Ein Jahr nach der Pleite

Verkäuferinnen der ehemaligen Drogeriekette Schlecker gründen Genossenschaften
Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 22

Die Massenentlassungen nach der Insolvenz bei Europas größter Drogeriekette Schlecker im Frühjahr 2012 gehörten zu den größten Entlassungswellen innerhalb der Geschichte der Bundesrepublik. Sie trafen rund 27000 Menschen; es waren fast ausschließlich Frauen betroffen.

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Einkaufsverkehr und Dorfläden

Peter Winter. Lunapark21 – Heft 22

Die von Gisela Notz beschriebenen Aktivitäten der ehemaligen Schlecker-Frauen werden zu Recht in den größeren Zusammenhang des flächendeckenden Verlustes von Nahversorgung gestellt. Die Zerstörung von Einkaufsmöglichkeiten vor Ort steht in einem krassen Gegensatz zum sogenannten demographischen Faktor, der eine Ausweitung dezentraler Einkaufsmöglichkeiten notwendig macht.

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Sorgearbeit ist weiblich

Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 22

In den für Frauen besonders relevanten Beschäftigungsfeldern der sozialen, personenbezogenen und öffentlichen Dienste sowie bei den Sorgearbeiten, den sogenannten Care-Arbeiten, gibt es erhebliches Wachstumspotential. Würden nicht immer neue Arbeitsmöglichkeiten „erfunden“, die prekär oder gar nicht bezahlt sind, könnte die existenzsichernde Ausgestaltung in diesen Bereichen zu einem höheren Beitrags- und Steueraufkommen beitragen und gleichzeitig ausreichende Rentenansprüche gewährleisten.

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Die Verkürzung der Vollzeiterwerbstätigkeit als gesamtgesellschaftliches Projekt

Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 21

„Freiheit für die Frauen, Freiheit für das Volk – durch eine Neuorganisierung des Haushaltes und der Industrie.“ Das war das Motto der Frauen um die Zeitung „La femme libre – Die freie Frau“, die sie um 1832 in Frankreich herausbrachten. Neuorganisierung und Neuverteilung des Haushalts und in der Industrie, sprich der Arbeit im Beruf, auf Frauen und Männer, also die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, davon erhofften sich die „Freien Frauen“ mehr Freiheit für alle Menschen.

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Gendern heißt Ändern

Zum 4. Armut- und Reichtumsbericht der Bundesregierung*
Antje Asmus. Lunapark21 – Heft 21

Seit Ende 2012 liegt der Entwurf für den 4. Armuts- und Reichtumsbericht mit einem Schwerpunkt auf soziale Mobilität innerhalb der Lebensphasen vor. Die Bundesregierung ist verpflichtet, in jeder Legislaturperiode über die soziale Lage in Deutschland Auskunft zu geben.

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Männerjobs top – Frauenjobs flop. Wertigkeit von „Männerarbeit“ und „Frauenarbeit“

Aus Lunapark21 – Heft 19

Die Tatsache, dass es eine unterschiedliche gesellschaftlich konstruierte Wertigkeit von Frauen- und Männerarbeit gibt, ist nicht neu und wurde ausführlich analysiert. Die Statistik für Deutschland ist aber doch immer wieder ein Hingucker: Der Bruttostundenlohn von Frauen in Deutschland liegt im Durchschnitt 23 Prozent unter dem der Männer. Um das Gehalt eines Durchschnittsmannes für 2012 zu erreichen, muss also eine deutsche Durchschnittsfrau fast drei Monate länger arbeiten, bis zum 25. März 2013– dem sogenannten „Equal Pay Day“.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zufolge ist dieser Einkommensunterschied auf die vielerorts

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Rückkehr an den Herd. Neues aus dem Sektor der Care-Ökonomie

Aus Lunapark21 – Heft 19

„Der Begriff Care-Ökonomie bezieht sich auf alle bezahlt und unbezahlt geleisteten Tätigkeiten, bei denen Menschen für andere sorgen oder für die alltägliche Versorgung anderer Menschen zuständig sind. Diese Tätigkeiten beziehen sich auf die Umwandlung von standardisierten und industrialisierten Gütern und Dienstleistungen für einen den unterschiedlichsten Bedürfnissen angepassten täglichen Verbrauch innerhalb und außerhalb des Haushalts, auf das Aufziehen von Kindern, auf die Pflege von Menschen und andere Formen von Beziehungsarbeit. All diese Tätigkeiten und die Art und Weise, wie sie getan werden, machen einen wesentlichen Teil des Lebensstandards einer Gesellschaft aus.“ (Mascha Madörin)

Die Care-Arbeiten können marktvermittelt, auf staatlicher oder gemeinwirtschaftlicher Ebene oder im privaten Haushalt erbracht werden. Care-Arbeit wird sowohl

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Meist Studienschluss beim Bachelor: Bologna-Prozess und Frauen

Aus: LunaPark21 – Heft 18

Mit der Einführung der neuen Studienarchitektur im Zuge des Bologna-Prozesses waren viele Hoffnungen und Befürchtungen verbunden. Die Reform zur Einführung einer gestuften Studienstruktur war äußerst umstritten und umkämpft. Kritisiert wurde, die Reform des Hochschulwesens diene in erster Linie der Verkürzung der Studienzeiten. Indem der Bachelor zum „Regelabschluss“ erklärt wird, soll das Individuum dem Arbeitsmarkt kostengünstiger, früher und damit länger zur Verfügung stehen.

Der Begriff der „Employability“ steht exemplarisch für die Verkürzung der Reformdynamik, die auf eine reine Verwertungslogik abzielt. Auf der anderen Seite wurden die

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Wo ist denn der Chef? Frauen in Naturwissenschaften und Technik

Aus: LunaPark21 – Heft 18

„Nur jeder fünfte Absolvent ist eine Frau“, titelte Der Spiegel vom 21. März 2011. EU-weit sind die schulischen Leistungen der jungen Frauen oft besser als die der Männer. Dennoch haben sie beim Zugang zu qualifizierten Ausbildungsplätzen immer noch die schlechteren Karten.

60 Prozent der Hochschulabsolventen in Deutschland sind weiblich. Dennoch betrug die Frauenquote bei den Abgängern in den sogenannten MINT-Fächern

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Markt und Wachstum vor Menschenrechten. Weltentwicklungsbericht 2012 „Geschlechtergleichheit und Entwicklung“

Aus: LunaPark21 – Heft 17

Alle reden von Krise. Die Weltbank nicht. Zumindest nicht im Weltentwicklungsbericht (WDR) 2012. Der hat Geschlechtergleichheit zum Thema. Sozusagen antizyklisch. Während sich in der Entwicklungspolitik und ihren Institutionen eine Gender-Müdigkeit breitgemacht hat, schreibt die Weltbank auf 420 Seiten gegen diese Erschöpfung an. Erstmalig widmet sie ihre Leuchtturmpublikation, mit der sie jährlich Diskurshoheit zu einem entwicklungspolitischen Thema beansprucht, Geschlechterunterschieden und Gleichstellungspolitik.

Seit den 1970er Jahren setzt die Weltbank immer wieder ihre Duftmarken in der entwicklungspolitischen Debatte über Frauen. Bereits 1975 strebte sie an, dass

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