Fahrverbot für Diesel-Pkw in Städten? Noch lange nicht durchgesetzt!

Ausgesprochen mutig und begrüßenswert ist, dass das Verwaltungsgericht Stuttgart am 28. Juli der Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) stattgab und nun verlangt, dass es bereits ab Januar 2018 Fahrverbote für Diesel-Pkw in der baden-württembergischen Landeshauptstadt geben müsse. Erstaunlich und positiv zu werten ist auch, dass sich noch vor dieser Urteilsverkündung eine große Mehrheit der Bevölkerung der Stadt Stuttgart für Fahrverbote für Diesel-Pkw aussprach. Dennoch gibt es wenig Anlass für Optimismus bei diesem Thema.

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[kolumne winfried wolf] Der VW-Skandal als Skandal Automobilität

Aus: LunaPark21 – Heft 31

Die Führung des VW-Konzerns musste eingestehen, weltweit bei rund 11 Millionen Diesel-Pkw eine spezifische Software zur „Abgas-Nachbehandlung“ so programmiert zu haben, dass diese Pkw bei Schadstoffmessungen auf dem Prüfstand auf einen spezifisch sparsamen Modus schalten, so dass während der Tests deutlich niedrigere Abgasemissionen gemessen werden als im normalen Fahrbetrieb. Die speziell manipulierte Software würde – so VW im schriftlichen Eingeständnis gegenüber der US-Umweltbehörde EPA – „seit mindestens sechs Jahren“ eingesetzt. Sie sei gezielt zu dem Zweck verwandt worden, die Behörden „zu täuschen“. Betroffen sind Pkw der Marken VW, Audi, Seat und Skoda. In Deutschland geht es um 2,8 Millionen, in Österreich um 62000 VW-Pkw. Die Schweizer wissen es besonders genau: betroffen sind hier 128802 Autos.

Der Skandal wurde zum jetzigen Zeitpunkt eher zufällig publik. Es handelt sich nicht primär um einen VW-Skandal. Es geht um den Skandal Automobilität.

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US-Süden bleibt gewerkschaftsfrei

Konservative Hetzkampagne verhindert Interessenvertretung im VW-Werk Chattanooga
Daniel Behruzi. Lunapark21 – Heft 25

„Wenn die UAW hier nicht gewinnen kann, was kann sie überhaupt gewinnen? Volkswagen hat die gewerkschaftliche Organisierung nicht einmal bekämpft.“ So kommentierte Bloomberg Businessweek die Abstimmungsniederlage der US-Autogewerkschaft UAW im VW-Werk Chattanooga, Tennessee. Mit 712 zu 626 Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 89 Prozent, hatte sich die Belegschaft im Februar gegen eine Organisierung durch die UAW ausgesprochen.

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Europas Autoindustrie: Go East!

Wander-Pokal für das Wander-Kapital
Winfried Wolf. Lunapark21 – Heft 24

Der Anteil Europas am Weltautomobilbau, der bis in die 1980er Jahre angestiegen war, ist seit gut eineinhalb Jahrzehnten deutlich rückläufig. Wobei hier nicht die Rede ist vom Absatz in Europa – dieser ist nicht nur rückläufig, sondern eingebrochen.

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Ferdinand Piech und das VW-Imperium. kolumne winfried wolf

Über die Macht mächtiger Individuen und die Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Produktionsweise
Lunapark21 – Heft 21

In marxistischen Kreisen geht man allzu oft davon aus, dass die kapitalistische Entwicklung einer „inneren Gesetzmäßigkeit“ folgt. Ohne Zweifel gibt es solche Gesetzmäßigkeiten. Doch diese werden durch gesellschaftliche Kämpfe beeinflusst. Gleichzeitig sind sie mitbestimmt von mächtigen Agenten des Kapitals, vulgo von Menschen mit dickem Portemonnaie.

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Rollback ohne Widerstand. Gruppenarbeit bei Daimler-Untertürkheim war nie „Gute Arbeit“

Aus Lunapark21 – Heft 19

Glaubt man den Hochglanzprospekten des Daimler-Vorstands, dann ist die Welt der Produktionsarbeit hinter den Fabriktoren in bester Ordnung: Selbständig entscheidende Gruppen organisieren ihre Arbeit und koordinieren sich mit vor- und nachgelagerten Bereichen, keiner wird mehr auf kurztaktiges monotones Stückzahlklopfen reduziert. Der Aufgabenumfang der Gruppen ist vielmehr mit vielen organisierenden, steuernden, disponierenden Tätigkeiten angereichert, Produktionsarbeit also abwechslungsreich geworden. Und aus kontrollierenden repressiven Chefs sind kollegial unterstützende Coachs geworden…

Mit der Realität in den heutigen Produktionshallen hat das herzlich wenig zu tun. Dort muss heute

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„Wettbewerb“ statt „Humanisierung“. „Gruppenarbeit“ in der schwedischen Automobilindustrie

Aus Lunapark21 – Heft 19

Vor rund 20 Jahren erklärte der Leiter des Nissan-Werks im britischen Sunderland – seinerzeit berühmt für seine „schlanken“ Produktionsmethoden, – die Leute bei Volvo würden denken, bei Teamarbeit gehe es um die Arbeit in Gruppen. „Sie könnten nicht weiter daneben liegen.“Das war zu einer Zeit, als Volvo in deutschen Gazetten mit dem Slogan warb: „Ford hat das Fließband erfunden, Volvo hat es abgeschafft – aus natürlichen Gründen.“ In der Tat hatte Volvo gerade sein Werk im schwedischen Uddevalla eröffnet, das ohne jedes Fließband auskam.

Das hatte einen zweifachen Hintergrund:

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