Treue Hände? Treuhandgesellschaften einst und heute

Aus: LunaPark21 – Heft 31

„Treuhand 2.0 für Griechenland“ lautete eine Schlagzeile beim Nachrichtensender n-tv. Das Kürzel 2.0 sollte wohl an das Wirken der Treuhandanstalt erinnern, die die einst im „Register der volkseigenen Wirtschaft“ erfassten DDR-Betriebe zu zwei Dritteln privatisiert bzw. reprivatisiert und zu einem knappen Drittel liquidiert hat (einige wenige wurden kommunalisiert). Der kürzlich verstorbene Siegfried Wenzel, zu DDR-Zeiten zeitweilig einer der Stellvertreter des Vorsitzenden der Staatlichen Plankommission, hat diese Vorgänge instruktiv beschrieben. [1]

Aber das Rechtsinstitut der „treuen Hand“ (lateinisch: manus fidelis) ist sehr viel älteren Datums, und ursprünglich bezeichnete es

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Religionskriege?

„Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ (Karl Liebknecht)

Thomas Kuczynski in Lunapark21 – Heft 30

Vier Jahre nachdem Francis Fukuyama das angebliche „Ende der Geschichte“ verkündet hatte, läutete 1993 sein Landsmann Samuel Ph. Huntington (1927-2008) mit seinem später zu einem ganzen Buch umgestalteten Aufsatz „Clash of Civilizations“ (Kampf der Kulturen) eine neue Etappe ideologischer Geschichtsbetrachtung ein, und zwar mit ungemein großem Erfolg.

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Griechenland und die europäische Linke

Aus: LunaPark21 – Heft 31

Unter europäischem Blickwinkel ist zunächst festzuhalten, dass mit Syriza zum ersten Mal seit der Nelkenrevolution in Portugal (1974) wieder eine links orientierte Partei Regierungsgeschäfte in einem EU-Land übernommen hatte.

Damit dies Beispiel nicht Schule macht und auf diese Weise die Kapitalherrschaft in Europa gefährdet, wurde die Syriza-Regierung von Anfang an als „linksradikal“ verteufelt und auf das Schärfste bekämpft. Darin waren sich die politischen Vertreter des europäischen Großkapitals völlig einig.

Gegen diese Phalanx hätte die Syriza-Regierung

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Eugen Varga (1879-1964)

Zu seinen mittel- und langfristigen Prognosen ökonomischer Entwicklung
Thomas Kuczynski. Lunapark21 – Heft 29

Dass sich im vorigen Jahr der Todestag von Eugen (ungarisch Jenö, russisch Jevgenij) Varga zum fünfzigsten Male jährte, war, ich muss es zu meiner Schande gestehen, auch mir entgangen. Dabei gehörten die Arbeiten des Begründers kontinuierlicher marxistischer Konjunkturberichterstattung über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg zur Pflichtlektüre von Konjunkturforschern in aller Welt, gleichgültig welcher ideologischen Provenienz.[1] In ihrer Art sind diese umfassenden Analysen der Weltkonjunktur bis heute unübertroffen und scheinen in ihrer Kombination von empirisch-statistischer Materialfülle und politisch-ökonomischer Einordnung der Ereignisse geradezu unwiederholbar – vielleicht auch ein Grund, kein besonders guter, weshalb es heute unter den Linken niemanden gibt, der auf seinen Spuren wandelt und Vergleichbares zu leisten versucht.

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Failed states

Die zunehmende Unfähigkeit des Imperialismus, von ihm angezettelte Kriege zu gewinnen
Thomas Kuczynski. Lunapark21 – Heft 27

Nach dem im Kalten Krieg errungenen „vorläufigen Endsieg“ des Kapitalismus (Georg Fülberth) schien die Welt wieder in Ordnung, weil der staatlich etablierte Sozialismus in Osteuropa wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen war. Solche „Einzelfälle“ wie China, Kuba und Nordkorea konnten diesen Gesamteindruck kaum trüben, denn die Wiederherstellung des Kapitalismus in Osteuropa bescherte den ausländischen Investoren und einigen ihrer inländischen „Kollegen“ märchenhafte Profite.

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Was reguliert die Wirtschaft?

Tatsächliche und angebliche Funktionen von Markt und Plan
Thomas Kuczynski. Lunapark21 – Heft 24

„Smith erläutert, wie die ‘unsichtbare Hand des Markts‘ den Egoismus des Einzelnen in wachsenden Wohlstand für die Allgemeinheit transformiert.“ So immer noch nachzulesen im derzeitigen Standardlehrbuch der Volkswirtschaftslehre,[1] fast zwanzig Jahre, nachdem Emma Rothschild nachgewiesen hatte, dass Adam Smith die Wendung „led by an invisible hand“ (geführt von einer unsichtbaren Hand), obgleich sie hundertfach in zeitgenössischen Predigten und religiösen Traktaten verwendet worden war, ein einziges Mal in seinem Buch über den Reichtum der Nationen verwendet hat, sie also bei dem geschworenen Pfaffenfeind Smith genau deshalb nur ironisch zu verstehen ist.[2]

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Die Ambivalenz der Krise

Vor 100 Jahren: Gründerkrise von 1873 und Große Depression
Thomas Kuczynski. Lunapark21 – Heft 23

In unserem Verständnis ist der Terminus Krise zumeist negativ besetzt. In seiner ursprünglichen Bedeutung aber benannte das griechische krisis eine Entscheidungs-, eine kritische Situation (wie noch heute in der Medizin), deren Ausgang durchaus ungewiss. Dies ist ein für alle großen Krisen des Kapitalismus zutreffendes Charakteristikum, insbesondere auch für die Krise von 1873, die als Gründerkrise in die Geschichte eingegangen ist.

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Martin Luther und die Chicago Boys

Zur Antiquiertheit von neoliberalem Monetarismus und Finanzialisierung
Thomas Kuczynski. Lunapark21 – Heft 22

Über hundertfünfzig Jahre war die kapitalistische Produktionsweise in einem solchen Ausmaß von diesem einen Wirtschaftsbereich dominiert, dass manche sie die Epoche des Industriekapitalismus nannten, andere gar die Industriegesellschaft schlechthin. Wenn Marx im Nachwort zur 2. deutschen Ausgabe des Kapitals davon sprach, dass die große Industrie mit der Krise von 1825 aus ihrem Kindheitsalter herausgetreten war, so kann, ähnlich zugespitzt, gesagt werden, dass sie mit der Krise von 1973 in ihr Rentenalter eingetreten ist, also von Renten und Renditen lebt.

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