Wieder gelesen: Die Arbeitslosen von Marienthal

Die Diskussion um die Konsequenzen der Freisetzung menschlicher Arbeitskraft durch Industrie 4.0 und weitere technologische Quantensprünge in Produktion und Dienstleistung führt wieder einmal zur Suche nach Modellen der Problemlösung außerhalb der Erwerbsarbeit. Modelle wie ‚Bedingungsloses Grundeinkommen‘ werden wieder aus der schon vergessen geglaubten Schublade gezogen. Industrieunternehmen gehen davon aus, dass ca. 50 % der Arbeitskräfte in Produktion und Verwaltung durch die ‚Kollegen Roboter´ überflüssig werden. Wieso die Aufregung? Haben die Arbeiter nicht in der Vergangenheit hart um jedes Stückchen Freizeit gekämpft? Könnte die neue Freizeit nicht als Gewinn betrachtet werden? Auf der Suche nach Antworten fiel mir die 1933 erschienene Studie „die Arbeitslosen von Marienthal“ von Marie Jahoda, Paul Lazarsfeld und Hans Zeisel wieder einmal in die Hände. Jahrzehntelang war sie für (fast alle) meine Studierenden Pflichtlektüre. Sie ist längst ein Klassiker der empirischen Sozialforschung geworden.

 

Die Marienthal-Studie

Seit dieser Studie wissen wir, was Erwerbslosigkeit anrichtet und wir wissen auch, dass Erwerbslose nicht nur wirtschaftlich und gesundheitlich leiden, sondern in ihrer gesamten Existenz. Wir wissen auch, dass nicht alle Menschen gleich schwer betroffen sind. In Marienthal wurden die Menschen eines ganzen Dorfes erwerbslos gemacht, weil eine große Fabrik (Spinnerei, mit Weberei, Bleicherei und Druckerei) geschlossen und die Beschäftigten allesamt entlassen wurden. 70 bis 80 % der Menschen in Marienthal – Männer und Frauen, junge und ältere waren erwerbslos.

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Energie, Arbeit und Politik

Mobilmachungsübungen in Venezuela, bei denen über die regulären Streitkräfte von 114.000 Soldaten hinaus noch etwa 400.000 Männer und Frauen zu den Waffen gerufen werden, haben es mit dem gleichen Foto in die Nachrichten- und Kommentarspalten der Leitmedien wie der linken Blätter geschafft. Und in merkwürdiger Einigkeit verweisen Feinde wie Anhänger der bolivarischen Revolution auf den Fall der Ölpreise, der die aktuelle Krise hervorgebracht habe.

Schlichte Antworten sind attraktiv, auch wenn sie nicht stimmen: Die Wirtschaftskrise in Venezuela begann Ende 2012, da stand der Ölpreis noch bei 98 Dollar je Barrel. Venezuela hat mit konventionellen und nichtkonventionellen Lagerstätten die weltweit größten Ölreserven.(BP Statistical Review) Doch bloße Naturtatsachen machen niemanden reich, weder finanziell noch sachlich.

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Frauensache Hafenarbeit?

Ein Besuch in der FrauenFreiluftGalerie Hamburg
Elisabeth von Dücker. Lunapark21 – Heft 25

Am Altonaer Elbufer in Hamburg gibt es eine Open Air Galerie. Wie eine Bildspur begleitet sie den Fluss auf zwei Kilometern und ist inzwischen auf 15 Wandgemälde angewachsen. Diese erzählen von kaum Wahrgenommenem, vom Wandel weiblicher Erwerbstätigkeit und Wirtschaftskraft im Hafen seit der Wende ins 20. Jahrhundert.

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Vom Wert der Arbeit. kolumne winfried wolf

US-Finanzkrise, das Gold und das Goldminen-Arbeitsheer
Lunapark21 – Heft 23

„Closing Time – Dienstschluss“ – so lautet am 1. Oktober die Seite-1-Überschrift in US TODAY, der größten US-amerikanischen Tageszeitung. Am gleichen Tag meldet die Financial Times „Sackgasse beim US-Haushalt setzt Aktienkurse unter Druck“. Im Kleingedruckten auf Seite 25 wird in dieser Londoner Wirtschaftszeitung notiert: „Gold – 1326,50“. Gemeint: 31,1 Gramm – eine Feinunze – Gold kosten derzeit 1326,50 US-Dollar.

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Der Mensch als Humankapital – Die schöne neue Arbeitswelt

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Seit April ist der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm „Work hard – play hard“ von Carmen Losmann in den Kinos zu sehen. Die deutsche Filmemacherin, die an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert hat, recherchierte vier Jahre über Anspruch und Wirklichkeit moderner Großunternehmen, für die Arbeit und Freizeit ihrer Mitarbeiter immer mehr verschwimmen. „Work hard – play hard“ ist eine Redensart aus der amerikanischen Unternehmenskultur: Arbeite hart – feiere viel. Der Film löste heftige Diskussionen in Medien, blogs und sozialen Netzwerken aus. In LP21 äußert sich Carmen Losmann über ihren Film:

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