Der Rummelplatz ist die eher proletarische Version des Lunaparks. Da geht es direkter und deftiger zu, da wird schon mal gestritten, es ist alles etwas bunter und lauter. So ähnlich stellen wir uns diese Rummelplatz-Seite von Lunapark21 vor: Als Tummelplatz unterschiedlicher Meinungen und Ideen, als Plattform für breite Angebote - auch für kommerzielle, soweit sie zu unserem Profil passen.
Dieses Anliegen kann nur von Autoren und Lesern gemeinsam verwirklicht werden und ist deshalb jetzt noch nicht viel mehr als ein Versprechen, dass (hoffentlich) nach und nach Gestalt annimmt. Zur Zeit findet Ihr hier Links zu gleichgesinnten Webseiten und einige weitere uns interessant erscheinende Angebote.
Pressestimmen zu Lunapark21
Heiße Zeiten – Wie der Klimawandel gestoppt werden kann
Unser Redakteur und Autor Wolfgang Pomrehn beschreibt ausführlich, wie das Treibhaus funktioniert, wo die Ursachen des Klimawandels zu suchen sind, und was auf uns zukommen kann, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Das Buch gibt außerdem Auskunft darüber, weshalb neue Kohlekraftwerke und Bahnprivatisierung verhindert werden müssen, weshalb Agrartreibstoffe eine Sackgasse sind, weshalb Klimagerechtigkeit so wichtig ist und warum mit Atomkraft das Klima nicht zu schützen ist.
Hier geht es zu Inhaltsverzeichnis und Einleitung.
236 Seiten, Paperback, 16,90 Euro, PapyRossa.
Der Kalender 2008 / Wegbereiterinnen VI
Sehenswert: Das Layout von Lunapark21, entwickelt von Bernd Köhler.
(Zu-)Hörenswert: Die Lieder von Bernd Köhler und seiner Band ewo2.
Sein Lied "SOS (In voller Fahrt)", dessen Text hier erstmals veröffentlicht ist, stand sieben Monate lang in den TopTen der "Liederbestenliste".
Unter den angegebenen Links gibt es Hörproben und die Bestellmöglichkeit.
SOS (in voller Fahrt)
Text und Musik: Bernd Köhler
Der Frachter hatte gut Fahrt aufgenommen. Schön anzuseh’n, wie der kräftige Bug die Wellen teilte. Der eiserne Schiffsleib vibrierte leicht unter dem rhythmischen Stampfen der mächtigen Antriebswellen. In den Arbeitspausen blinzelte die Mannschaft auf dem Oberdeck der Sonne entgegen. Die Stimmung war gut, die Fahrt hatte sich gelohnt. Die Auftragsbücher waren voll. Wir lagen im Kurs.
Klar, man hätte hellhörig sein müssen. Wir kannten die Geschichten. Hatten die Funksprüche aufgefangen – ungläubig, mit wachsendem Staunen, leichtem Entsetzen – Was der auch und die und warum?
Der Einschlag kam ohne Vorwarnung. Als die Sirenen heulten, war schon alles verloren. Volltreffer – punktgenau. Mitten ins Herz. Maschinenraum.
SOS, SOS, Save our Souls,
es geht ums nackte Überleben!
Wir saufen ab mit Mann und Maus –
Save our Souls – holt uns da raus!
Ja, das ist neu. Der Frachter wurde in voller Fahrt getroffen. Dampf unterm Kessel, stramm gegen den Wind. Früher hieß es noch wegbrechende Märkte oder zu große Risiken der Eigner hätten zum Absaufen geführt – doch das?!
Seelenverkäufer ohne Moral und Gewissen haben unser Schiff versenkt. Es war in gutem Zustand, die Mannschaft gesund, der Motor lief auf vollen Touren. Wir hatten Fracht geladen, bis unters Deck gestapelt – feinste Ware.
Der Befehl zum Fangschuss kam aus der Zentrale, weit ab:„Liquidation, Feuer frei, versenken –
wenn möglich Ladung retten. Menschenleben sind ohne Bedeutung."
SOS, SOS ...
Die allgemeine Panik tat das ihrige. Einige versuchten noch die Rettung zu organisieren, hatten frühzeitig darauf hingewiesen, dass bestimmte Maßnahmen nötig wären. Waren auf taube Ohren gestoßen. Hatten sich trotzdem vorbereitet – ohne Erfahrung und Logistik. Zu Wenige. Verlorene Rufer in der Wasser-Wüste.
Jetzt lag der Kahn auf der Seite, schwer verwundet, nichts zu machen. „ALLE MANN VON BORD, RETTE SICH WER KANN“. Der Kapitän verlässt als letzter das Schiff – ungläubiges staunen, Wut und Verzweiflung - als der durch einen Helikopter der Company von Bord gehievt wurde, trieben wir schon hilflos im Wasser. Keine Rettungsringe. Mann gegen Mann – der Kampf um die herumschwimmenden Trümmer. SOS, SOS – Rette sich wer kann.
SOS, SOS ...
Dann sahen wir die Rudel von Helikoptern, wie sie einschwenkten über dem aufgerissenen Schiffsbauch und mit Hakengreifern die Waren heraushoben. Unsere Schreie und Hilferufe – einfach ignoriert. Was seid ihr für Menschen – macht euren Job für die Schweine, die uns hier verrecken lassen. Habt ihr kein Erbarmen?
Und zum Schluss, zwei riesige schwarze Schlepper, quer durch die Menschenleiber übersäte See. Nahmen Kurs auf den halb versunkenen Koloss – an den Haken und ab Richtung Festland. Hier wurde nichts verschenkt. Uns’re Hände aber zerkrallten sich an den fensterlosen Stahlflanken der anonymen Abwrack-Companie.
SOS, SOS ...
Klar, es wird einen Aufmacher geben, Schlagzeilen, Bedauern, Schulterzucken, Grabreden – so ist das heute. Das ist der Tribut an die Freiheit, dass jeder kann wie er will, wenn er nur kann und wenn er nur will.
Was ist ein Menschenleben wert in diesem ungleichen Krieg. Die Fäden werden im Hintergrund gezogen. Übergeordnete Interessen diktieren die Regeln auf den Schlachtfeldern und wir lassen uns immer wieder rekrutieren. Rechtlos, vogelfrei, irgendwann dann versenkt – im Friendly Fire.
SOS, SOS, Save our Souls,
es geht ums nackte Überleben!
Wir saufen ab mit Mann und Maus –
Save our Souls – holt uns da raus!
// aus der CD: bernd köhler/ewo2, die neue welt, www.jump-up.de
mehr Infos über: www.ewo2.de



