Veranstaltungen von und mit LP21-Autoren

(in Kürze wieder an dieser Stelle)

 

Wirtschaft in Ton und Bild

Billionen für die Banken, Milliarden für Betonverdichtung, Kapitalkonzentration und Jobabbau – und doch ist ein Ende der Krisen nicht absehbar. Nur eins scheint sicher: Wer dafür zahlen muss. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn der Staat wird die enormen Ausgaben wieder wettmachen wollen. Zum Beispiel durch den weiteren Verkauf öffentlichen Eigentums wie Krankenhäuser – oder die Privatisierung der Deutschen Bahn. Gibt es dazu Alternativen? Und wie müsste eine Wirtschaft aussehen, die allen dient?

Vortrag von Winfried Wolf zum Thema Finanz- und Wirtschaftskrise am 31. März in Konstanz (auf Einladung der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten Union (dju), der Linkspartei, Seemoz, und ver.di).

Zur attac-Webseite mit den Vorträgen.

Download der einzelnen Vorträge als mp3-Dateien: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 (Rechtsklick auf Link und "Ziel speichern unter" wählen)

 

Telepolis-Interview mit Winfried Wolf, Sprecher des Bündnisses Bahn für Alle und Chefredakteur von Lunapark21, über die Pannen-Serie bei der Bahn und ihren geplanten Börsengang:

1. Teil: "Materialüberlastung ist das falsche Wort"
2. Teil: "Die Bahn fährt generell auf Substanz, auf Verschleiß"

 

cash,crash & crisis (podcast)

Auf Einladung des Zukunftsforums der Gewerkschaften Mannheim und attac am 20.Januar 2009 gehaltener Vortrag von Winfried Wolf.

 

 

So klingt die Finanzkrise

Kursverläufe werden gemeinhin als "Berge" und "Täler" veranschaulicht. Der Komponist Johannes Kreidler hat daraus Melodien gemacht, indem er die Kurswerte als Tonhöhen interpretierte. Die Finanzkrise klingt damit durchaus beschwingt, wenn auch die Melodien meist abwärts gehen...

 

Aktuelle Veranstaltungshinweise sind auf unserer Seite Rummelplatz zu finden.

 

Bücher und CDs


Der Kalender 2010 / Wegbereiterinnen VIII

www.ewo2.de

bernd köhler/ewo2: avanti popolo

www.ewo2.de

bernd köhler/ewo2: die neue welt

 

(Text und Musik: Bernd Köhler)

SOS (in voller Fahrt)

Der Frachter hatte gut Fahrt aufgenommen. Schön anzuseh’n, wie der kräftige Bug die Wellen teilte. Der eiserne Schiffsleib vibrierte leicht unter dem rhythmischen Stampfen der mächtigen Antriebswellen. In den Arbeitspausen blinzelte die Mannschaft auf dem Oberdeck der Sonne entgegen. Die Stimmung war gut, die Fahrt hatte sich gelohnt. Die Auftragsbücher waren voll. Wir lagen im Kurs.

Klar, man hätte hellhörig sein müssen. Wir kannten die Geschichten. Hatten die Funksprüche aufgefangen – ungläubig, mit wachsendem Staunen, leichtem Entsetzen – Was der auch und die und warum?

Der Einschlag kam ohne Vorwarnung. Als die Sirenen heulten, war schon alles verloren. Volltreffer – punktgenau. Mitten ins Herz. Maschinenraum.

SOS, SOS, Save our Souls,
es geht ums nackte Überleben!
Wir saufen ab mit Mann und Maus –
Save our Souls – holt uns da raus!

Ja, das ist neu. Der Frachter wurde in voller Fahrt getroffen. Dampf unterm Kessel, stramm gegen den Wind. Früher hieß es noch wegbrechende Märkte oder zu große Risiken der Eigner hätten zum Absaufen geführt – doch das?!

Seelenverkäufer ohne Moral und Gewissen haben unser Schiff versenkt. Es war in gutem Zustand, die Mannschaft gesund, der Motor lief auf vollen Touren. Wir hatten Fracht geladen, bis unters Deck gestapelt – feinste Ware.

Der Befehl zum Fangschuss kam aus der Zentrale, weit ab:„Liquidation, Feuer frei, versenken –
wenn möglich Ladung retten. Menschenleben sind ohne Bedeutung."

SOS, SOS ...

Die allgemeine Panik tat das ihrige. Einige versuchten noch die Rettung zu organisieren, hatten frühzeitig darauf hingewiesen, dass bestimmte Maßnahmen nötig wären. Waren auf taube Ohren gestoßen. Hatten sich trotzdem vorbereitet – ohne Erfahrung und Logistik. Zu Wenige. Verlorene Rufer in der Wasser-Wüste.

Jetzt lag der Kahn auf der Seite, schwer verwundet, nichts zu machen. „ALLE MANN VON BORD, RETTE SICH WER KANN“. Der Kapitän verlässt als letzter das Schiff – ungläubiges staunen, Wut und Verzweiflung - als der durch einen Helikopter der Company von Bord gehievt wurde, trieben wir schon hilflos im Wasser. Keine Rettungsringe. Mann gegen Mann – der Kampf um die herumschwimmenden Trümmer. SOS, SOS – Rette sich wer kann.

SOS, SOS ...

Dann sahen wir die Rudel von Helikoptern, wie sie einschwenkten über dem aufgerissenen Schiffsbauch und mit Hakengreifern die Waren heraushoben. Unsere Schreie und Hilferufe – einfach ignoriert. Was seid ihr für Menschen – macht euren Job für die Schweine, die uns hier verrecken lassen. Habt ihr kein Erbarmen?

Und zum Schluss, zwei riesige schwarze Schlepper, quer durch die Menschenleiber übersäte See. Nahmen Kurs auf den halb versunkenen Koloss – an den Haken und ab Richtung Festland. Hier wurde nichts verschenkt. Uns’re Hände aber zerkrallten sich an den fensterlosen Stahlflanken der anonymen Abwrack-Companie.

SOS, SOS ...

Klar, es wird einen Aufmacher geben, Schlagzeilen, Bedauern, Schulterzucken, Grabreden – so ist das heute. Das ist der Tribut an die Freiheit, dass jeder kann wie er will, wenn er nur kann und wenn er nur will.

Was ist ein Menschenleben wert in diesem ungleichen Krieg.  Die Fäden werden im Hintergrund gezogen. Übergeordnete Interessen diktieren die Regeln auf den Schlachtfeldern und wir lassen uns immer wieder rekrutieren. Rechtlos, vogelfrei, irgendwann dann versenkt – im Friendly Fire.

SOS, SOS, Save our Souls,
es geht ums nackte Überleben!
Wir saufen ab mit Mann und Maus –
Save our Souls – holt uns da raus!

 

// aus der CD: bernd köhler/ewo2, die neue welt, www.jump-up.de
mehr Infos über: www.ewo2.de