangabe in der vom Präsident persönlich eingeleiteten wirtschaftspolitischen Programmschrift der neuen Regierung. So etwas ist eher selten. Wer liest schon das Kleingedruckte unter einer Grafik über den Einkommensanteil der oberen Ein-Prozent?[1] Henninger schon.

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Kriminalgeschichte des Kapitals

Rezension zu Hannes Hofbauer „Diktatur des Kapitals“
Sebastian Gerhardt. Lunapark21 – Heft 27

Es gibt sehr unterschiedliche Kulturen der schriftlichen Kritik am Kapitalismus. Es gibt die empörten Autoren, die in jeder Zeile mit voller Stimmkraft vortreten. Es gibt die impressionistischen Beobachter, die philosophierenden Interpreten, die empirischen Forscher und die politischen Taktiker. Dieses Buch ist anderer Art. Denn der Autor ist vor allem Detektiv, der dem Gegenstand seiner Untersuchung ohne Zuneigung, aber mit lebhaftem Interesse verbunden ist.

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Menschenrecht auf Zins

Deflation, Zinssenkung und das Ende des Kapitalismus
Lucas Zeise. Lunapark21 – Heft 26

Was üblicherweise tabu ist, die Kritik an der Wirkungsweise des Kapitalismus selbst und an den staatlichen Maßnahmen, die dazu dienen, das System zu stabilisieren, wurde plötzlich Allgemeingut. Die winzige Zinssenkung der Europäischen Zentralbank Anfang Juni war Anlass zu lautem publizistischen Getöse – jedenfalls in Deutschland. Der Sparer werde enteignet, sein Menschenrecht auf Zins werde missachtet, war der am häufigsten vorgebrachte Vorwurf.

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Die Freiheit der Arbeit. Die universellen Menschenrechte gelten auch für die Arbeitsverhältnisse

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Die gegenwärtig vorherrschende Kapitalmacht agiert, wenn sie es für passend hält, bekanntlich außerhalb des Rechtsstaats, außerhalb der parlamentarischen Demokratie und nicht zuletzt außerhalb der universellen Menschenrechte. Diese Feststellung ist banal. Sie wird allerdings dadurch (scheinbar) kompliziert, dass gerade Vertreter dieser Kapitalmacht sich weltweit für den Rechtsstaat, für die parlamentarische Demokratie und neuerlich wieder besonders heftig für die Menschenrechte einsetzen.

Dabei werden „die Menschenrechte“ bekanntlich selektiv und widersprüchlich reklamiert, nach dem Motto von Franklin D. Roosevelt „Er ist ein Hurensohn, aber er ist

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