Lunapark21 wird von Menschen gelesen, die sich mit gegebenen Zuständen nicht abfinden wollen. Mit ähnlich schöpferischer Unzufriedenheit wollen wir, die Autoren, Redakteure und Mitarbeiter, getreu unserer Philosophie Lunapark21 zu einer Zeitschrift machen, die nicht nur in Inhalt und Aufmachung einzigartig auf dem deutschsprachigen Pressemarkt ist, sondern selbst dazu beiträgt, unhaltbare Zustände zu ändern.
Redaktion
Winfried Wolf (Chefredakteur, ViSdP), Ralph Altmann, Daniel Behruzi, Thomas Fruth, Sebastian Gerhardt, Hannes Hofbauer, Andrea Marczinski, Gisela Notz, Wolfgang Pomrehn, Theo Völkl
Layout und Gestaltung
Autoren
Georg Fülberth , Thomas Kuczynski, Michael Mäde, Mag Wompel, Lucas Zeise
und viele mehr...
Die LP21-Philosophie
Ökonomie + Globalisierungskritik = Lunapark21
Am 11. Februar 2008 erschien die erste Ausgabe von Lunapark21 – Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie. Die Gründung einer neuen linken Zeitschrift mag als kühnes Unterfangen erscheinen in einer Zeit, in der linke Publikationen und Projekte ums Überleben kämpfen und in einer Umgebung, in der es nur bei prekären Kleinexistenzen und bei profitablen Hedge Fonds einen Gründerboom gibt.
Doch die rund zwei Dutzend Menschen, die am Projekt Lunapark21 seit geraumer Zeit basteln, sind der festen Überzeugung: Sinnvoll ist die Gründung einer populär gemachten, gut lesbaren Zeitschrift zur Kritik der internationalen kapitalistischen Ökonomie, einschließlich der Berichterstattung über die weltweiten sozialen Bewegungen. Ein Blatt, das auch die Notwendigkeit von Alternativen und Utopien postuliert und sich dem Motto verpflichtet sieht: „Eine andere Welt ist möglich, eine andere Ökonomie ist nötig!“
Basics
Die erste Ausgabe von Lunapark21 erschien als Punktlandung: Anfang 2008 befindet sich die internationale Ökonomie in einer Zeitenwende, möglicherweise vor einer neuen schweren Weltwirtschaftskrise. Es paaren sich Krisen (Immobilienkrach in den USA und Großbritannien) mit spektakulären Booms (u.a. China). Die globale Finanzarchitektur ist fragil; das „Entwicklungsland“ China stützt die Weltwährung Dollar; einzelne Banken konnten nur mit Milliarden Euro teurer Staatshilfe vor dem Kollaps gerettet werden (Nothern Rock, IKB, Sachsen LB). Es gibt die wachsende Macht von Konzernen und Finanzinstituten mit der Verstärkung internationaler Strukturen, die Freihandel und Globalisierung vorantreiben, und gleichzeitig eine verschärfte internationale Konkurrenz zwischen Konzernen und Blöcken. Die wachsende Verelendung von Hunderten Millionen Menschen kontrastiert mit dem krassen Reichtum einiger Hunderttausend Millionäre und Milliardäre. Die hohe Massenerwerbslosigkeit existiert parallel zur gewaltigen Produktivkraftsteigerung. Die patriarchalen Strukturen verbinden sich mit den klassischen Herrschaftsmechanismen von Kapitalismus und Militarismus; Frauen werden den alten und neuen Formen von Ausbeutung und Unterdrückung verstärkt unterworfen. Wir erleben eine wachsende Zerstörung der Umwelt und die Bedrohung des weltweiten Klimas. Es gibt eine neue Phase von Aufrüstung, kombiniert mit einem wachsenden Gewicht der militärisch-industriellen Komplexe. Viele Kriege in jüngerer Zeit sind Resultat eines „fossilen Kapitalismus“ und des Verteilungskampfes um die knapper werdenden Energie-Ressourcen.
Gegenwehr
Gleichzeitig gibt es Anzeichen von verstärkter Gegenwehr in Betrieben („Strike Bike“) und durch Gewerkschaften, auch auf internationaler Ebene (in den Häfen; durch die Lokführer). Es bilden sich neue Formen von Widerstand und von antikapitalistischer Kritik heraus. Die Bewegung der Globalisierungskritik, die weltweiten Treffen auf Sozialforen, die Antikriegsdemonstrationen, das „Nein“ zum EU-Verfassungsentwurf in Frankreich und in den Niederlanden und die neuen antiimperialistischen Bewegungen in Teilen Lateinamerikas sind beispielhaft für diese Veränderungen.
„Wirtschaft von links"
Kurt Tucholsky kalauerte: „Was die Weltwirtschaft angeht, so ist sie verflochten“. Seit dem Börsenkrach 1987 haben die großen Nachrichtensender, die TV-Magazine und viele Zeitschriften die Themen Weltwirtschaft, Börse und Konzerne aufgegriffen; einzelne Blätter (z.B. „Brand eins“) sind erst auf dieser Basis entstanden; keine „Tagesthemen“ ohne Börsenbericht. Doch hierzulande gilt „linke Ökonomie“ meist noch als Spezialgebiet für Wenige. Auf diesem Gebiet wird, ähnlich wie bei den klassischen Wirtschaftsseiten der großbürgerlichen Blätter, eine Sprache gepflegt, die einem breiteren Publikum den Zugang verwehrt.
Dies muss nicht sein. „Wirtschaft von links“ ist darstellbar. Dies gibt es bereits mit Erfolg. Verwiesen sei auf die (primär elektronisch vertriebene) Publikation „Left Business Oberserver“ (USA) und auf die Monatszeitschrift „Alternatives Economiques“ (Frankreich). Im deutschen Sprachraum existiert nichts Vergleichbares. Diese Lücke soll mit der Zeitschrift Lunapark21 geschlossen werden.
Adressaten & grundsätzliche Ausrichtung
Grundsätzlich richtet sich Lunapark21 an Menschen, die sich gesellschaftlich emanzipativ engagieren. Sie orientiert insbesondere auf die globalisierungskritische Bewegung, liefert Fakten und Analysen, um Kenntnisse zu vertiefen und Erfahrungen fruchtbar zu machen.
Lunapark21 will nicht belehren und bevormunden. Vor allem will diese Zeitschrift Interesse wecken und Lesestoff mit Lesespaß bieten.
Lunapark21 versteht sich nicht als spezifisches Strömungsblatt. Wir setzen uns das – zugegebenermaßen: anspruchsvolle – Ziel, von einem großen Teil der Linken im deutschsprachigen Raum als maßgebliche Stimme der Globalisierungskritik anerkannt zu werden. In diesem Sinn will Lunapark21 auch Treffpunkt und Ideenschmiede sein.
Lunapark21 ist offen für alle, die das Projekt interessant finden und zum Erfolg der Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie beitragen wollen.
