Die (Un)vereinbarkeit von Familie und Beruf

Aus: LunaPark21 – Heft 31

„Denn in der Familie stecken die Frauen. Sie sollen wirken für das öffentliche Leben, aber man soll ihrer dabei nicht ansichtig werden, denn sie sollen zu Hause bleiben“. Das ist eine eindeutige Ansage und sie stammt vom ersten deutschen Familiensoziologen Wilhelm Heinrich Riehl, aus seinem Buch: „Die Familie“ von 1855. Riehl bezog klare Positionen; die Vereinbarkeit war einfach, die Frau gehört in die Familie, der Mann geht hinaus ins feindliche Leben. Die Großfamilie, das viel zitierte „ganze Haus“ bröckelte gerade und war in der Krise. Aus der Krise entstand die Kleinfamilie, wie wir sie heute kennen und wie sie überall an die Plakatwände geklebt wird: Vater, Mutter und ein Kind oder mehrere.

Mehr lesen

Aufbruch der Frauen – ausgebremst

70 Jahre Tag der Befreiung. (Wieder)Aufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Gisela Notz in Lunapark21 – Heft 30

Anlässlich des 70. Jahrestages nach Kriegsende häuften sich die Ausstellungen, Veranstaltungen und Gedenkfeiern. Die Bilanz des Zweiten Weltkrieges ist erschütternd: Über 60 Millionen Menschen starben, mehr als sechs Millionen europäische Juden, zehntausende Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, politisch Andersdenkende und Homosexuelle waren verfolgt und getötet worden. 17 Millionen Menschen waren verschollen, weite Teile Europas zerstört.

Mehr lesen

Es geht um Geld: Sozial- und Erziehungsberufe aufwerten

Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 29

Die Gewerkschaften im Bildungsbereich knüpfen mit ihrer Kampagne, die noch im März 2015 mit Warnstreiks beginnen und nach Ostern in Streiks übergeführt werden soll, an die Tarifauseinandersetzung von 2009 an. Sie berufen sich auf die immer weiter steigenden Anforderungen in diesen Berufen und die qualitativ hochwertige Ausbildung.

Mehr lesen

woman-power

Internationalen Frauentag am 8. März 2015 in Berlin
Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 29

Eingeladen waren alle, die sich von den patriarchalen Strukturen eingeschränkt fühlten. Es war eine mächtige und bunte Demonstration am 8. März 2015 in Berlin. Das Bündnis Frauen*kampftag, ein breiter, heterogener Zusammenschluss aus feministischen Zusammenhängen, Jugendorganisationen, Parteien, Gewerkschaften, Verbänden und Einzelpersonen hatte dazu aufgerufen. Es begreift sich als Teil einer Gegenwehr und des Kampfes für ein selbstbestimmtes und besseres Leben: Solidarisch, kritisch und offensiv gegen die bestehenden Verhältnisse.

Mehr lesen

Das Märchen von der friedfertigen Frau

Sozialistinnen an der „Heimatfront“ im Ersten Weltkrieg
Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 26

In den zahlreichen Büchern und Artikeln, die 100 Jahre nach der Auslösung des Ersten Weltkrieges erscheinen, wird die Rolle der Frauen kaum beleuchtet. Wenn überhaupt, dann galten sie als Schutzbedürftige, bedauernswerte Witwen, die nun ohne Männer leben mussten, oder als Mütter, die ihre Söhne „verloren“ haben; selten auch als Beuteobjekte der gegnerischen Krieger. Waffentragen und Kriegsführen waren männliches Recht, Pflicht und Privileg zugleich.

Mehr lesen

Zwischen Selbstverwirklichung und Armut

„Alleinstehende“ Frauen: Legendenbildung und Situation
Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 24

Der Begriff „alleinstehende Frauen“ bezeichnet Frauen, die ohne einen Mann und ohne minderjährige Kinder in der Wohnung leben. In der Statistik ist „alleinstehend“ ein Begriff für Ein-Personen-Haushalte. Frauen werden oft bedauert, weil sie nicht den „richtigen“ Partner gefunden haben, weil sie gewissermaßen auf einem Bein stehen. Einsamkeit im Alter ist angeblich vorprogrammiert und es geht die Mär, dass insbesondere an Weihnachten, dem „Fest der Liebe“, diese Spezies Mensch in einem Tal der Tränen versinkt.

Mehr lesen

Die Sozialdemokratie und das Recht der Frauen auf Erwerb

Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 23

Die SPD feiert in diesem Jahr ihr 150 jähriges Jubiläum. Sie bezieht sich damit auf den 23. Mai 1863, der als Geburtsstunde der deutschen Sozialdemokratie als Partei in Deutschland gilt. An diesem Tag wurde der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) mit seinem Präsidenten Ferdinand Lassalle (1825 – 1864) gegründet. Es ist aber ebenso wenig richtig, Lassalle als Gründer der deutschen Arbeiterbewegung zu bezeichnen, wie das Jahr 1863 als Beginn der Arbeiterbewegung zu sehen. Den Verdienst teilen sich viele, zum Teil namenlose Personen.

Mehr lesen

Ein Jahr nach der Pleite

Verkäuferinnen der ehemaligen Drogeriekette Schlecker gründen Genossenschaften
Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 22

Die Massenentlassungen nach der Insolvenz bei Europas größter Drogeriekette Schlecker im Frühjahr 2012 gehörten zu den größten Entlassungswellen innerhalb der Geschichte der Bundesrepublik. Sie trafen rund 27000 Menschen; es waren fast ausschließlich Frauen betroffen.

Mehr lesen

Sorgearbeit ist weiblich

Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 22

In den für Frauen besonders relevanten Beschäftigungsfeldern der sozialen, personenbezogenen und öffentlichen Dienste sowie bei den Sorgearbeiten, den sogenannten Care-Arbeiten, gibt es erhebliches Wachstumspotential. Würden nicht immer neue Arbeitsmöglichkeiten „erfunden“, die prekär oder gar nicht bezahlt sind, könnte die existenzsichernde Ausgestaltung in diesen Bereichen zu einem höheren Beitrags- und Steueraufkommen beitragen und gleichzeitig ausreichende Rentenansprüche gewährleisten.

Mehr lesen

Die Verkürzung der Vollzeiterwerbstätigkeit als gesamtgesellschaftliches Projekt

Gisela Notz. Lunapark21 – Heft 21

„Freiheit für die Frauen, Freiheit für das Volk – durch eine Neuorganisierung des Haushaltes und der Industrie.“ Das war das Motto der Frauen um die Zeitung „La femme libre – Die freie Frau“, die sie um 1832 in Frankreich herausbrachten. Neuorganisierung und Neuverteilung des Haushalts und in der Industrie, sprich der Arbeit im Beruf, auf Frauen und Männer, also die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, davon erhofften sich die „Freien Frauen“ mehr Freiheit für alle Menschen.

Mehr lesen