Ein erster Schritt. Argentinien verstaatlicht Ölkonzern YPF

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Als hätte die argentinische Regierung ihrem Gegenüber in Madrid mit der Teilverstaatlichung von YPF, einem Ölunternehmen, bei dem der spanische Ölkonzern Repsol Mehrheitseigner ist, nicht schon genug auf den Schlips getreten – zu allem Überfluss wählte Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner noch das Bild eines Elefantenrüssels, um den Transfer von Ressourcen aus YPF in Argentinien nach Spanien bildlich darzustellen. Die Anspielung war mehr als deutlich. Mitte April hatte der spanische König Juán Carlos durch die Teilnahme an einer teuren Elefantensafari in Botswana dem krisengeschüttelten Spanien einen handfesten Skandal beschert.

Wenn auch wenig diplomatisch, der Rüsselvergleich passt. Seit Repsol 1999 bei YPF als Mehrheitseigner eingestiegen ist,

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Vierzig Jahre Diagnose: Der erste Bericht an den Club of Rome und seine Folgen

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Dass in einem endlichen System wie der Erde auch die Ressourcen endlich sind, also begrenzt, folglich auch jedes quantitative Wachstum früher oder später an Grenzen stößt, sollte eigentlich, im Jahre 1972 christlicher Zeitrechnung ausgesprochen, keine weltbildstürzende Erkenntnis sein, erst recht keine weltstürzende. Aber wie so häufig: Das eine ist, einen für wahr gehaltenen Grundsatz hinzunehmen oder anzuerkennen, das andere, ihn vorgerechnet und, mit weitreichenden und eigenes Verhalten treffenden Schlussfolgerungen versehen, vor Augen geführt zu bekommen.

Gewiss, weltstürzende Folgen hatte der 1972 veröffentlichte

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Dollars und Träume. oder: Geben ist seliger als nehmen

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Manchmal kommen selbst überzeugte Anhänger des American Way of Life ins Grübeln. 1983 gründeten zwei US-Senatoren, ein Demokrat und ein Republikaner, das „Center for responsive Politics“, um den Einfluss des großen Geldes auf die US-Politik zu untersuchen. Inzwischen ist www.opensecrets.org eine der besten Quellen zum Thema, mit Analysen, die weit über die Zusammenfassung der offiziellen Daten hinausgehen.

Noch im Vorfeld der eigentlichen Wahlkampagne veröffentlichte im Herbst 2011 das Center eine Studie zu den finanziellen Verhältnissen der US-Volksvertreter. Das Ergebnis:

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seziertisch nr. 155: Fiskalpakt+

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Und weder Aberglauben, weder Schulden
Fand sich sein stolzes Herz zu dulden.
Peter Hacks: Das Vaterland. In: Hacks, Werke, Erster Band. Berlin 2003. S. 334

Die Wahl von François Hollande zum französischen Staatspräsidenten und der Aufstieg des linken Parteienbündnisses Syriza in Griechenland werden zuweilen als Zeichen für eine europäische Trendwende interpretiert. Es ergebe sich die Chance für eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik mit mehr Staat und Priorität für Beschäftigung. Von der offiziellen US-Politik, vom Nobelpreisträger Krugman, selbst von George Soros

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Schuldenschnitt statt „Gesundsparen“. Wie es Argentinien aus der größten Wirtschaftskrise seiner Geschichte in eine der stabilsten Perioden schaffte

Aus: LunaPark21 – Heft 17

Ob Fernando de la Rúa die Menschenmassen gesehen hat, die sich am 20. Dezember 2001 auf die Plaza de Mayo drängten, weiß keiner. Gehört haben wird er sie in jedem Fall. Denn an seinem 640sten Tag als argentinischer Präsident bestieg er um 19.52 Uhr einen Hubschrauber auf dem Dach der Casa Rosada und flüchtete – eingefangen von unzähligen Kameras, die das Bild pünktlich zu den 22- Uhr Nachrichten auf vielen TV-Kanälen der Welt brachten.

De la Rúa war nicht der einzige Präsident, der in Wochen des argentinischen Aufstandes Ende des Jahres 2001 und im Jahr 2002 weggefegt werden sollte. Zwölf Jahre Neoliberalismus hatten das Land

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Politischer Frühling im russischen Winter?

Aus: LunaPark21 – Heft 17

Ende 2011 erreichte die globale Protestwelle Russland. Auslöser war der offensichtliche Betrug während der Duma-Wahlen am 4. Dezember. Nach der Präsidentschaftswahl drei Monate später, die Regierungschef Putin offiziell mit knapp 64 Prozent gewann, gab es erneut massive Betrugsvorwürfe der Opposition. Sie will das System Putin einreißen und fordert Neuwahlen, politische Reformen, eine unabhängige Justiz, das Ende der Medienzensur und die Direktwahl der Gouverneure. Bisher hat vor allem die städtische Mittelschicht demonstriert.

Die politische Stabilität der Putin-Jahre basierte auf einem gesellschaftlichen Kompromiss. Die Bevölkerung verzichtete auf

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Generationengerechtigkeit? Eine historisch-statistische Betrachtung zur Rentenlüge

Aus: LunaPark21 – Heft 17

In Deutschland haben sich die sogenannten Arbeitnehmer auf einen späteren Beginn der Altersrente einzurichten. Das Einstiegsalter wird ab Januar 2012 sukzessive auf 67 Jahre angehoben. Und ob es dabei bleibt, ist keineswegs sicher; es ist auch schon von 69 und 70 Jahren die Rede. Die EU-Kommission hat sogar vorgeschlagen, das Rentenalter völlig zu „flexibilisieren“, nämlich von der Lebenserwartung der Menschen abhängig zu machen.

Ganz auf dieser Linie erklärte der Direktor des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung: Weil die Lebenserwartung in Europa bis 2050 um zehn Jahre steigt, muss die Hälfte der

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seziertisch nr. 154: Kapital-Transaktionssteuer

Aus: LunaPark21 – Heft 17

Die Bundeskanzlerin und der französische Staatspräsident wollen eine Finanztransaktionssteuer einführen. In Frankreich soll sie sogar schon ab August 2012 gelten. Für die Euro-Zone denkt man an einen Satz von 0,1 Prozent auf Aktien- und 0,01 Prozent auf Derivatenhandel.

Damit gewinnt eine Idee den Rang offizieller Regierungspolitik, die jahrzehntelang zunächst nur

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